• Die einheimischen Energie-Ressourcen sind ab dem 12. April erschöpft.
  • Danach ist die Schweiz auf Importe angewiesen.
  • Dem möchte die Schweizerische Energie-Stiftung entgegenwirken.

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Der 12. April markiert den Energie-Unabhängigkeitstag der Schweiz 2022. Das hat die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) in einer Medienmitteilung bekannt gegeben. Bis zu diesem Zeitpunkt reichen einheimische Ressourcen aus, um den Energiebedarf zu decken. Danach ist die Schweiz auf den Import von Öl, Gas und Uran angewiesen.

Dafür gibt sie laut der SES jährlich rund zehn Milliarden Franken aus. Gleichzeitig versucht sie, ihre Auslandsabhängigkeit zu reduzieren – mit Erfolg: "In den letzten 20 Jahren hat die Schweiz ihre Energie-Unabhängigkeit kontinuierlich von rund 20 % im Jahr 2001 auf über 25 % im Jahr 2019 gesteigert", schreibt die SES.

Trotz Krieg: Russisches Gas fliesst weiter in den Westen

Russisches Gas fliesst nach Angaben des Staatskonzerns Gazprom weiter im normalen Umfang über die Ukraine nach Westen. Moskau hatte immer bekräftigt, dass Russland trotz des Angriffs auf die Ukraine weiter Erdgas liefere. Doch ist das sicher?

SES fordert Energie-Sofortprogramm

Das bundesrätliche Netto-Null-Ziel bis 2050 liegt allerdings noch in weiter Ferne. Hinzu kommt der Krieg in der Ukraine, der dem Streben nach einer Energie-Unabhängigkeit noch mehr Dringlichkeit verliehen hat. Denn durch den Import fossiler Energieträger, beispielsweise aus Russland, würden "autoritär regierte Staaten und deren kriegerische Aktivitäten finanziert", sagt Nils Epprecht, Geschäftsleiter der SES.

Die SES fordert deshalb "eine konsequente Umsetzung der Energiewende und eine Verschiebung des Energie-Unabhängigkeitstags auf den Frühsommer bis im Jahr 2025." Um dieses Ziel zu erreichen, müsse der Ausbau erneuerbarer Energien und der frühzeitige Ersatz fossiler Heizsysteme erheblich beschleunigt werden. Dafür brauche es ein Sofortprogramm inklusive "niederschwelliger Finanzierungsangebote".   © 1&1 Mail & Media/spot on news