Ausnahmesituation in Sibirien: Nach tagelangem Regen sind rund 50 Orte überschwemmt, mindestens fünf Menschen sind in den Fluten ums Leben gekommen. Russlands Präsident Wladimir Putin ist in die betroffenen Gebiete geflogen, um sich selbst ein Bild der Lage zu verschaffen.

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Bei einem schweren Hochwasser in Sibirien sind nach Angaben des russischen Zivilschutzes mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Zudem sei das Schicksal von zwei Menschen nicht geklärt, sagte der russische Zivilschutzminister Jewgeni Sinitschew am Samstagabend der Agentur Interfax zufolge in der Stadt Bratsk. Zuvor war von drei Toten die Rede gewesen. Sinitschew sprach auch von mehr als 350 Verletzten. Etwa 100 von ihnen würden in Krankenhäusern behandelt. In Bratsk landete am Abend überraschend der russische Präsident Wladimir Putin und kündigte rasche Hilfe an.

Nach tagelangen Regenfällen waren im Irkutsker Gebiet rund 50 Ortschaften in den Fluten versunken. Mehr als 4000 Gebäude, zahlreiche Brücken und Strassen wurden beschädigt oder zerstört. Mehr als 10 000 Menschen seien von den Überschwemmungen betroffen, hiess es. Viele mussten mit Booten und Rettungshubschraubern in Sicherheit gebracht werden. Der Zivilschutz warnte, dass sich die Hochwasserlage wegen anhaltenden Regens noch verschlimmern werde. In den betroffenen Gebieten wurde der Ausnahmezustand verhängt.

Schnelle Hilfe versprochen

Kremlchef Putin landete in der Stadt Bratsk auf dem Rückweg vom G20-Gipfel in Japan. Er wies der Agentur Interfax zufolge Behörden an, den Menschen rasch und unbürokratisch Hilfe zukommen zu lassen und die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur sowie die Stromversorgung wieder herzustellen. Die Bürger bräuchten medizinische Hilfe, Medikamente und etwas zu essen und zu trinken, sagte er. Zudem müssten die Menschen besser darüber informiert werden, wo sie Hilfe bekommen können. Er warnte Händler davor, die Preise auf Lebensmittel zu erhöhen und aus dem Unglück der Menschen Kapital zu schlagen.

"Das Hochwasser steigt leider weiter", sagte Putin. Deshalb müssten weitere Notunterkünfte eingerichtet werden. Kinder sollten in anderen Regionen in Russland in Sommerferienlagern untergebracht werden, Kleinkinder gemeinsam mit ihren Eltern. Sobald sich die Lage entspanne, müsse rasch mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Der Sommer sei kurz, der Winter kehre schnell wieder ein in Sibirien, betonte er.

Dramatische Rettungsszenen

Durch den Regen trat in mehreren Flüssen das Wasser über die Ufer. Medien berichteten von zahlreichen Vermissten sowie vielen toten Nutztieren, darunter Kühe und Pferde. Im russischen Fernsehen waren dramatische Rettungsszenen und grosse Zerstörungen zu sehen. Einsatzkräfte brachten Nahrungsmittel und Trinkwasser in die Region. Regierungschef Dmitri Medwedew ordnete zudem die Auszahlung von finanziell gestaffelten Soforthilfen an - für die Hinterbliebenen der Toten, für die Verletzten und für durch Schäden betroffene Bürger.

Die Region kommt seit Monaten nicht zur Ruhe. Zuletzt hatte es in dem Gebiet nach langer Trockenheit auch schwere Waldbrände gegeben, bei denen ebenfalls Häuser zerstört wurden. Bürger klagten, dass in der klimatisch ohnehin schwierigen Region mit einem kurzen Sommer nun auch grosse Teile des angebauten Obstes und Gemüses zerstört seien. (best/dpa)

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