Blackout in New York: Stromausfall taucht 70.000 Menschen in Dunkelheit

In New York gingen am Samstagabend die Lichter aus: Midtown Manhattan und die Upper West Side waren stundenlang von einem Blackout betroffen, exakt am 42. Jahrestag des grossen Stromausfalls von 1977.

Über 70.000 Menschen in Midtown Manhattan und der Upper West Side waren von dem Blackout betroffen, der...
...sich exakt am 42. Jahrestag des grossen Blackouts von 1977 ereignet hat.
Der grosse Blackout stürzte New York damals ins Chaos, Plünderer und Brandstifter zogen durch die Stadt, die Polizei war im Dauereinsatz. Diesmal war es vollkommen anders: Weil mehrere Shows am Broadway abgesagt werden mussten, boten Künstler spontane Auftritte auf dem Gehweg vor dem Eingang dar.
Im Rockefeller Center fiel der Strom aus, Kinobesucher sassen plötzlich komplett im Dunkeln. Ein Konzert in der Carnegie Hall wurde abgebrochen, der Saal musste geräumt werden. Die Sänger liessen sich davon aber nicht aufhalten und machten einfach vor dem Gebäude weiter.
Eine Frau versuchte in einer Apotheke auf der 57. Strasse (rechts, Spiegelung in der Scheibe), ihr Handy während der überraschenden Dunkelheit zu benutzen.
Wenn die U-Bahn nicht mehr fährt, steigen auch die New Yorker auf den Bus um. Hier gabelte die Linie M57 Passagiere an einer Strassenecke auf.
New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem "mechanischen Problem" im Stromnetz, der den Blackout ausgelöst habe. Er schrieb auf Twitter, dass der Stromausfall nicht auf Fremdeinwirkung zurückzuführen sei. "Das scheint etwas zu sein, das einfach bei der Stromverteilung von einem Stadtteil zum anderen schief gelaufen ist", sagte er dem Sender CNN.
Viele Feuerwehrautos waren in den Abendstunden im Einsatz und musste mehrfach ausrücken, um Menschen aus steckengebliebenen Aufzügen zu retten. Die Rettungsdienste berichteten später ebenfalls, dass möglicherweise ein Brand samt anschliessender Explosion eines unterirdischen Transformators den Blackout verursacht habe.
Was früher Kerzen waren, sind heute die Lichter von Mobiltelefonen, die den Menschen während eines Stromausfalls Licht spenden.
Viele Geschäfte schlossen wegen des Blackouts früher als sonst, Bars und Restaurants blieben allerdings trotz der Dunkelheit in Betrieb. Diese beiden Männer vor einem Laden in der Eight Avenue schossen Bilder für die Ewigkeit.
Weil sie in ihrem Apartment in der 64. Strasse keinen Strom mehr hatten, flüchtete diese Familie auf den Gehsteig gegenüber und verfolgte von dort aus das Geschehen auf den dunklen Strassen.
Ja, das ist wirklich New York City, auch wenn es eher wie eine kleine Stadt wirkt. Aber die Skyline rund um den Central Park blieb von dem Stromausfall ebenfalls nicht verschont.
Auch die Anzeigentafeln am weltberühmten Times Square gingen aus. Aufzüge standen still, Ampeln fielen aus, auch an einigen U-Bahn-Stationen wurde der Betrieb eingestellt, berichteten örtliche Medien.
So war etwa ein Eingang an der 50th Street Subway Station nur noch schwach beleuchtet, gerade so, dass man noch erahnen konnte, was sich dahinter verbirgt.
Sämtliche Ampeln gaben den Geist auf. Deswegen regelte ein Mann während des Stromausfalls an einer Strassenecke den Verkehr.
Das New Yorker Leben spielte sich am Samstag hauptsächlich auf der Strasse ab. Die Störung wurde gegen Mitternacht behoben, wie Bürgermeister Bill de Blasio und der städtische Notdienst twitterten.