Ein 17-Jähriger hat am Sonntagabend im Kanton St. Gallen ein Blutbad angerichtet. Wahllos schlug der Teenager mit einem Beil auf Passanten ein. Noch immer sind Opfer des Letten im Spital. Der mutmassliche Täter ebenfalls. Er wurde inzwischen befragt.

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Amoklauf in Flums SG: Acht Menschen hat Sascha I. am Sonntagabend mit einem Beil verletzt. Der 17-Jährige ging zwischen 20 und 21 Uhr mit einer Axt auf Passanten los.

Erst schlug er am Postplatz auf diese ein. Dann klaute er ein Auto, verunfallte, floh zu Fuss und tauchte später an einer Tankstelle wieder auf. Dort griff er ebenfalls Menschen mit dem Beil an. Die Polizei konnte den mutmasslichen Täter schliesslich stoppen – mit Waffengewalt.

Mutmasslicher Täter hatte Gewaltfantasien

Zwei Tage nach der Bluttat meldet die Polizei dem Schweizer "Blick" zufolge, dass noch immer vier Personen im Krankenhaus sind. Darunter soll sich auch der 17-jährige Angreifer befinden.

"Der Beschuldigte wurde gestern erstmals befragt. Seine Aussagen sind ein sehr wichtiger Bestandteil im Strafverfahren", zitiert das Blatt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonpolizei St. Gallen. "Das Strafverfahren ist grundsätzlich geheim. Aus diesem Grund werden auch Aussagen von Beteiligten nicht veröffentlicht".

Die Polizei wusste seit Monaten, dass der 17 Jahre alte Lette aus Riga Gewaltfantasien hatte, sah aber keine akute Gefahr. Jugendsozialarbeiter hatten in diesem Jahr schon zweimal Alarm geschlagen, weil der junge Mann "Anspielungen auf Gewalt" geäussert habe, wie Staatsanwalt Stephan Ramseyer auf einer Pressekonferenz sagte: "Er hatte Gewaltfantasien, das könnte auf Persönlichkeitsstörung hinweisen."

Vorwurf der versuchten Tötung

Die Sozialarbeiter informierten die Polizei. "Es wurde umgehend eine Gewalteinschätzung vorgenommen", sagte Ramseyer. Es habe aber keine substanziellen Drohungen gegeben, deshalb seien keine Zwangsmassnahmen angeordnet worden. Die Kriseninterventionstruppe habe aber mit dem jungen Mann und seinen Eltern gearbeitet.

Der 17-Jährige, der vor gut vier Jahren aus Riga kam und in Flums eine Handwerkerlehre absolvierte, steht unter Arrest im Krankenhaus. Ihm wird nach Angaben des Staatsanwaltes mehrfache versuchte Tötung vorgeworfen. (fab/dpa)

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