Das Sars-CoV-2-Virus und die Krankheit COVID-19 sind in Deutschland angekommen. Politik und Behörden ergreifen teils drastische Massnahmen. Doch auch jeder Einzelne ist gefordert und sollte konkrete Massnahmen ergreifen, um einer Infektion vorzubeugen und so die Verbreitung des Virus einzudämmen.

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Der Coronavirus Sars-Cov-2 verbreitet sich in Deutschland, Europa und der Welt. Abgesagte Veranstaltungen, geschlossene Schulen und Kitas, Homeoffice statt Büro - die COVID-19-Epidemie wirkt sich auf den Alltag der Menschen massiv aus.

Das wichtigste Ziel dabei: das Ausbreitungstempo verlangsamen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten und Risikogruppen zu schützen. Dabei kann auch jeder Einzelne etwas tun, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren.

1. Regelmässig Hände waschen

Nicht nur für Menschen, die sich - unabhängig von der Ursache - kränklich fühlen, sondern auch für gesunde Menschen gilt: Regelmässig 20 bis 30 Sekunden Händewaschen, etwa immer vor Mahlzeiten oder nach dem Heimkommen sowie vor und nach dem Kontakt mit Erkrankten, raten die Experten auf "Infektionsschutz.de".

Ganz konkret: Die Hände unter fliessendes Wasser halten, dann gründlich einseifen - an Handinnenflächen, Handrücken, Fingerspitzen und zwischen den Fingern. Die Seife an allen Stellen sanft einreiben und dann abspülen. Flüssigseifen seien hygienischer als Seifenstücke, vor allem in öffentlichen Toiletten, so das Portal.

Um nicht nach dem Waschen direkt wieder Keime an die Hände zu bekommen, sollte man den Hahn möglichst mit einem Einweghandtuch oder mit dem Ellenbogen abdrehen. Für das Abtrocknen rät die BZgA zu Einweghandtüchern. Daheim sollte jeder sein eigenes Handtuch benutzen.

2. Hygiene beim Husten und Niesen

Richtiges Husten und Niesen ist jetzt besonders wichtig, da über Speichel und Nasensekret unzählige Krankheitserreger versprüht werden. Daher gilt: Wegdrehen und mindestens ein Meter Abstand zu anderen halten, erläutert die Website "Infektionsschutz.de" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Idealerweise schnaubt oder hustet man in ein Papiertaschentuch, das man danach wegschmeisst. Ist keines zur Hand, hält man die Armbeuge eng vor Nase und Mund. Egal ob Husten oder Niesen: Wann immer möglich, sollte man danach Hände waschen.

3. Smartphone desinfizieren

Auch im Umgang mit dem Smartphone kann es sich lohnen, verstärkt auf Hygiene zu achten. Mehrere Dutzend Mal greift der Durchschnittsnutzer täglich zu dem Gerät und macht es dadurch zur perfekten Brutstätte für Keime, die von Türgriffen und anderen Oberflächen auf das Smartphone übertragen werden.

Um diese zu entfernen, empfiehlt der TÜV Rheinland desinfizierende Hygienesprays aus der Drogerie. Auf aggressive Reinigungsprodukte wie Glasreiniger, Spülmittel oder Alkohol sollte dagegen verzichtet werden, da diese Mittel die Oberfläche des Smartphones beschädigen können.

4. Abstand halten und Hände nicht schütteln

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) betont, scheint der Hauptübertragungsweg des Sars-CoV-2-Virus die Tröpfcheninfektion zu sein. Darum sollte man zu möglicherweise erkrankten Personen ein bis zwei Meter Abstand halten. Diese Empfehlung einzuhalten, sei aber etwa in einer überfüllten U-Bahn kaum möglich, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen.

Doch auch Infizierte, die sich noch gesund fühlen, können ansteckend sein. Deshalb hat das Robert-Koch-Institut die Menschen in Deutschland dazu aufgerufen, allgemein Abstand zu halten. Auf Händeschütteln und Umarmen sollte man daher grundsätzlich besser verzichten.

Auch der Griff ins eigene Gesicht sollte möglichst vermieden werden, damit eventuell vorhandene Viren nicht auf diese Weise von den Händen in die Nähe der Atemwege gelangen.

Beim Thema Atemmasken gilt: Wer eine Atemwegserkrankung hat, kann dadurch das Risiko verringern, andere Menschen anzustecken, erklärt die BZgA. Dass diese Masken gesunde Menschen aber effektiv vor einer Ansteckung schützen, sei hingegen nicht hinreichend belegt.

5. Soziale Kontakte reduzieren

Witzke rät, sich zu überlegen, auf welche Veranstaltungen man geht - wenn sie denn stattfinden - oder welche Dinge man wirklich erledigen muss. Beispielsweise, ob man auf der Arbeit präsent sein muss oder etwa von daheim arbeiten kann, wie es in vielen Firmen ja schon praktiziert werde.

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Menschen in Deutschland dazu aufgerufen, Abstand voneinander zu halten. "Soziale Distanzierung" sei derzeit das wichtigste Anliegen, so RKI-Vizepräsident Lars Schaade. "Es geht also darum, Abstand zwischen die Menschen zu bringen."

Schaade sagt, auch unabhängig von den zahlreichen abgesagten Grossveranstaltungen sollte sich jeder im Einzelfall überlegen, zu welchen Veranstaltungen er noch gehe. Auch Besuche von Gaststätten sind zu hinterfragen. Das gelte auch für Treffen mit mehreren Menschen im privaten Bereich. "Hier wird an die Eigenverantwortung appelliert."

6. Mit dem Rauchen aufhören

Noch ist nicht belegt, dass durch Rauchen die Infektionsgefahr steigt. Es spreche aber vieles dafür, sagt Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie: "Raucher haben grundsätzlich ein höheres Risiko, Virusinfektionen zu erleiden". Durch die Belastung des Rauchens sind die Abwehrkräfte des Bronchialsystems eingeschränkt. Viren und Co. haben so leichteres Spiel. "Das wissen wir aus dem klinischen Alltag - bei dem aktuellen Coronavirus ist es aber noch nicht nachgewiesen."

Mehr Informationen gibt es dagegen zum Verlauf der Krankheit. Daten aus Wuhan weisen laut Pfeifer darauf hin, dass bei Rauchern "das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs mit einer echten Lungenentzündung deutlich höher ist."

Mit dem Rauchen aufzuhören würde sich immer lohnen, jetzt aber besonders: "Es ist durchaus möglich, das Krankheitsrisiko und den Krankheitsverlauf auch jetzt noch zu beeinflussen, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Es macht immer einen Unterschied, ob man aktiver oder ehemaliger Raucher ist."

7. Ruhe bewahren und andere nicht mit Panik anstecken

Viele Menschen haben Angst vor den Symptomen und den Risiken. Dabei ist es jetzt wichtig, nicht in Panik zu verfallen, sondern einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn Angst kann auf Dauer das Immunsystem beeinflussen.

Wie Studien belegen, können starke Angstgefühle zu Veränderungen im Körper führen, die sich ungünstig auf das Immunsystem auswirken – allerdings ist gerade das dafür verantwortlich, mögliche Erreger zu bekämpfen. Ängstlichen Menschen kann es daher helfen, sich regelmässig gedankliche Auszeiten von den aktuellen Geschehnissen zu nehmen und mit Familie und Freunden bewusst auch über andere Themen zu sprechen.

Verwendete Quellen:

  • Deuschte Presse Agentur dpa
  • Robert-Koch-Institut: Neuartiges Coronavirus in Deutschland
  • infektionsschutz.de: Informationen zum neuartigen Coronavirus SARS CoV 2
  • Ärzteblatt: Angst wirkt sich auf das Immunsystem aus
Teaserbild: © Getty Images/iStockphoto