• Fruchtsäfte aus Aronia, Cranberry und Granatapfel wirken sich positiv auf den Stoffwechsel aus.
  • Sie regulieren die Kalorien- und Fettaufnahme, wie eine neue Studie der Technischen Universitäten Kaiserslautern und Braunschweig zeigt.

Mehr zum Thema Gesundheit

Mindestens zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse – insgesamt etwa 650 Gramm - sollten Erwachsene täglich zu sich nehmen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE). Eine Menge, die viele nicht Tag für Tag essen. Doch das muss auch gar nicht sein. Eine Studie der Technischen Universitäten Kaiserslautern und Braunschweig zeigt nämlich, dass auch Fruchtsäfte einen Teil dieses empfohlenen Bedarfs abdecken können. Und noch dazu regulieren bestimmte rote Säfte die Kalorien- und Fettaufnahme.

Lesen Sie auch: Fruchtsaft, Fruchtnektar, Fruchtsaftgetränk - was sind die Unterschiede?

Nach In-vitro-Studie folgte Studie mit Probanden

Für die Studie, die von 2018 bis 2022 durchgeführt wurde, verglichen die Wissenschaftler 20 verschiedene Fruchtsäfte und Konzentrate aus neun Obstsorten zunächst in einem Zellkulturmodell (In-Vitro-Modell). Dabei untersuchten sie die Wirkung der sekundären Pflanzeninhaltsstoffe auf den Lipidstoffwechsel.

Die potenteste Wirkung im In-Vitro-Modell sei dabei bei Extrakten aus Aronia-, Cranberry- und Granatapfelsaftkonzentrat festgestellt worden, erklärt Peter Winterhalter von der Technischen Universität Braunschweig laut einer Mitteilung der Technischen Universität Kaiserslautern. "Nun konnten wir diese Erkenntnisse mit einer Humanstudie verifizieren."

An dieser darauffolgenden Studie nahmen 35 männliche Probanden teil. Eine Kontrollgruppe erhielt über acht Wochen ein Placebo-Getränk, die Testgruppe trank Säfte aus Aronia, Cranberry und Granatapfel. Jeden Tag nahmen die Testpersonen 750 Milliliter zu sich. In der Woche vor dem Vergleich, der sogenannten Wash-out-Phase, verzichteten alle Teilnehmer auf Säfte jeglicher Art sowie auf Früchte.

Säfte mit Aronia, Cranberry und Granatapfel reduzieren die Kalorien- und Fettaufnahme

"Die Humanstudie hat unsere Hypothese aus der In-Vitro-Studie bestätigt", wird Elke Richling von der Technischen Universität Kaiserslautern in der Mitteilung zitiert. "Die am In-Vitro-Modell und am Menschen erzielten Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass insbesondere die Rotfrüchte Aronia, Cranberry und Granatapfel regulierend in den Fettstoffwechsel des Menschen eingreifen und diesen positiv beeinflussen können."

Den Probanden wurde im Anschluss an die insgesamt neunwöchige Testphase Blut entnommen. Dabei stellte das Forschungsteam bei der Testgruppe eine Reduzierung der Kalorien- und Fettaufnahme fest. Ausserdem verloren die Testpersonen, die Säfte aus Aronia, Cranberry und Granatapfel getrunken hatten, auch Körperfett.

Anders sah es bei der Gruppe aus, die ein Placebo-Getränk erhielt: Die Männer nahmen an Körpergewicht zu und auch die Leptin-Konzentration stieg an. Leptin ist ein Stoffwechselhormon, das von Fettzellen gebildet wird. In der Studie heisst es aber auch: "Allerdings wurden in der Kontrollgruppe bei den meisten erfassten Biomarkern ähnliche Wirkungen beobachtet, wobei in der Testgruppe die Effekte stärker ausgeprägt waren."

Verwendete Quellen:

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: "Obst und Gemüse. Die Menge macht’s" (Fachinformation)
  • Pressemitteilung der Technischen Universität Kaiserslautern: "Studie der Technischen Universitäten Kaiserslautern und Braunschweig belegt: Rotfruchtsäfte regulieren Fettstoffwechsel" (11. November 2022)
  • Forschungskreis der Ernährungsindustrie e. V. (FEI), Studie: "Einfluss von Fruchtsaftinhaltsstoffen auf Biomarker des Lipidstoffwechsels"
Heidelbeeren: So halten die leckeren Früchte am längsten

Heidelbeeren: So halten die leckeren Früchte am längsten

Heidelbeeren sind lecker, kalorienarm und gesund. Hierzulande kann die Frucht von Ende Juni bis September gepflückt werden. Um länger etwas von den frischen Beeren zu haben, sollten Sie sie richtig lagern.
JTI zertifiziert JTI zertifiziert

"So arbeitet die Redaktion" informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.