Viele Menschen bemerken Hunger oft erst dann, wenn er sich zum Heisshunger entwickelt hat. Im Gegensatz zu einem normalen Hungergefühl, das man über einen längeren Zeitraum hinweg aushalten kann, will der Heisshunger sofort befriedigt werden. Wir erklären das Phänomen Heisshunger und geben Tipps, wie dieser sich vermeiden lässt.

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Heisshunger entsteht, wenn das Körpersignal Hunger über einen langen Zeitraum nicht beachtet wird. Weil der Blutzuckerspiegel zu diesem Zeitpunkt meistens schon deutlich abgesunken ist, wird er oft von einem starken Unwohlsein begleitet.

Der Körper benötigt jetzt so dringend Energie, dass man sich leicht dazu verleiten lässt, im Übermass zu essen. Insbesondere Menschen, die sich sehr kohlenhydratlastig ernähren, erleben solche Heisshungerattacken häufiger. Aber auch während einer Diät können die plötzlich auftretenden Essensgelüste so manchen Abnehmwilligen aus dem Konzept bringen.

Mögliche Ursachen für Heisshunger

Heisshunger kann harmlose, aber auch krankhafte Ursachen haben. Zuallererst ist er ein eindringliches Signal unseres Körpers, dass ihm die lebensnotwendige Energie fehlt. Bei seiner Entstehung spielt unter anderem der Insulinspiegel eine entscheidende Rolle.

Psychische Faktoren wie Frust und Stress können ebenfalls starke Essensgelüste auslösen. Das hat aber nicht zwangsläufig etwas mit Heisshunger zu tun. Denn hierbei handelt es sich vielmehr um Appetit. Dieser ist im Gegensatz zu Heisshunger eher ein lustvolles Verlangen nach Essen, meistens sogar nach einem bestimmten Lebensmittel.

Appetit wird oft durch äussere Reize ausgelöst, beispielsweise wenn wir etwas sehen oder riechen. Dabei kann es sich um den Bratwurststand auf der Kirmes oder die Pizzatheke in der Stadt handeln. Langeweile oder das Gefühl seelischer Unzufriedenheit kann die Anfälligkeit gegenüber solchen äusseren Reizen erhöhen. Typisch ist der Griff in die Keksdose, wenn man keine Lust mehr zum Arbeiten hat.

Schlafmangel kann Fressattacken auslösen

Bei Diäten besteht ausserdem die Gefahr, dass Fressattacken zur Gewohnheit werden können. Treten die Essensgelüste regelmässig mehrmals die Woche auf, können auch Essstörungen wie beispielsweise eine Bulimie (Ess-Brech-Sucht) dahinter stecken. Betroffene sollten in diesem Fall einen Arzt oder eine Ernährungsberatung aufsuchen.

Neben den zuvor genannten Ursachen für Fressattacken gibt es noch weitere mögliche Faktoren für ein übersteigertes Hungergefühl. So kann der Körper beispielsweise versuchen, Schlafmangel durch eine erhöhte Energiezufuhr auszugleichen.

Aber auch Hormone können einen enormen Einfluss auf unser Sättigungsgefühl haben. Während der Schwangerschaft oder vor ihrer Periode erleben manche Frauen mitunter Gelüste auf bestimmte Lebensmittel. Auch frisch gebackene Mütter haben nach oder während des Stillens oft den starken Drang, etwas zu essen.

Es gibt mittlerweile kaum noch eine Körperpartie, für die es keine passende Shapewear gibt. Durch die figurformende Wäsche werden überschüssige Pfunde praktisch und zuverlässig weggemogelt.

Experten-Tipps: So vermeiden Sie Essensgelüste

Sowohl gegen Heisshunger als auch gegen Appetit kann man etwas machen. Daniela Krehl, Fachberaterin Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bayern, rät: "Spontane Essensgelüste lassen sich am besten durch regelmässige Mahlzeiten vermeiden." So bleibe der Insulinspiegel auf einem gleichbleibenden Niveau und der gefürchtete Hunger stelle sich gar nicht erst ein. Wer zu Fressattacken neigt, sollte daher seine Essgewohnheiten überprüfen.

Es hilft ausserdem, über den Tag verteilt viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, idealerweise Wasser, ungesüsste Tees und verdünnte Fruchtsaftschorlen. Das hemmt den Appetit und fördert den Stoffwechsel. Eine gute Grundlage bietet zudem ein nahrhaftes Frühstück, bestehend aus ausreichend vielen Ballaststoffen, Vitaminen und Eiweiss.

Die Expertin empfiehlt ausserdem: "Lassen Sie keine Mahlzeiten aus und überprüfen Sie, ob die Mahlzeiten nicht zu weit auseinander liegen." Stellen Sie sich ausserdem die Frage, ob zu viel Kohlenhydratreiches – dazu gehören auch Süssigkeiten und gesüsste Getränke – auf Ihrem Speiseplan stehen. "Nehmen Sie sich kleine Portionen und legen Sie vor jedem Nachschlag eine kleine Pause ein", rät Krehl.

Bewegung kann Fressattacken vorbeugen

Wenn der Appetit sehr gross wird, hilft auch Bewegung, insbesondere bei Essensgelüsten aus Stress, Frust oder Langeweile. "Aktivität bringt Sie auf andere Gedanken und hemmt die Lust auf Süsses", erklärt Krehl. Dabei müsse es sich nicht zwangsläufig um Sport handeln, ein Spaziergang reiche völlig aus.

Helfen all diese Massnahmen nicht, ist eine Analyse der genaueren Umstände sinnvoll: Wann überkommt mich der Heisshunger und warum? "Heisshungeranfälle sind das Ergebnis schlechter Gewohnheiten", so Krehl abschliessend. "Ein Ernährungstagebuch kann dazu beitragen, bestimmte Verhaltensmuster aufzudecken."

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