Ob Grippe, Erkältung oder Magen-Darm-Infekt: Bis zu 80 Prozent aller Infektionskrankheiten werden über die Hände übertragen. Wer sich vor Bakterien und Viren schützen will, sollte sich deshalb regelmässig die Hände waschen. Besonders wichtig ist das Abtrocknen.

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In öffentlichen Toiletten kommt man mit zahlreichen Infektionserregern in Kontakt. Aber auch in geschlossenen, beheizten Büroräumen verbreiten sich Krankheitserreger ungehindert: beim Händeschütteln, auf Türklinken, an Kugelschreibern oder in Gemeinschaftskühlschränken beispielsweise.

Übrigens: Die weitaus grösste Bakteriendichte herrscht auf Computertastaturen.

Wer sich mit öffentlichen Verkehrsmittel fortbewegt hat laut Forschern zudem ein sechsmal höheres Infektionsrisiko als Menschen, die mit dem Fahrrad, Auto oder zu Fuss unterwegs sind.

Pflichtübung Händewaschen

Die einfachste Pflichtübung und das zugleich meist unterschätzte Mittel, um den Krankenstand zu reduzieren und die Gesundheit von Kollegen zu schützen ist: Regelmässiges und gründliches Händewaschen, denn es senkt die Anzahl der Keime an den Händen auf bis zu ein Tausendstel.

An Händen und Fingern selbst sind die Erreger noch kein direktes Gesundheitsrisiko. Die meisten Menschen jedoch berühren häufig Mund, Nase und Augen - bis zu fünf Mal stündlich greift die Hand ins Gesicht. So gelangen die Erreger über die Schleimhäute ungehindert in den Körper.

Durch eine gewissenhafte Handhygiene verringert sich das Risiko, dass Keime in den Körper gelangen oder an Familienmitglieder, Freunde oder Kollegen weitergereicht werden. Das ist insbesondere in Zeiten von Krankheitswellen wichtig.

Dass Händewaschen tatsächlich die Häufigkeit von Infektionskrankheiten senkt, wurde in vielen Studien untersucht und bestätigt. Durch das gründliche Waschen der Hände mit Wasser und Seife(!) - Wasser allein reicht nicht - wird beispielsweise die Gefahr des Auftretens von Durchfallerkrankungen fast halbiert.

Richtige Handhygiene - so geht's

Für sorgfältiges Händewaschen sollte man sich mindestens 20-30 Sekunden Zeit nehmen und nicht nur die Handinnenflächen, sondern auch die Fingerspitzen, Handrücken und Zwischenräume der Finger einseifen.

"Die Hände sollten mindestens vor dem Essen, nach dem Heimkehren und dem Toilettenbesuch gereinigt werden", empfiehlt Dr. Schramm, die Gesundheitsexpertin des TÜV Rheinlands.

Ringe am besten vor dem Waschen abnehmen, ansonsten hält sich die Feuchtigkeit darunter - ein Herd für Keime. Die Wassertemperatur ist nicht entscheidend für die Sauberkeit.

Danach gründlich abspülen und vor allem abtrocknen.

Hände Abtrocknen, die Kür der Handhygiene

Denn der wahrscheinlich wichtigste Part beim Händewaschen ist das Abtrocknen: Ein gründliches Waschen der Hände bringt nichts, wenn man die Hände danach nicht richtig abtrocknet. Mit feuchten Händen werden Bakterien bis zu 500-mal schneller übertragen als mit trockenen.

Daher sollten die Hände nach dem Waschen zügig trocken werden. Flüchtiges Ausschütteln trocknet die Hände nicht. Es besteht sogar das Risiko, dass dadurch Bakterien durch die Luft geschleudert werden.

Wie bekommt man die Hände nach dem Waschen hygienisch trocken?

Diese Frage spielt aus zwei Gründen eine wichtige Rolle: Da sich Mikroorganismen auf feuchten Händen besser vermehren und übertragen als auf trockenen, reicht schon der Griff an die Klinke der Toilettentüre, um Krankheitserreger nach draussen mitzunehmen.

Zum anderen kann es durchaus auch passieren, dass beim Händetrocknen die Zahl der Keime auf den Händen steigt, beispielsweise durch die Mehrfachbenutzung herkömmliche Baumwollhandtücher.

Der Grund dafür ist, dass Stoffhandtücher nach der Benutzung meist nicht richtig trocknen. Das feuchte Klima ist eine ideale Brutstätte für Keime. Die Mikroorganismen werden beim nächsten Gebrauch des Handtuchs dann leicht weiter übertragen.

In auf Hygiene bedachten Gemeinschaftswaschräumen finden sich deshalb heutzutage hoffentlich keine gemeinsam benutzten Stoffhandtücher mehr.

Zuhause hingegen gilt: Ein Handtuch pro Person, die Handtücher alle zwei Tage auswechseln und bei mindestens 60 Grad waschen, auch ein Desinfektionsspüler kann nicht schaden.

Papier oder Heissluft zum Händetrocken?

Wer eine öffentliche Toilette besucht, steht häufig vor der Wahl: Papiertücher, Stofftuch oder Lufttrockner. Beim Vergleich der verschiedenen Methoden, sprechen die meisten Untersuchungsergebnisse für Einmalhandtücher als hygienischste Alternative um die Hände effektiv zu trocknen.

Sie reduzieren die Keimzahl beispielsweise im Vergleich zu Textilrollen oder Handtüchern am stärksten. Darüber hinaus wird auf diese Weise der Waschraum am wenigsten mit Keimen belastet, wofür elektrische Händetrockner unter Verdacht stehen.

Bei jenen lassen sich zwei verschiedene Funktionsweisen unterscheiden: veraltete Heisslufttrockner, die die Luft erwärmen und damit das Verdunsten des Wassers auf den Händen beschleunigen. Und Jet-Air-Trockner, die die Luft mit Raumtemperatur in hoher Geschwindigkeit zirkulieren lassen und so Wassertröpfchen von den Händen blasen.

Dass Lufttrockner weniger hygienisch sind und die Zahl der Keime auf den Händen und in der Umgebungsluft eher ansteigen lassen, wird in mehreren Studien - unter anderem von TÜV Rheinland - nachgewiesen. Der Hersteller Dyson versuchte das mit Gegenstudien von der Hand zu weisen und argumentiert mit eingebauten Filtern.

Der Kampf um die Vorherrschaft beim hygienischsten Händetrocknen in öffentlichen Waschräumen ist offenbar noch nicht ausgefochten. Fakt ist jedoch, dass zumindest Jet-Air-Trockner die immerhin umweltfreundlichste Möglichkeit des Handtrocknens sind. Demnach erzeugen Papierhandtücher und Warmlufthändetrockner mindestens 70 Prozent mehr Kohlendioxidemissionen als die Drucklufthandtrockner.

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