Die Schweizer Bevölkerung wendet sich immer mehr von der Kirche ab. Denn seit einigen Jahren sind Kirchenaustritte und Pfarrermangel an der Tagesordnung. Dennoch läuten die Kirchenglocken täglich und Gottesdienste finden weiterhin statt. swissinfo.ch hat eine gutbesuchte Messe im Dom zu Arlesheim miterlebt.

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Rund 60 Prozent der in der Schweiz lebenden Menschen gehören dem Christentum an, die meisten davon sind römisch-katholisch. Während der Anteil der katholischen Kirche in den letzten 40 Jahren relativ stabil geblieben ist, hat jener der evangelisch-reformierten Kirche stark zugunsten von Konfessionslosigkeit abgenommen.

Gemäss einer Erhebung des Bundesamts für Statistik hat zwischen 2000 und 2016 der Anteil der Konfessionslosen um 13,5% zugenommen. An eine Zukunft der Schweizer Kirchen wird deshalb oft gezweifelt. Dennoch werden heute Gottesdienste weiterhin besucht.

Gottesdienst im Dom zu Arlesheim

Der Dom zu Arlesheim wurde in den 1680er Jahren als Stiftskirche für das Basler Domkapitel erbaut. Nach rund 80 Jahren wurde am Dom eine Restaurierung im Rokoko-Stil des späten Barocks durchgeführt. Er ist zum Wahrzeichen des Dorfs geworden und beeindruckt vor allem durch seine Aussen- und Innenarchitektur. Die heutige Orgel im Dom wurde vom Strassburger Orgelbauer Johann Andreas Silbermann anlässlich des Rokoko-Umbaus im Jahr 1761 errichtet. Die Silbermann-Orgel wird wegen ihres besonderen Klangs weltweit bewundert.

Mitte Oktober 2018 hiessen die beiden Kirchgemeinden von Arlesheim und Münchenstein einen neuen Pfarrer, Dr. Sylvester Ihuoma, willkommen. Pfarrer Ihuoma stammt ursprünglich aus dem ehemaligen Biafra, dem heutigen Nigeria, und lebt seit 26 Jahren in Europa. Vor seinem Antritt in der Schweiz leitete er während 14 Jahren die afrikanische Gemeinde im Bistum Münster, im Westen Deutschlands. swissinfo.ch hat anlässlich der Einsetzung des neuen Pfarrers in der römisch-katholischen Pfarrkirche von Arlesheim einen Einblick in einen feierlichen Gottesdienst erhalten.

Mangel an Pfarrpersonen

Dass die beiden Pfarreien in Arlesheim und Münchenstein wieder einen eigenen Pfarrer haben, stellt in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr dar. Sowohl katholische als auch reformierte Kirchgemeinden beklagen immer mehr einen Mangel an geistlichem Nachwuchs.

Der Bedarf an neuen Pfarrpersonen steigt besonders aufgrund der Zahl der Pensionierungen an. Gemäss eines Berichts der "Neuen Zürcher Zeitung" werden im Jahr 2032 zwei Drittel der heutigen Pfarrpersonen pensioniert sein. Daraus ergebe sich eine Nachfrage von etwa 500 Personen. Die Zahl der Theologiestudentinnen und -studenten reicht nicht aus, um die Lücke zu füllen.

Hoffnung in Quereinsteiger

Bei Vakanzen wurden die Schweizer Kirchen in den letzten Jahren häufig im Nachbarland Deutschland fündig. Doch inzwischen gehen die Bewerbungen spürbar zurück, denn auch Deutschland rechnet zukünftig mit einer Pensionierungswelle vieler Pfarrer. Die reformierte Kirche möchte nun den Pfarrermangel mit Quereinsteigern überbrücken.

Dabei zielt sie besonders auf Akademikerinnen und Akademiker im Alter zwischen 30 und 55 Jahren. Wer sich beruflich neu orientieren möchte, soll in einem verkürzten Studium zum Pfarrer ausgebildet werden. Ausserdem möchte die Kirche jungen Maturandinnen und Maturanden mit speziellen Projektwochen an der Schule verstärkt zu einem Theologiestudium bewegen.

Rund 93 Prozent der polnischen Bevölkerung geben an, katholisch zu sein. Doch immer weniger: Bis im Jahr 2016 ist die Anzahl der polnischen Kirchenbesuchenden um 36,7 Prozent zurückgegangen. Trotz des Rückgangs gehören Sonntagsmessen weiterhin zum wichtigen Teil des Lebens der polnischen Bürgerinnen und Bürger.

Kateri Tekakwitha (1656-1680) ist eine Frau des kanadischen Volksstamms Mohawk, aus dem Reservat Kahnawake in der Nähe von Montreal. Sie wurde im Jahr 2012 von der katholischen Kirche heiliggesprochen. Anlässlich eines speziellen Gottesdiensts im Oktober 2018 wurde der sechste Jahrestag ihrer Heiligsprechung in der St. Francis Xavier Mission in Kahnawake gefeiert. Dort befindet sich auch Tekakwithas Schrein. Der Chor singt in Mohawk, auch einige Gebete sind in dieser indigenen Sprache zu hören.

Die tschechische Republik ist eines der Länder der Welt mit den meisten Atheistinnen und Atheisten. Die Zahl der Gläubigen ist stetig gesunken und hat sich in den letzten zwei Jahrzenten halbiert. Nur ein Fünftel aller tschechischen Bürgerinnen und Bürger gibt an, einer Glaubensrichtung anzugehören. Und nur jeder beziehungsweise jede zehnte Gläubige geht regelmässig zur Kirche, mindestens einmal im Monat. Dabei hat die römisch-katholische Kirche den grössten Anteil.

86,5 Prozent der rumänischen Bevölkerung sind gemäss der letzten Volkszählung orthodoxe Christinnen und Christen. Für das Projekt hat das Team von Radio Romania International verschiedenen orthodoxe Gottesdienste besucht. Es war unter anderem in einem jahrhundertealten Kloster mit Weltkulturerbe-Fresken in der Region Bukowina, in einer patriarchalischen Kathedrale in der Hauptstadt Bukarest, sowie in einer kleinen Holzkirche in der nördlichen Region Maramures.  © swissinfo.ch

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