Nach einer vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) veröffentlichten Studie sehen etwa die Hälfte der "Millennials" der Zukunft mit Sorge entgegen. Knapp 50 Prozent würden befürchten, dass es zu ihren Lebzeiten noch einen Dritten Weltkrieg geben werde.

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Knapp 50 Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 35 Jahren weltweit befürchten, dass es noch zu ihren Lebzeiten einen Dritten Weltkrieg geben wird. Zudem rechne mehr als die Hälfte mit einem Atomwaffeneinsatz noch in den kommenden zehn Jahren, heisst es in einer am Donnerstag veröffentlichen Studie des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Demnach sehen die "Millennials" angesichts der weltweiten Spannungen mit Sorge in die Zukunft.

Als Millennials, oder auch Generation Y, wird die Generation bezeichnet, die im Zeitraum der frühen 1980er bis zu den späten 1990er Jahren geboren wurde.

Laut der Studie glauben 47 Prozent der befragten jungen Erwachsenen , dass sie noch einen neuen Weltkrieg erleben werden. 54 Prozent gehen davon aus, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre irgendwo auf der Welt bei einem Krieg oder bewaffneten Konflikt Atomwaffen zum Einsatz kommen.

"'Millennials' scheinen einen katastrophalen Krieg noch zu ihren Lebzeiten für wahrscheinlich zu halten", erklärte IKRK-Präsident Peter Maurer im Vorwort zu dem Bericht.

Befragt wurden für die Studie insgesamt 16.000 junge Erwachsene aus 16 Ländern - von jungen Afghanen und Syrern mit Kriegserfahrungen bis zu Franzosen und Briten, die noch nie mit Kriegen in Berührung kamen. Allerdings zeigten sich 60 Prozent der jungen Syrier hoffnungsvoll, dass der Krieg in ihrem Land innerhalb der kommenden fünf Jahre zu Ende gehen werde.

Ein besorgniserregender Trend beim Thema Folter

Einen "besorgniserregenden Trend" machte die Studie bei den Ansichten junger Erwachsener über Folter aus. So hielten 41 Prozent der Befragten die Folter feindlicher Kämpfer in Gefangenschaft unter gewissen Umständen für zulässig. Die grösste Unterstützung für Folter gab es in Israel, Nigeria und den USA.

Dagegen vertraten bei den jungen Syrern 70 Prozent die Ansicht, dass Folter unter keinen Umständen hinnehmbar sei. Und 85 Prozent von ihnen fanden, Soldaten in Gefangenschaft sollte der Kontakt zu ihren Angehörigen erlaubt werden.

Nach den Worten von IKRK-Präsident Maurer zeigt die Befragung eine "beunruhigende Akzeptanz" von Begriffen und Handlungen, die vermeintliche oder tatsächliche Feinde "entmenschlichen", wie sie in der Ära von "Fake News, Falschinformation und polarisierenden Ansichten" vorherrschten.

Laut dem Bericht haben nur 54 Prozent der "Millennials" schon einmal von den Genfer Konventionen gehört, die als Konsequenz der Gräuel im Zweiten Weltkrieg seit 1949 den Schutz von Soldaten und Zivilisten in Kriegszeiten regeln. (afp/lh)

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