Am Dienstag ist eine Regierungsmaschine der Flugbereitschaft am Flughafen Berlin-Schönefeld notgelandet. Grund war eine Funktionsstörung, die die Piloten zur Umkehr bewegte. Wie der "Spiegel" nun berichtet, soll die Maschine bei der Notlandung schwer beschädigt worden sein.

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Die Regierungsmaschine der Flugbereitschaft, die am Dienstag bei einer Notlandung in Berlin-Schönefeld nur knapp einem Unglück entgangen ist, wurde dabei nach einem "Spiegel"-Bericht schwer beschädigt.

Bundeswehr-Techniker hätten an dem Flugzeug vom Typ Global 5000 "erhebliche strukturelle Beschädigungen" durch Knick- und Stauchungsschäden an beiden Tragflächen festgestellt, schreibt das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf interne Papiere der Bundeswehr.

Möglicherweise sei der Rumpf verzogen, jedenfalls habe sich bei der Bruchlandung die Kabinenverkleidung gelöst.

Eine "fliegerisch brenzlige Situation"

Das Flugzeug war nach Angaben der Luftwaffe gerade bei einer mehrwöchigen Wartung beim Hersteller in Schönefeld gewesen und auf dem Weg zurück nach Köln, als eine Funktionsstörung angezeigt wurde.

Die Piloten entschieden sich zur Umkehr. Es habe unkontrollierte Flugbewegungen gegeben, die die Besatzung nicht eingegeben habe, sagte der Kommandeur Fliegende Gruppe der Flugbereitschaft, Oberstleutnant Stefan Schipke, auf dem Flughafen.

Die Luftwaffenbesatzung habe es geschafft, "den Jet unter schwierigsten Bedingungen zu Boden zu bringen und damit Schlimmeres zu verhindern", erklärte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Auch bei dem Landemanöver kam es zu Problemen: Nach "Spiegel"-Angaben kippte der Jet extrem nach rechts und verfehlte die Landebahn.

Bilder zeigen, dass der an sich als zuverlässig geltende Jet kurz vor der Landung in starker Schräglage und nicht stabil war. Er schrammte nach Angaben der Luftwaffe mit beiden Tragflächen den Boden. Ein Sprecher der Luftwaffe sprach später von einer "fliegerisch brenzligen Situation".

An Bord waren zwei Piloten und eine Flugbegleiterin. Sie wurden nach der Landung in ein Bundeswehrkrankenhaus gebracht, blieben aber körperlich unverletzt. Das Flugzeug hätte am Tag darauf Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Stuttgart bringen sollen.

Mehrere schwere Pannen bei Auslandsreisen

Die Flugbereitschaft hat 14 teils recht alte Flugzeuge, die für Flüge von Kabinettsmitgliedern oder des Bundespräsidenten eingesetzt werden. Zuletzt gab es immer wieder Pannen bei Auslandsreisen deutscher Politiker.

Die schwerste Panne betraf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende November, als sie mit dem Regierungsflieger "Konrad Adenauer" auf dem Weg zum G20-Gipfel in Argentinien war. Ein defektes Bauteil - eine zentrale Schalteinheit der Bordelektronik - hatte gleich zwei Funksysteme lahmgelegt, die sich im Notfall gegenseitig ersetzen sollen.

Der in Berlin gestartete Flieger musste umkehren und wurde auf den Flughafen Köln/Bonn geleitet. Von der Leyen gab im Februar die Beschaffung von drei neuen Langstreckenmaschinen in Auftrag.

Die drei anderen Global-Flugzeuge sind nach Angaben von Schipke derzeit nicht im Einsatz. Eines ist in Schönefeld in der Wartung, ein anderes in Amerika zur Umrüstung der Selbstschutzanlage und das dritte in Köln. Es sei nicht geplant, alle Global 5000 nach dem Zwischenfall am Boden zu lassen. (ff/dpa)

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