• Die Klimaaktivistengruppe der "Letzten Generation" hat wieder mit einer Protestaktion bundesweit Aufmerksamkeit erregt.
  • Im Museum Barberini in Potsdam warfen zwei Aktivisten Kartoffelbrei auf ein Gemälde von Monet. Das Gemälde wurde nicht beschädigt.
  • Wer sind die "Letzte Generation" und was steckt hinter der Aktion?

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Zwei Aktivisten haben ein Gemälde im Museum Barberini mit Kartoffelbrei beworfen und für bundesweite Diskussionen gesorgt. Sie gehören zur "Letzten Generation", einer Aktionsgruppe, die sich mit zivilem Ungehorsam für Klimaschutz einsetzt.

Der getroffene "Getreideschober" von Monet wurde dabei nicht beschädigt, da vor dem Gemälde eine Glasscheibe war.

Aktion soll auf Dürre aufmerksam machen

Die Aktivistin Mirjam Herrmann erklärte den Museumsbesuchern und der Kamera lautstark den Sinn der Aktion: "Menschen hungern, Menschen frieren, Menschen sterben. Wir sind in der Klimakatastrophe. Und alles, wovor ihr Angst habt, ist Tomatensuppe oder Kartoffelbrei an einem Gemälde."

Das Gemälde "Getreideschober" wählten die Aktivisten dabei nicht zufällig aus. Sie wollten darauf hinweisen, dass die Klimakrise Dürren auslöst, sodass ganze Landstriche nicht mehr zur Getreideproduktion verwendet werden können.

Ziviler Ungehorsam ist das Mittel der Wahl

Mit der Protestaktion verfolgt die "Letzte Generation" also ähnliche Ziele wie Fridays for Future. Anders als bei der Jugendorganisation sind die Aktionen der Gruppe aber meist illegal. Zumeist handelt es sich um zivilen Ungehorsam, der laut den Aktivisten friedlich und gewaltfrei sein soll.

Das häufigste Mittel sind fast tägliche Strassenblockaden, vor allem in Berlin. Im Sommer 2021 waren sieben Aktivisten zudem einen über dreiwöchigen Hungerstreik angetreten. Danach erklärte sich der damalige SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zu einem einstündigen öffentlichen Gespräch bereit.

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Aktivisten werden von einem Fonds unterstützt

Interessant ist die Finanzierung der Gruppe: Einen Grossteil des Geldes für ihre Aktionen erhält die "Letzte Generation" vom Climate Emergency Fund. Der Fonds finanziert weltweit Klimaaktivistengruppen, wie zum Beispiel "Extinction Rebellion".

Einer der Unterstützer des Fonds ist Adam McKay, Regisseur des Films "Dont look Up". In der Gesellschaftssatire rast ein Meteorit auf die Erde zu, der den Planeten zu vernichten droht. Doch von einem grossen Teil der Menschheit und Regierungen wird die Gefahr ignoriert. Eine klare Metapher auf den Umgang mit dem Klimawandel in der Realität. Vor Kurzem spendete McKay vier Millionen Dollar an den Fonds.

Der Fonds finanziert auch "Just stop Oil", eine britische Gruppe, die vor einer Woche eine ähnliche Aktion veranstaltete. Die Idee war die gleiche, nur statt Kartoffelbrei verwendeten die britischen Aktivisten Tomatensuppe und statt eines Monets traf es einen Van Gogh.

Aktion ruft gemischte Reaktionen hervor

Mit der Aktion im Museum lösten die deutschen Aktivisten eine Diskussion aus, ob die Mittel ihres Protests angemessen sind. Dennis Buchner von der SPD warf den Aktivisten in einem "taz"-Interview vor, der Klimabewegung einen "Bärendienst" erwiesen zu haben. Alice Weidel von der AfD bezeichnete die Protestierenden sogar als "Extremisten".

Klimafolgenforscher Stefan Rahmsdorf hingegen lobte die Aktion: "Sie entlarvt die Verlogenheit von Menschen, die sich über eine verschmutzte Glasscheibe echauffieren, aber nichts gegen die Zerstörung des Planeten unternehmen."

Der grüne Abgeordnete Johannes Wagner schlug auf Twitter in dieselbe Kerbe und stellte fest: "Dem Bild geht es gut. Dem Klima nicht."

Verwendete Quellen:

  • Letzte Generation: Wer wir sind
  • Climate Emergency Fund
  • taz.de: Zweck heiligt nicht alle Mittel
  • Twitter-Profil von Alice Weidel
  • Twitter-Profil von Stefan Rahmsdorf
  • Twitter-Profil von Johannes Wagner