Pit Gottschalk

Sportjournalist, Kolumnist

Pit Gottschalk ist eines der bekanntesten und profiliertesten Gesichter im deutschen Sportjournalismus. Der 51-Jährige arbeitete bis Jahresende 2018 als Chefredakteur Sport bei der Funke Mediengruppe in Essen. Zuvor hatte Gottschalk unter anderem an der Erfolgsgeschichte der "Sport Bild", Europas grösster Sportzeitschrift, mitgeschrieben. Deren Chefredakteur war der mehrfach ausgezeichnete Journalist zwischen 2003 und 2008.

Insgesamt verbrachte Gottschalk, der bis 1992 bei Mitteldeutsche Zeitung/Mitteldeutscher Express volontiert hatte, insgesamt 21 Jahre im Hause Axel Springer, unter anderem bei "Welt/WamS" und "Sport Bild". Im Frühjahr 2019 legte Gottschalk in seinem Buch "Kabinengeflüster" bisher unerzählte Geschichten aus seinen Jahren im Journalismus vor.

Artikel von Pit Gottschalk

Heute Abend, so gegen halb neun, wird Christian Streich endgültig wissen, aus welchem Holz seine Spieler geschnitzt sind. 

Trainer Lucien Favre sollte sich nicht mit den üblichen Ausreden aus der Verantwortung stehlen.

Seit gestern ist es offiziell: Die neue Klub-WM wird 2021 in China ausgetragen. Nicht nur der neu strukturierte Wettbewerb mit nunmehr 24 Mannschaften ist umstritten, auch der Austragungsort sorgt für heftige Kritik - Fifa-Boss Gianni Infantino will davon allerdings nichts wissen.

Das 0:2 bei Inter Mailand zeigt, dass Borussia Dortmund keinen Ersatz für Mittelstürmer Paco Alcacer besitzt. Es wurde versäumt, Mario Mandzukic zu holen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Spieler bei Borussia Dortmund über die Stränge schlagen. Früher Pierre-Emerick Aubameyang und Ousmane Dembele, jetzt eben Jadon Sancho. Er kam zu spät zum Training und zahlt dafür eine horrende Geldstrafe. Angeblich einhundert Riesen.

Andreas Brehme (58) spielte von 1988 bis 1992 bei Inter Mailand, wurde dort sogar Italiens Fussballer des Jahres. Am Mittwochabend spielt sein alter Klub gegen Borussia Dortmund in der Champions League.

Der Kreuzbandriss von Niklas Süle ist nicht nur eine Hiobsbotschaft für den FC Bayern, sondern auch für die Nationalmannschaft.

Natürlich stimmt vieles von dem, was Mesut Özil in seiner Abrechnung mit dem deutschen Fussball zum Besten gibt. Die DFB-Führung um den damaligen Präsidenten Reinhard Grindel und die Mitspieler in der Nationalmannschaft hätten ihn eindrucksvoller unterstützen können, als der Weltmeister von 2014 wegen seines gemeinsamen Fotos mit dem türkischen Präsidenten Erdogan im WM-Sommer 2018 angefeindet wurde.

Auf dem DFB-Bundestag Ende September hat der Nationalelf-Direktor Oliver Bierhoff eine wegweisende Rede zur Zukunft des deutschen Fussballs gehalten. Sein Vortrag, durchsetzt mit frischen, weil aufrüttelnden Ideen, ging bei den Feierlichkeiten um den neuen DFB-Präsidenten Fritz Keller komplett unter. Nun wagte Bierhoff einen weiteren Versuch im Kicker.

Nationalspieler Ilkay Gündogan erlebte im Internet Beschimpfungen, als er übers Wochenende einem Instagram-Foto seines früheren Mitspielers Cenk Tosun ein Like gab.

Welche Legende gehört in die Ruhmeshalle des deutschen Fussballs? Schon bei der Gründungself voriges Jahr schlugen die Emotionen hoch: Wolfgang Overath nicht in der Hall of Fame im Deutschen Fussballmuseum in Dortmund - wie kann das sein? Nun wählte die Sportjournalisten-Jury fünf neue Ikonen. Mindestens zwei Namen sind sehr überraschend.

Zu lange haben sich die Deutschen mit dem Gedanken gequält, ob Thomas Müller und Mats Hummels eine Nachspielzeit in der Nationalmannschaft vergönnt sein sollte. Seit Mittwoch weiss man: Man sollte keine Sekunde mehr darauf verschwenden. Es lohnt sich nicht.

Mit Bastian Schweinsteiger beendet eine Legende ihre Karriere, der vermutlich letzte Volksheld des deutschen Fussballs. Wie "Schweini" wurde, was er ist? Nicht nur durch sportliche Erfolge, sondern vor allem durch seine geradlinige Art und seine Boxer-Mentalität. 

Das grosse Glück von Borussia Dortmund besteht darin, dass der Rückstand auf Bayern München lediglich zwei Punkte beträgt. Der Verlust von sechs Punkten aus drei Bundesliga-Spielen, die jeweils 2:2 endeten, ist noch immer reparabel. Zur Tabellenführung fehlen vier Zähler. Nur eines ist klar: Der BVB muss dringend etwas ändern. So kann es nicht weitergehen.

Vermutlich wird Rouwen Hennings für die folgenden Sätze eine saftige Strafe beim DFB kassieren. Der Stürmer von Fortuna Düsseldorf sagte gestern Abend, als ihn nach dem 1:3 bei Hertha BSC der Frust überwältigte, bei DAZN: "Die mogeln sich das zurecht. Das geht mir völlig auf den Keks. Da wird mir schlecht." Ja, richtig geraten: Es geht um ein Handspiel.

Ja, auch für ein 7:2 bei Tottenham Hotspur, für diesen spektakulären Sieg gestern Abend in London, gibt es am Ende nur drei Punkte in der Champions League. Doch aus der Tabellenführung mit jetzt sechs Punkten und 10:2 Toren in der Vorrundengruppe B kann Bayern München die Gewissheit ziehen, dass der Kader international wettbewerbsfähig ist. 

Leere Zuschauerränge, Hitzewallung bei jedem Schritt, sterile Atmosphäre wie in jedem verdammten Versuchslabor: Die Live-Bilder von den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha verschaffen deutschen Fernsehzuschauern endlich eine Vorstellung davon, wie die Fussball-WM 2022 in Katar laufen könnte.

Schalke statt BVB auf Bayern-Jagd: Wenn es jemals eines Beweises bedurft hätte, dass Trainer einen massgeblichen Einfluss auf die Spielweise ihrer Mannschaft haben, dann hat ihn David Wagner jetzt erbracht.

Im Herbst haben wir uns wochenlang darüber aufgeregt, dass Deutschland nicht den Klassenerhalt in der Nations League schafft. Seit gestern wissen wir: War alles nur ein Spass.

Jürgen Klopp ist Deutschlands Bester. Gar keine Frage, er hat diese Auszeichnung verdient. Welttrainer des Jahres: Damit ist der ehemalige Trainer von Mainz 05 und Borussia Dortmund auf einer Stufe mit Jupp Heynckes und Joachim Löw. Wann wird ihm endlich der Job des Bundestrainers angeboten?

Das erste Montagsspiel der neuen Saison bestreiten der VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim. Zwei Mannschaften, die in der Vergangenheit null TV-Einschaltquote erzielt haben. Von möglichen Protesten oder Verzögerungen wird man also erst am Dienstag in der Zeitung erfahren.

Uli Hoeness scheint ein merkwürdiges Verständnis von der Pressearbeit in Deutschland zu haben. Missmutig stellte er am Mittwochabend fest, dass der Torwart Marc-André ter Stegen zwar Unterstützung durch die westdeutsche Presse (sic!) erfahre, sein Manuel Neuer aber nicht von der süddeutschen Presse (sic!). Sein nächster Satz hätte sein können: Das ist ungerecht und gemein.

Man wartet nur darauf, dass Manuel Neuer, der Kapitän des FC Bayern, heute Abend die Angriffe seines Torwartkollegen Marc-André ter Stegen kontert und nach dem Belgrad-Spiel in der Champions League ausfällig wird. Er hat alle Argumente auf seiner Seite.

Beim ersten Hamburg-Derby der Zweitligisten St. Pauli gegen den HSV am Millerntor im Frühjahr sah sich Schiedsrichter Brych fast zum Abbruch der Partie gezwungen. Droht St. Pauli heute wieder ein Flammenmeer?

Der eine Hoeness-Satz wirkte zunächst nicht besonders lang und wuchtig, als er am Donnerstag in einer Vorabmeldung über die Nachrichtenagenturen jagte. Erst auf den zweiten Blick entfaltete die Forderung von Uli Hoeness eine Kraft, die man entweder als Energie-Verschwendung oder eben als hochexplosiv bezeichnen könnte.