Steigende Preise, Kürzungen und wachsende Armut: Laut UNICEF trifft die wirtschaftliche Krise infolge des Nahostkonflikts vor allem Kinder. Ein neuer Bericht zeigt, wo die Folgen besonders gravierend sind.

Wenn Staaten Kosten reduzieren wollen, dann spüren das meist zuallererst die Schwächsten in der Gesellschaft: Kinder. Durch die Eskalation im Nahen Osten und die Schliessung der Strasse von Hormus hat sich die weltweite Kinderarmut nicht nur erhöht, sondern bereits bestehende Armut weiter vertieft, zeigt ein neuer Bericht von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Und das nicht nur in den Ländern des Nahen Ostens.

Am stärksten betroffen sind dabei Asien und die Pazifikregion. Hier sind zwischen 8,1 und 9,9 Millionen zusätzliche Kinder von Armut betroffen. Auch in Afrika wiegt die Krise schwer: Hier sind es 6,5 bis 8,8 Millionen Kinder.

In Nigeria verwenden viele Familien, die bereits ein geringes Einkommen haben, bis zu 70 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel und Transport. Wenn es hier nur eine geringe Kostensteigerung gibt, kann das für diese Familien katastrophale Auswirkungen haben. Weltweit, so schätzt der Bericht, können 23,4 Millionen Kinder bis Jahresende in monetäre Armut geraten.

Welche Auswirkungen hat die Krise im Nahen Osten?

Durch die steigenden Lebensmittelpreise und immer höher werdenden Energiekosten können viele Familien sich nicht mehr ausreichend versorgen. So sind in Somalia die Treibstoffpreise innerhalb weniger Tage auf das Doppelte angestiegen. Lebensmittel, Wasser, humanitäre Hilfe – alles wird teurer und schwieriger zu liefern. Gleichzeitig gibt es in dem Land eine Ernährungskrise, sodass viele Menschen ohnehin schon in einer prekären Lage sind.

Zusätzlich sind Länder, die bereits die Auswirkungen der Klimakrise zu spüren bekommen, doppelt von der derzeit anhaltenden Krise betroffen. Vor allem die Lebensmittelproduktion leidet unter extremen Wetterbedingungen, wie Dürre oder Wirbelstürmen.

Reaktion der Staaten ist laut UNICEF nicht ausreichend

Der Bericht befindet, dass 109 Länder zwar Krisen- und Sparmassnahmen einführten, diese jedoch an den falschen Stellen ansetzten. Denn statt auf Sozialleistungen für arme Familien und Kinder würden einige Länder eher auf Subventionen und Steuererleichterungen setzen. So hat beispielsweise Indonesien bei den kostenlosen Schulmahlzeiten Kürzungen vorgenommen. UNICEF ruft in einer Pressemitteilung dazu auf, die sozialen Sicherungssysteme weiter zu stärken, denn nur so könnten Kinder und Familien langfristig unterstützt werden.

Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen sind besonders von globalen wirtschaftlichen Schocks betroffen, da sie mit weniger Ressourcen zurechtkommen müssen. 45 von ihnen zahlen mehr für die Zinsen auf ihre Staatsschulden, als sie für Gesundheit und Bildung ausgeben.

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UNICEF warnt vor den Folgen der Krise

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"Kinder zahlen den Preis für den eskalierenden Konflikt im Nahen Osten – auch weit über die Region hinaus", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell laut einer Pressemitteilung. "Je länger dies andauert, desto gravierender sind die Folgen. Die stark steigenden Lebenshaltungskosten machen Nahrungsmittel und Bildung für viele Familien unerschwinglich. Für Kinder, die bereits in Armut leben, verschärft das die Not weiter – mit Auswirkungen, die ein Leben lang anhalten können."

Verwendete Quellen