• Der Magenkeim Helicobacter Pylori ist die Ursache vieler Magen- und Darmbeschwerden.
  • Ärzte und Ärztinnen empfehlen zur Behandlung des Keims oft eine Antibiotikatherapie.
  • Mit diesen vier Mitteln können Sie den Keim auf natürliche Weise behandeln.

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Eine der häufigsten Ursachen dauerhafter Entzündungen der Magenschleimhaut oder Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre ist der Magenkeim Helicobacter Pylori. Wissenschaftlich belegt ist zudem der Zusammenhang zwischen der Besiedlung mit dem Keim und Magenkrebs.

Experten zufolge ist die Hälfte aller Menschen mit dem Bakterium infiziert. Bei vielen bleibt es jedoch unentdeckt und/oder verursacht keinerlei Beschwerden. Die Symptome, die der Keim auslösen kann, sind vielfältig, müssen aber nicht zwingend alle auftreten.

Zu diesen gehören:

Der Keim wurde in den 1980er-Jahren von australischen Wissenschaftlern entdeckt. Allerdings wurde er auch schon im Magen der 5.300 Jahre alten Gletschermumie Ötzi nachgewiesen. Sein Nachweis kann über einen Atem- oder Stuhltest oder auch eine Magenspiegelung erfolgen.

Häufig geht mit der bakteriellen Besiedelung auch ein Mineralstoffmangel einher. Das kann beispielsweise ein Eisenmangel sein, da die Aufnahme von Mineralien und Vitaminen durch den Keim gehemmt wird. Wer häufig an Sodbrennen oder Reflux leidet, könnte ebenfalls betroffen sein.

Schulmedizinischer Ansatz

In der Schulmedizin lautet die grundsätzliche Empfehlung der Ärzte: Eradikation des Keims durch eine Antibiotikatherapie, auch wenn keine Beschwerden auftreten. In einigen Fällen schlägt die Therapie jedoch nicht an, da sich Resistenzen gebildet haben.

Wer darauf verzichten will, hat aber natürliche Alternativen. Diese vier Mittel helfen Studien zufolge, die Anzahl der Bakterien zu senken:

Probiotika

Lactobacillus Plantarum B7, Lactobacillus Gasseri und Lactobacillus Reuteri Polypass DSM 17648 aus der Gruppe der probiotischen Lactobacillen helfen dabei, den Helicobacter Pylori zu minimieren. Vor allem der Lactobacillus Reuteri Polypass DSM 17648 weist von allen Probiotika die stärksten Bindungseigenschaften auf. Er verhindert, dass das Bakterium sich in die Schleimhaut hineinbohren kann. Diese Milchsäurebakterien findet man vermehrt in Joghurt oder fermentierten Nahrungsmitteln wie Sauerkraut, Kimchi oder Kombucha-Tee.

Sulforaphan

Sulforaphan ist ein Inhaltsstoff der Kreuzblütler. Vor allem in Brokkoli und hochdosiert in Brokkolisprossen ist er zu finden. Sofern vermehrt Kreuzblütler der Ernährung zugeführt werden, kann eine ausreichende Menge Sulforaphan aufgenommen werden, um von seinen nutzbringenden Eigenschaften profitieren zu können. Zu den sulforaphanhaltigen Lebensmitteln gehören:

  • Brokkoli
  • Blumenkohl
  • Weisskohl
  • Grünkohl
  • Rosenkohl
  • Sauerkraut
  • Kresse
  • Kapuzinerkresse
  • Rucola
  • Rettich
  • Radieschen
  • Meerrettich
  • Kohlrübe
  • Raps
  • Senf
  • Kapern

Mastix

Mastix ist eine Art Kaugummi aus dem Harz der Mastixsträucher, die auf der Insel Chios in Griechenland wachsen. Dieses Harz ist seit der Bronzezeit bekannt und wurde schon in der Antike bei Magenbeschwerden eingesetzt. Seine Wirksamkeit im Kampf gegen den Helicobacter Pylori ist wissenschaftlich belegt.

Knoblauch

Auch der antibakteriell wirkende Knoblauch kann gegen den Helicobacter Pylori eingesetzt werden. Versuche bestätigten die Wirksamkeit auch bei antibiotika-resistenten Helicobacter-Pylori-Stämmen. Das Allroundtalent Knoblauch zeigt seine Wirksamkeit auch gegen weitere Viren und Bakterien, die intestinale Beschwerden auslösen.

Die gute Nachricht zum Schluss: Forscher des Deutschen Zentrums für Infektionsschutz sind dabei, eine Impfung gegen den Helicobacter Pylori zu entwickeln, die auch prophylaktisch eingesetzt werden können soll. Noch befindet sich der Impfstoff in der frühen präklinischen Entwicklungsphase. Gleichzeitig hat ein Forscherteam in San Diego eine Nanopartikeltherapie entwickelt, die Linolensäure enthält. An Mäusen konnte die Wirksamkeit der Nanopartikel schon bewiesen werden. Ein drittes Team forscht an einer Lichttherapie: Durch das Schlucken einer Lichtkapsel, die das Tageslicht imitiert, sollen die Bakterien abgetötet werden.

Verwendete Quellen:

  • phytotherapie-seminare.ch: Brokkolisprossen hemmen Helicobacter-Pylori-Bakterien im Magen
  • pubmed.ncbi.nlm.nih.gov: The effect of mastic gum on Helicobacter pylori: a randomized pilot study
  • cancerpreventionresearch.aacrjournals.org: Dietary Sulphoraphane-Rich Broccoli Sprouts Reduce Colonization and Attenuate Gastritis in Helicobacter pylori-Infected Mice and Humans
  • ichgcp.net: Eradikation von Helicobacter pylori mit einem Lactobacillus-Reuteri-Stamm plus Protonenpumpenhemmer
  • ncbi.nlm.nih.gov: Effects of Lactobacillus gasseri OLL2716 on Helicobacter pylori-Associated Dyspepsia: A Multicenter Randomized Double-Blind Controlled Trial
  • ncbi.nlm.nih.gov: Lactobacillus plantarum B7 inhibits Helicobacter pylori growth and attenuates gastric inflammation
  • karger.com: The Anti-Helicobacter pylori Effects of Lactobacillus acidophilus, L. plantarum, and L. rhamnosus in Stomach Tissue of C57BL/6 Mice
  • aerztezeitung.de: Blaulicht-Therapie tötet Helicobacter pylori im Magen
  • bundesaerztekammer.de: MAGENBESCHWERDEN – WAS HABEN SIE MIT
    BAKTERIEN ZU TUN?
  • mpg.de: Gastritis-Erreger in Ötzi gefunden
  • klinikum.uni-heidelberg.de: Zu dem Brokkoli-Inhaltsstoff Sulforaphan und weitere wertvolle Tipps für eine gesunde Ernährung
  • naturpharmazie.de: H. pylori reagiert sensitiv auf Knoblauch
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