Laut Experten sind deutsche Gefängnisse nicht ausreichend auf radikalisierte Rückkehrer aus dschihadistischen Kampfgebieten vorbereitet. Deutschland müsse sich auf mehrere Hundert Rückkehrer einstellen.

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Die deutschen Haftanstalten müssen nach Experten-Einschätzung mehr Vorkehrungen gegen radikalisierte Islamisten treffen. Angesichts der zu erwartenden Rückkehrer aus dschihadistischen Kampfgebieten sei Deutschland nicht hinreichend vorbereitet, sagte der Bielefelder Konfliktforscher Andreas Zick am Donnerstag bei einem Expertenaustausch in der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf, die in der Nachbarstadt Ratingen angesiedelt ist.

Radikalisierung hinter Gittern?

Derzeit könne niemand einschätzen, wie mit den posttraumatischen Störungen umzugehen sei, die Rückkehrer nach ihren massiven Gewalterfahrungen mitbrächten. Die Wissenschaft brauche mehr Mittel, um zu erforschen, wie Radikalisierung sich hinter Gittern verstärke und wirksam zu bekämpfen sei, mahnte der Leiter des Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld.

Das Risiko verschärfe sich nicht nur durch Rückkehrer aus den Kampfgebieten, sondern auch durch die wachsende Zahl verurteilter Islamisten hinter Gittern, sagte Nordrhein-Westfalens Justizminister Peter Biesenbach (CDU). Bislang gebe es allerdings keine Erkenntnisse, dass sich Islamisten in Deutschland erst im Gefängnis radikalisiert hätten, erklärte Zick.

Nach bisherigen Einschätzungen muss sich Deutschland auf einige Hundert Rückkehrer aus Kampfgebieten einstellen. Die meisten Bundesländer hätten inzwischen Präventions- und Deradikalisierungsprogramme aufgesetzt, sagte Florian Endres von der Beratungsstelle Radikalisierung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.  © dpa

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