Unfälle im fremdsprachigen Ausland zählen zu den unangenehmsten Vorfällen, die Urlaubern passieren können. Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl solcher Unfälle deutlich gestiegen. Mit der richtigen Form der Unfallmeldung können die Versicherungen solche Schäden erstatten.

Genau 35.266 Unfälle deutscher Autofahrer im europäischen Ausland verzeichnete der Zentralruf der Autoversicherer im Jahr 2017. Das sind fast 100 am Tag – und 8,9 Prozent mehr als 2016. Am häufigsten kracht es im beliebten Urlaubsland Italien: Dort gab es 5.927 gemeldete Unfälle mit Beteiligung deutscher Verkehrsteilnehmer. Das entspricht einer Zunahme um 7,4 Prozent.

Viel besuchte Nachbarländer verzeichnen auch viele Unfälle

Auf den nächsten Plätzen in der Unfallhäufigkeit rangierten im letzten Jahr Frankreich mit 5.371 Fällen (plus 6,4 %), die Niederlanden mit 4.463 (plus 6,7 %), Österreich mit 3.745 (plus 6,0 %) und Polen mit 2.804 Meldungen (plus 8,9 %).

"Besonders in den direkten Nachbarländern kommt es häufig zu einem Crash. So machen die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, die Schweiz, Tschechien, Polen und Dänemark mit 21.695 Unfällen mehr als 60 % der europäischen Gesamtfälle aus", erklärt Dr. Jens Bartenwerfer, Geschäftsführer der GDV Dienstleistungs-GmbH, die den in Hamburg ansässigen Zentralruf der Autoversicherer betreut.

Sommermonate mit höchster Unfallhäufigkeit

Ein dramatischer Anstieg der Unfallzahlen ist in Kroatien zu verzeichnen mit einem Plus von 34,3 Prozent auf 1.434 Fälle. Die Tschechische Republik lag ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt: 1.278 Unfallmeldungen bedeuten eine Zunahme um 28,1 %. In den häufig besuchten Ländern gab es nur in Grossbritannien einen Rückgang der Unfallhäufigkeit – um ganze 0,5 % auf 918 Unfälle im Jahr 2017.

Meist kracht es in den Sommerreisemonaten Juni bis September. Der August ist mit 5.569 Schadensmeldungen der mit Abstand unfallträchtigste Monat. Gefolgt vom September mit immer noch 4.436 Unfällen. "In den Sommerreisemonaten Juni bis September, die alleine 48,9 % aller Unfälle ausmachen, ist eine gründliche Vorbereitung für den Fall der Fälle dringend notwendig", rät Bartenwerfer.

Berichtsformular hilft bei der Unfallerfassung

Eine einfache Massnahme ist es, vorsorglich ein Meldeformular auf das Smartphone zu laden. Mit dem Suchbegriff "Europäischer Unfallbericht" ist dies leicht zu finden. Dieses Formular ist auch als Durchschreibesatz und mit einer Anleitung in elf Fremdsprachen bei den Versicherungen bestellbar.

So können verunfallte Autofahrer sich bei Bedarf mit dem Unfallgegner über die Angaben verständigen und ihnen eine Kopie des Formulars mitgeben.  © 1&1 Mail & Media / CF