• Ein deutscher Kirchenrechtler sorgt mit harscher Kritik gegen Papst Franziskus für Aufsehen.
  • Er bezeichnet den Pontifex als peronistischen Populisten und wirft ihm vor, die katholische Kirche in Deutschland zu verachten.
  • Einem Treffen mit deutschen Bischöfen und führenden Kardinälen bleibt Franziskus kurzfristig fern.

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Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller hat Papst Franziskus vorgeworfen, die katholische Kirche in Deutschland zu verachten. Nach dem sogenannten Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe im Vatikan sagte Schüller der Nachrichtenagentur AFP über den aus Argentinien stammenden Franziskus: "Der Papst ist ein peronistischer Populist. Er kokettiert mit den Armen und er sagt, deren Glauben ist entscheidend." Die intellektuelle Theologie der Deutschen verachte er.

Franziskus hatte die deutschen Bischöfe am Donnerstag zu einem etwa zweistündigen Treffen empfangen. Zu einem für Freitag zugesagten weiteren Gespräch zusammen mit führenden Kardinälen war der Papst dann kurzfristig nicht erschienen. "Das ist ein Affront, das ist ein erkennbares Desinteresse", sagte Schüller. "Der Papst verachtet die katholische Kirche in Deutschland."

Bei dem Besuch der Deutschen im Vatikan ging es auch um den synodalen Weg, mit dem die katholische Kirche in Deutschland Reformen anstossen will. Die Kirchenführung in Rom lehnt dies aber ab, in einem Gespräch mit den deutschen Bischöfen brachten führende Kardinäle sogar ein Moratorium - also ein Aussetzen - des synodalen Wegs ins Gespräch. Schüller sagte: "Das vorgeschlagene Moratorium ist ein Fiasko, eine Klatsche."

Schüller: Deutsche Bischöfe haben "diesmal nicht gekuscht"

Dies bedeute nichts anderes, als den Deutschen zu signalisieren, so könnten sie gesichtswahrend aus dem synodalen Weg aussteigen. Die Intervention zeige aber auch die grosse Sorge des Vatikan vor dem synodalen Weg. Ihm sei bewusst, "eine Idee kannst du nicht aus der Welt schaffen, wenn sie gut ist".

Schüller sagte, trotz der verhärteten Positionen sei der Besuch in Rom bemerkenswert, "weil die deutschen Bischöfe diesmal nicht gekuscht haben". Er erwarte nun kritische Rückfragen der Laien. Reformen werde es angesichts der starren Haltung in Rom nur auf ganz kleiner Flamme geben, etwa wie die bereits beschlossene Reform des kirchlichen Arbeitsrechts. (AFP/lh)

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