Gerade als es danach aussieht, als würde Jan Ullrich sein Leben wieder in geregelte Bahnen lenken, sorgt er erneut für Schlagzeilen: Der Ex-Radprofi war in Frankfurt von der Polizei vorübergehend festgenommen worden. Jetzt ermittelt die Mordkommission gegen ihn.

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Jan Ullrich ist am frühen Freitagmorgen gegen 6:00 Uhr festgenommen worden, weil er in einem Frankfurter Nobelhotel eine Escort-Dame attackiert und verletzt haben soll. Ullrich habe bei seiner Festnahme Widerstand geleistet und mutmasslich unter Alkohol- sowie Drogeneinfluss gestanden.

Der frühere Radprofi kommt jetzt aber wieder auf freien Fuss. Die Voraussetzungen für eine Inhaftierung lägen nicht vor, teilte die Polizei mit. Nach Angaben der Frankfurter Polizei ermittelt aber die Mordkommission.

Seit Freitagabend ist Ullrich wieder auf freiem Fuss. Das bestätigte die Polizei in Frankfurt am Main der Deutschen Presse-Agentur. Er verliess das Polizeipräsidium durch einen der Ein- und Ausgänge.

Polizei bestätigt Zwischenfall

Eine Sprecherin der Polizei bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Es habe eine "handgreifliche Auseinandersetzung" gegeben. Die Polizei veröffentlichte zudem eine Pressemitteilung zu dem Vorfall.

Hotelgast Ullrich sei "mit einer bei ihm weilenden Escort-Dame in Streit geraten", hiess es in der Mitteilung. Er soll die Frau "körperlich attackiert und verletzt haben".

Tatvorwurf: Versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung

Das Opfer sei verletzt worden und habe medizinisch versorgt werden müssen. Laut Staatsanwaltschaft soll Ullrich die Frau so gewürgt haben, dass ihr schwarz vor Augen wurde.

Der 44-Jährige habe von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht, hiess es vonseiten der Polizei und Staatsanwaltschaft. Gegen Ullrich werde wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

Mithilfe einer Befragung des Opfers will die Polizei nach eigenen Angaben "den Tatvorwurf entkräften oder konkretisieren".

Für Ersteres gebe es aber "keinen dringenden Tatverdacht", sagte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen.

Laut "Bild"-Zeitung war Ullrich am Donnerstagabend nach Frankfurt gereist, um eine Therapie zu beginnen. Anfang der Woche hatte der 44-Jährige angekündigt, sich in Behandlung zu begeben, "aus Liebe zu meinen Kindern".

Ullrich randalierte auf Mallorca

Vor einer Woche war Ullrich auf Mallorca schon einmal vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen und nach rund 24 Stunden wieder auf freien Fuss gesetzt worden.

Er soll auf dem Grundstück von Til Schweiger randaliert und einen Freund des Schauspielers mit einem Besenstiel angegriffen haben.

Anzeige wollte Schweiger nicht einreichen, wie er im Gespräch mit "Bild" sagte. Er wolle auch keinen Schadensersatz oder Schmerzensgeld. "Ich will nur, dass die Näherungsverfügung [50 Meter; Anm. d. Red.] weiterhin bestehen bleibt", sagt er. (jwo/dpa/ank/afp/mc)

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Teaserbild: © picture alliance / Gian Ehrenzel