Nur wenige Tage nach der Wiederaufnahme inländischer Flüge stürzt eine Passagiermaschine in Pakistan ab. Grund sind wohl technische Probleme. Knapp 100 Menschen sind an Bord.

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Ein Flugzeug mit rund 100 Insassen an Bord ist im Süden Pakistans abgestürzt. Die Passagiermaschine sei in der Nähe der Stadt Karatschi wenige Minuten vor der Landung in einem Wohngebiet abgestürzt, teilte die Luftfahrtbehörde des Landes am Freitag mit.

Es seien bereits rund ein Dutzend Leichen geborgen. Mindestens 41 Menschen kamen ums Leben, wie das Gesundheitsministerium der Provinz Sindh am Freitag mitteilte.

Mindestens zwei Fluggäste hätten das Unglück aber überlebt. Die Rettungsaktion in dem Wohngebiet gestaltete sich zunächst schwierig.

Einer der Überlebenden, der Chef einer Bank, sei in einem stabilen Zustand, sagte der Chefminister der südlichen Provinz Sindh, Murad Ali Shah, der den Mann in einem Krankenhaus traf. Es könne noch weitere Überlebende geben, sagte der Sprecher der Airline. Der Bürgermeister von Karatschi hatte zuvor mitgeteilt, es seien bei dem Absturz alle Passagiere sowie die Crew ums Leben gekommen.

Aufräumarbeiten gestalten sich schwierig

Fernsehaufnahmen zeigten eine dichte, schwarze Rauchwolke. Krankenwagen fuhren zur Absturzstelle. Das Militär und die Polizei sperrten das als "Model Colony" bekannte Gebiet rund zwei Kilometer entfernt von der Landebahn ab.

Bewohner eilten zur Hilfe und suchten in der Verwüstung nach Überlebenden. Trümmer zerstörter Häuser und Flugzeugteile waren in den engen Strassen verteilt.

Kurz vor dem Absturz hatte der Pilot laut Airline dem Tower technische Probleme der Maschine berichtet. Funksprüche deuteten auf ein Versagen eines Triebwerks der Maschine hin. Augenzeugen berichteten lokalen Fernsehsendern, dass sie das Flugzeug um den Flughafen kreisen sahen, bevor es in dem Wohngebiet abstürzte.

Verletzte wurden aus den Trümmern eingestürzter Gebäude herausgezogen, während Feuerwehrleute Brände bekämpften. Dutzende Menschen wurden laut Behörden in ein Krankenhaus von Karatschi gebracht, wo der Notstand ausgerufen wurde. Die dicht besiedelte Hafenstadt Karatschi im Süden Pakistans hat rund 14 Millionen Einwohner.

Eine Twitter-Nutzerin postete ein kurzes Video aus Karatschi, auf dem dunkler Rauch zu sehen ist.

91 Passagiere und acht Crewmitglieder an Bord

er von Pakistan International Airline (PIA) betriebene Airbus mit der Flugnummer PK8303 sei auf dem Weg von der östlichen Stadt Lahore nach Karatschi gewesen, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft. Den Angaben zufolge befanden sich an Bord der Maschine 91 Passagiere und acht Crewmitglieder. Zunächst war von 99 Passagieren die Rede gewesen.

Pakistans Premierminister Imran Khan drückte den Opfern und Familien sein Beileid aus. "Schockiert und betrübt über den PIA-Absturz", schrieb Khan auf Twitter. Er kündigte eine umgehende Untersuchung an. Auch der deutsche Botschafter in Pakistan, Bernhard Schlagheck, drückte den Opfern der Familien sein Beileid aus.

Der Luftfahrtkonzertn Airbus teilte mit: "Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen." Weiter hiess es: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen Airbus keine bestätigten Informationen über die Umstände des Unfalls vor."

Der Absturz erfolgte nur eine Woche nach der Entscheidung der pakistanischen Behörden, den Flugverkehr im Inland wieder aufzunehmen. Wegen der Corona-Pandemie sind internationale Flüge in das südasiatische Land noch bis Ende des Monats ausgesetzt. (dpa/ank)

Verwendete Quelle:

  • The Associated Press: Pakistani passenger plane crashes near Karachi, 107 on board
Eine Satellitenansicht von Karatschi in Pakistan und der umliegenden Region.
Teaserbild: © dpa