Vor genau fünf Jahren verschwand am 8. März 2014 der Malaysian-Airlines-Flug MH370 auf dem Weg von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur nach Peking. Die letzten Worte aus dem Cockpit lauteten: "Good night, Malaysian 3-7-0" – zwei Minuten später, um 1:21 Uhr nachts, bracht die Kommunikation für immer ab. Was genau geschehen ist, ist weiter ein Mysterium. Doch es gibt einige Erklärversuche.

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Bis heute ist trotz der teuersten Suche in der Geschichte der Luftfahrt nicht geklärt, was genau mit dem Flug MH370 und den 239 Menschen an Bord geschah. Neben Ermittlern aus Malaysia versuchten Experten aus Australien, China, Frankreich, den USA, Grossbritannien und die private US-Firma Ocean Infinity der Unglücksursache auf den Grund zu gehen - sie alle blieben erfolglos.

Seit dem Verschwinden der Boeing 777 sind insgesamt 27 Wrackteile an verschiedene Küsten des Indischen Ozeans angeschwemmt worden, daher ist es sicher, dass das Flugzeug ins Meer stürzte, doch der genaue Unfallhergang bleibt ein Mysterium. Deshalb wird das Unglück auch als das "grösste Rätsel der Luftfahrtgeschichte" bezeichnet.

Die unklare Faktenlage führt dazu, dass es unzählige Theorien zur Ursache des Verschwindens von MH370 gib. Die Expertenmeinungen gehen besonders in dem Punkt auseinander, ob das Flugzeug bis zu seinem Absturz – beziehungsweise einer möglichen Notlandung im Ozean – unter der Kontrolle eines Piloten stand oder unkontrolliert mit dem Meer kollidierte.

Die Fakten zum Verschwinden von MH370

Doch auch wenn die Unglücksursache unklar bleibt, konnten einige Fakten ermittelt werden: So gilt als geklärt, dass der Kurs des Flugzeugs vorsätzlich abgeändert wurde - zwei Minuten, nachdem der Transponder, der Position und Geschwindigkeit der Maschine nach aussen funkt, nicht mehr aktiv war.

Die Kursänderung wurde per Hand und nicht durch den Autopiloten vorgenommen. Wer diese Änderung aus welchem Grund vornahm, ist jedoch unklar. Anschliessend befand sich die Maschine wohl für weitere sieben Stunden in der Luft – das entspricht etwa der Flugzeit, für die sie Treibstoff geladen hatte – und stürzte anschliessend in den Indischen Ozean.

Im Sommer vergangenen Jahres stellte schliesslich die malaysische Regierung ihren Abschlussbericht zu dem Absturz vor und musste zugeben: "Das Team ist nicht in der Lage, den Grund für das Verschwinden von MH370 zu bestimmen." Allein der Flugschreiber könnte die entscheidenden Hinweise liefern, aber er ist bis heute verschollen.

Die unklare Faktenlage führt dazu, dass es unzählige Theorien zur Ursache des Verschwindens von MH370 gib. Die Expertenmeinungen gehen besonders in dem Punkt auseinander, ob das Flugzeug bis zu seinem Absturz – beziehungsweise einer möglichen Notlandung im Ozean – unter der Kontrolle eines Piloten stand oder unkontrolliert mit dem Meer kollidierte.

US-Firma will letzten Versuch starten, das Wrack zu finden.

Theorie eins: Absichtlicher Absturz

Der ersten Annahme folgend gibt es verschiedene Theorien, die davon ausgehen, dass der Absturz der Maschine absichtlich eingeleitet wurde: Es wird etwa vermutet, dass der Pilot erweiterten Suizid begangen haben könnte und die 238 weiteren Menschen, die an Bord waren, absichtlich mit in den Tod gerissen hat.

Alternativ wird vermutet, dass Terroristen das Flugzeug in ihre Gewalt gebracht und den Absturz erzwungen haben könnten. Für diese Theorien spricht der abrupte Abbruch der Kommunikation, das Fehlen eines Notrufs und die absichtliche Änderung des Flugkurses, ohne jemanden darüber zu informieren. Gegen sie spricht jedoch, dass das Flugzeug nach dem Kommunikationsabbruch noch stundenlang weiterflog.

Der Theorie eines erweiterten Suizids des Piloten stehen auch die Ermittlungen der malaysischen Behörden entgegen: Ihr Chefermittler Kok Soo-chon teilte bei der Vorstellung seines Abschlussberichts mit, dass seine Ermittler auf keinerlei gravierende persönliche Probleme im Umfeld des Piloten gestossen seien. Auch in den letzten Ton- und Filmaufnahmen des Mannes erkannten Experten keine Anzeichen von Stress oder Angst bei ihm.

Theorie zwei: Technisches Versagen

Im Gegensatz dazu steht die Vermutung, dass der Absturz die Folge von technischem Versagen ist. Der australische Luftfahrtexperte Michael Gilbert etwa glaubt, dass der Pilot keine suizidgefährdete Person, sondern ein selbstloser Held gewesen ist.

Gilbert vermutet, dass es ein Feuer im Cockpit der Maschine gab, durch das die Kommunikations- und Ortungsgeräte ausfielen. Als der Pilot erkannt habe, dass er das Flugzeug nicht mehr sicher hätte landen können, habe er die Maschine absichtlich weit weg von bewohnten Gebieten gelenkt und schliesslich zum Absturz gebracht, um Schlimmeres zu verhindern.

Der Flugzeug-Enthusiast meint sogar zu wissen, wo das Feuer ausgebrochen sei: Nach der Durcharbeitung aller Wartungsberichte des Flugzeuges geht er davon aus, dass eine fehlerhafte Frontscheiben-Heizung ein Feuer im Cockpit ausgelöst habe.

Für ein Feuer im Cockpit spricht, dass die Kommunikationssysteme auf einen Schlag ausfielen und kein Notruf abgesetzt wurde, sowie dass die Kursänderung fachmännisch vollzogen wurde. Andere Theorien gehen davon aus, dass giftige Gase im Flugzeug austraten und die Menschen an Bord bewusstlos werden liess. Wieder andere vermuten, das Flugzeug sei absichtlich oder unabsichtlich vom Militär abgeschossen worden.

Neue Suche nicht ausgeschlossen

Fundierte Belege für diese Theorien gibt es nicht. Malaysia erklärte sich indes bereit, die Suche nach dem verschollenen Flugzeug wieder aufzunehmen. Dabei soll erneut die US-Firma Ocean Infinity helfen, die angibt, mittlerweile über geeignetere Geräte zur Suche nach dem Wrack zu verfügen.

Die werden auch nötig sein: Das Gebiet im Indischen Ozean, in dem die Überreste vermutet werden, erstreckt sich über 120.000 Quadratkilometer und ist damit so gross wie Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen zusammen. Ausserdem ist das Meer hier bis über 4.000 Meter tief, der Boden extrem zerklüftet und noch nie vermessen worden. Wahrscheinlich ist also, dass das Schicksal des Fluges MH370 auch weiterhin das grösste Rätsel der Luftfahrtgeschichte bleibt.

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