• Die Lage in Myanmar spitzt sich zu.
  • Nun heisst es, Aung San Suu Kyi werde vor Gericht gestellt.
  • Der Friedensnobelpreisträgerin könnte die Todesstrafe drohen.

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Die neue Militärführung in Myanmar will die Nobelpreisträgerin und bisherige Regierungschefin Aung San Suu Kyi Berichten zufolge wegen Hochverrats anklagen. In sozialen Netzwerken schrieben zahlreiche Beobachter, dies hätten die Streitkräfte am Mittwoch entschieden. Das Militär im früheren Birma hatte sich in der Nacht zum Montag zurück an die Macht geputscht, nachdem erst vor zehn Jahren demokratische Reformen eingeleitet worden waren.

Die frühere Freiheitsikone Suu Kyi und Dutzende andere Politiker wurden unter Hausarrest gestellt. Den Berichten zufolge sollen auch andere Politiker der entmachteten zivilen Regierung vor Gericht gestellt werden. Auf Hochverrat stehen in Myanmar die Todesstrafe oder bis zu 20 Jahre Haft, wie die regierungsnahe Zeitung "Global New Light Of Myanmar" bereits 2018 berichtet hatte.

Myanmar: Militär hatte am Montag einen einjährigen Ausnahmezustand verhängt

Die Streitkräfte hatten am Montag einen einjährigen Ausnahmezustand über das südostasiatische Land mit knapp 54 Millionen Einwohnern verhängt. Die Flughäfen wurden gesperrt. Am Dienstag stellte die Armee ihr neues Kabinett vor, bestehend aus Generälen, ehemaligen hochrangigen Soldaten und Politikern einer vom Militär gestützten Partei.

Die USA und die EU drohen mit Sanktionen. Der UN-Sicherheitsrat in New York konnte sich aber zunächst nicht auf eine gemeinsame Haltung einigen. (mgb/dpa)

Mit Lärm gegen den Militärputsch: Protest mit Kochgeschirr in Myanmar

In Myanmar demonstrieren Bewohner der Stadt Yangon mit dem lautstarken Schlagen mit Kochgeschirr, was sie von der gewaltsamen Machtergreifung des Militärs halten. Ihr Protest wird jedoch auch an anderer Stelle sichtbar.
Teaserbild: © Kham/Pool Reuters/AP/dpa