Wo ist Inga? Vor knapp zwei Wochen verschwand die Fünfjährige in einem Waldgebiet bei Stendal. Seitdem läuft die Suche nach dem Mädchen. Unterstützung erhielten die Ermittler nun durch die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY … ungelöst". Hier erfahren Sie die wichtigsten Fakten, den Stand der Ermittlungen und wie Sie selbst helfen können.

Was ist passiert?

Der Leiter der Ermittlungsgruppe, Holger Herrmann, erklärt im Studio, was passiert ist. Demnach wird Inga Gehrike seit Samstag, den 2. Mai 2015 abends vermisst. Das fünfjährige Mädchen war am Tag ihres Verschwindens mit ihrer Familie bei einer Feier der Diakonie im Stendaler Ortsteil Wilhelmsdorf. Das Gelände liegt westlich von Stendal in einem grossen Waldgebiet in der Nähe der Bundesstrasse 188. Die Kinder hielten sich zwischen einem Grill- und einem Spielplatz auf und seien dann in den Wald gegangen, um Holz zu suchen. Zwischen 18.30 Uhr und 19.30 Uhr fiel auf, dass Inga nicht mehr da war. Die Familie habe sofort mit der Suche begonnen und dann die Polizei gerufen.

Was hat die Polizei getan?

Laut Holger Herrmann hat die Polizei sofort eine gross angelegte Suche gestartet. Die Helfer von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Freiwilligen haben seitdem ein 3500 Quadratmeter grosses Gebiet durchsucht. Insgesamt waren rund 1000 Menschen an der Suche beteiligt. Die Helfer haben mit Hunden und Hubschraubern gesucht, hunderte Personen befragt und Teiche bei ihrer Suche leer gepumpt. Auch die Bewohner der Häuser, die sich auf dem Diakonie-Gelände befinden, wurden befragt. Eine Justizvollzugsanstalt in der Nähe wurde ebenfalls in die Ermittlungen einbezogen. Die Suche blieb bis jetzt jedoch erfolglos.

Wie sieht Inga aus?

Inga ist etwa 120 cm gross und schlank. Sie hat blaue Augen, helle Augenbrauen und lange Wimpern. Dem Mädchen fehlen beide oberen mittleren Schneidezähne, wodurch sie eine grosse Zahnlücke hat. Inga hat blonde bis mittelblonde Haare.

Was hatte Inga an?

Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens trug Inga:

  • leuchtend neongelbe Haargummis; die Haare waren zu zwei Zöpfen geflochten
  • Haarspangen in Form von Kronen und rosafarbene Haarspangen mit Blütenmuster
  • ein mintfarbenes Langarmshirt mit aufgedruckten Schmetterlingen und Rüschen im Schulterbereich
  • eine blaue Jeanshose
  • Strumpfhose, Unterhose, Unterhemd
  • lilafarbene Halbschuhe aus Wildleder der Marke Elefanten mit zwei Klettverschlüssen


Wie ist der Stand der Ermittlungen?

Die Polizei ermittelt weiterhin in alle Richtungen. Demnach schliesst sie laut Chefermittler Herrmann auch ein Verbrechen nicht aus.

Gibt es neue Hinweise?

Im Internet kursieren Berichte, Inga habe sich mit den anderen Kindern gestritten und sei weggelaufen. Ein Zeuge habe dann beobachtet, wie sie in ein Auto eingestiegen sei. Fahndungsleiter Herrmann kennt diese Gerüchte jedoch nicht und kann sie weder dementieren noch bestätigen.

Was können Sie tun?

Die Polizei ist für jeden Hinweis dankbar. Wer hat Inga gesehen? Wurde ein kleines Mädchen in ein Auto gezerrt? Haben Sie Kleidungsstücke von Inga entdeckt? Auch wenn Sie glauben, Ihre Beobachtungen seien belanglos, sollten Sie die Polizei informieren, wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches aufgefallen ist.

Wohin wende ich mich mit Hinweisen?

Wenn Sie Hinweise haben, die der Polizei bei der Suche nach Inga helfen könnten, melden sie diese an ihre Polizeidienststelle vor Ort, an die Kripo Stendal unter 03931/ 685-291 oder über die Notrufnummer 110.

Die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord hat ausserdem zusammen mit der Initiative vermisste Kinder eine Internetseite zum Fall Inga eingerichtet: www.woistinga.de. Dort finden Sie alle Informationen zu dem Fall und Bilder von Inga.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Polizei wird in den kommenden Tagen tausende Fahndungsplakate drucken und in ganz Deutschland verteilen. Ausserdem sollen Vermisstenanzeigen auf digitalen Bildschirmen an verschiedenen Bahnhöfen in grösseren Städten geschaltet werden.

Gibt es bereits neue Erkenntnisse durch die "XY"-Sendung?

Bis zum Ende der Sendung gab es etwa 50 Anrufe, einige der Anrufer brachten aber nur ihr Bedauern zum Ausdruck. Andere Hinweisgeber erläuterten den Beamten Möglichkeiten, wie Inga verschwunden sein könnte. Ein Anrufer verwies auf einen Fall von sexueller Belästigung eines jungen Mädchens, der 20 Jahre zurückliegt und sich in der Nähe ereignet haben soll.