Einem Priester wird vorgeworfen, in den 1980er Jahren eine Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Nun hat ihn der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer beurlaubt.

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Wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen hat der katholische Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer einen Geistlichen beurlaubt.

Dem Priester werde vorgeworfen, in den 1980er Jahren eine junge Frau zwischen deren 15. und 18. Lebensjahr sexuell missbraucht zu haben, teilte das Bistum am Freitag mit.

Gegen den Priester sei Strafanzeige gestellt worden. Die betroffene Frau hatte den Fall im November ins Rollen gebracht. Das Bistum Hildesheim mit rund 592.000 Katholiken umfasst weite Teile Niedersachsens sowie Bremen-Nord und Bremerhaven.

Der Fall ist möglicherweise verjährt

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim bestätigte den Eingang der Anzeige. Ihre Behörde prüfe, ob ein strafbares Verhalten vorgelegen habe und ob dieses Verhalten strafrechtlich noch verfolgt werden könne. Es bestehe angesichts des Zeitablaufs aber die Möglichkeit, dass bereits Verjährung eingetreten sei.

Unabhängig von den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen hat das Bistum Hildesheim nach eigenen Angaben einen von der Kirche unabhängigen Berufsrichter mit der Untersuchung des Falls beauftragt.

Der Richter werde den Geistlichen zu den Vorwürfen befragen. Das Bistum werde die Öffentlichkeit über das Ergebnis unterrichten.

Die Mitarbeiter und die Gremien der Pfarrgemeinden, in denen der Priester tätig ist, seien über die Vorwürfe und die Beurlaubung des Geistlichen informiert worden, teilte das Bistum mit.

Wo der Priester tätig ist, wollte ein Sprecher des Hildesheimer Bischofs auf Anfrage nicht sagen. Um die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Frau und des beschuldigten Geistlichen zu schützen, werde das Bistum keine weiteren Einzelheiten mitteilen, sagte der Sprecher.  © dpa

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