• Wegen anhaltender Preissteigerungen wollen Verbraucherinnen und Verbraucher weiter sparen.
  • In Discountern wird deswegen zu Eigenmarken gegriffen.
  • Supermärkte nutzen das und setzen auf sogenannte Mogelpackungen.

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Egal ob für Miete, Strom, Benzin oder Lebensmittel: Die Preise steigen! Verbraucherinnen und Verbraucher wollen deswegen sparen und am besten geht das in den Supermärkten. Dort wird vermehrt zu Eigenmarken von Aldi, Lidl und Co. gegriffen. Doch gerade da ist Vorsicht geboten, denn oft handelt es sich um Mogelpackungen. Der Preis bleibt zwar gleich, aber es ist weniger drin.

Das Verkleinern der Portionen bei gleichem Preis nennt man Shrinkflation. Normalerweise ist das Phänomen der Mogelpackung bei Markenartikeln zu beobachten. Jetzt wollen auch Supermärkte und Discounter versteckt die Preise für Produkte der eigenen Marke erhöhen, wie die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) in einer Mitteilung schreibt. Demnach habe sich die Zahl der Hersteller, die diesen Trick anwenden, verdoppelt.

Die Mogelpackung des Jahres wird jedes Jahr verliehen.

Die dreistesten Mogelpackungen des vergangen Jahres

Die Online-Umfrage der Verbraucherzentrale Hamburg liefert ein klares Ergebnis: Das waren die grössten Mogelpackungen.

So tricksen Aldi, Netto, Lidl und Co.

Ein bekanntes Beispiel für die versteckten Preiserhöhungen ist das Lammsteak "Jacks Farm" von Aldi Süd und Aldi Nord. Der Hersteller hat das Produkt von noch 400 Gramm im Mai auf 300 Gramm verkleinert, den Preis aber unverändert bei 6,99 Euro gelassen.

Grüner Tee von "Westminster" wird von Aldi Nord vorübergehend von 2,59 Euro auf 1,89 Euro gesenkt. Auch der Inhalt fällt von 250 Gramm auf 150 Gramm ab. Dadurch steigt der Preis allerdings um 22 Prozent.

Netto geht noch einen Schritt weiter: Der Linsen-Bulgursalat von "Oliviano" wurde früher noch für 89 Cent bei 250 Gramm Inhalt verkauft. Seit Februar sind es nur noch 200 Gramm und der Preis steigt um 39 Prozent auf 99 Cent an.

Auch die "Naturgut Bio Holzofen-Pizza mit Mozzarella, Spinat & Feta" von Penny hat sich verändert. Während der Preis von 2,49 Euro auf 2,99 Euro stieg, sank das Gewicht von 460 auf 410 Gramm. Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen deshalb 35 Prozent mehr.

Ein kurioser Fall wurde bei der XXL-Packung "Floralys" Toilettenpapier von Lidl gemeldet. Demnach blieb zwar die Anzahl an Blättern pro Rolle mit 200 Stück gleich, allerdings schrumpfte jedes einzelne Blatt dafür. Im Endeffekt bekamen Verbraucherinnen und Verbraucher rund drei Meter weniger Papier pro Rolle.

Kundschaft darf die erhöhten Energiekosten für die Produktion tragen

Doch auch Markenartikel wie "Lay's Chips" oder "Dove Seife" erhöhen die Preise. Wer alle aktuellen versteckten Preiserhöhungen sehen möchte, findet sie in der Mogelpackungsliste der VZHH. Dort ist zu sehen, dass der Anteil der Handelsmarken von rund 14 Prozent auf 25 Prozent gestiegen ist. Die Verbraucherzentrale vermutet, dass es sich in den nächsten Monaten zu einem Trend entwickeln könnte.

Hinter der Preiserhöhung steckt ein Weg, die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten für die Produktion an die Kundschaft versteckt weiterzugeben. Da Discounter mit niedrigen Preisen die Kunden locken wollen, bietet es sich an, den Inhalt dafür zu verkleinern. Wer eine solche Mogelpackung entdeckt, kann sie gleich bei der VZHH melden und darauf aufmerksam machen. Somit können andere Kunden beim nächsten Einkauf gewarnt werden.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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