Anfang August gaben die Behörden zwei gerettete Tigerbabys in die Obhut des Tiergartens Schönbrunn in Wien. Während die beiden Jungtiere anfangs gute Fortschritte in der Entwicklung machten, muss der Zoo nun eine traurige Botschaft mitteilen: Die beiden Tigerbabys sind verstorben.

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In einer Privatwohnung in Hainbuch (Niederösterreich) waren im August zwei Tigerbabys gefunden worden. Eine Frau hatte die wenige Tage alten Jungtiere in ihrer Badewanne gehalten. Nun sind die beiden Jungtiere verstorben, wie der Tiergarten Schönbrunn mitgeteilt hat. Dieser hatte die Tiere zur Pflege übernommen.

Die 34-jährige Frau hatte den Behörden gegenüber an, sie betreue in der Slowakei Tiger in einer Anlage. Sie erklärte, den Jungen sei es zuvor noch schlechter gegangen. Sie habe sie mitgenommen, um sie besser pflegen zu können.

Noch am 16. August hatte Thomas Voracek, Leiter der Tierärztlichen Ordination Tiergarten Schönbrunn, erklärt, die Tigerbabys entwickelten sich gut.

Die Tigerbabys waren erst ein paar Tage alt, als sie in die Obhut des Zoos gekommen waren.

Voracek: "Sie waren leider nicht zu retten"

Nun musste Voracek ein trauriges Update durchgeben. "Am Anfang hat uns ihre Entwicklung noch optimistisch gestimmt. Sie haben brav getrunken und an Gewicht zugenommen", sagte er.

Über den Berg seien die Tiere damit aber noch lange nicht gewesen. "Am Wochenende ging es ihnen dann akut extrem schlecht", sagte Voracek. Sie seien nicht mehr zu retten gewesen.

"Tiere in diesem Alter haben sehr wenig bis keine Reserven", erklärte der Zoo-Tierarzt im Gespräch mit der APA. Das eine Junge sei am Samstag überraschend gestorben. Der Zustand des zweiten Tigers habe sich seit der Nacht auf Sonntag trotz Behandlung immer mehr verschlechtert. "Zuvor hatte er noch getrunken. Es war völlig unerwartet".

Das Jungtier musste eingeschläfert werden. Die Ursache für die Verschlechterung seines Zustands soll eine pathologische Untersuchung klären.

Auch die Behörde zeigte sich betroffen: "Es ist sehr traurig, dass es die Tiger nicht geschafft haben", sagte der zuständige Bezirkshauptmann von Bruck an der Leitha, Peter Suchanek. Er bedankte sich beim Tiergarten Schönbrunn und dessen Team.

Halterin muss sich vor Gericht verantworten

Die Slowakin, in deren Badewanne die Tiere gefunden worden waren, muss sich indes am 14. Oktober vor dem Landesgericht Korneuburg verantworten. Ihr drohen bis zu zwei Jahre Haft, wie ein Gerichtssprecher auf Anfrage der APA mitteilte.

Die Frau könnte gegen Paragraf sieben des Artenhandelsgesetzes verstossen haben. Dieses regelt die Ein- und Ausfuhr wild lebender Arten. Tierquälerei wurde bei der Unterbringung in der Privatwohnung nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht festgestellt.

Dass der Tiergarten Schönbrunn die Tigerjungen überhaupt aufnahm, war laut Zoo-Veterinär Voracek eine Ausnahme: "Normalerweise tun wir das gar nicht, aus Sicherheitsgründen für unseren Tierbestand."

(awa/ank)

Verwendete Quellen:

  • Tiergarten Schönbrunn
  • Austria Presse Agentur
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