Nach der Bustragödie auf Madeira herrscht in Portugal Staatstrauer. Viele Verletzte werden noch behandelt. Urlauber, die leicht verletzt davon kamen, halten ein Bremsversagen für möglich. Die meisten Opfer sollen Deutsche gewesen sein.

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Überlebende des schweren Busunglücks von Madeira mit 29 Toten haben ein Bremsversagen als wahrscheinliche Unfallursache bezeichnet. Die Behörden warnten vor vorschnellen Urteilen.

Aussenminister Heiko Maas war am Donnerstag auf dem Weg auf die portugiesische Atlantikinsel. Er wollte dort mit Betroffenen sprechen, den Hilfskräften danken und seinen Amtskollegen Augusto Santos Silva treffen. Er wird gegen 18:30 Uhr (19:30 MESZ) auf der Insel erwartet.

Überlebender Passagier: Bus wurde immer schneller

Ein leicht verletzter Passagier berichtete noch am Donnerstag von seinen Eindrücken. "Ich denke, die Bremsen funktionierten nicht. Ich kann mir keine andere Ursache vorstellen. Der Bus fuhr von der Quinta Splendida los, nach einigen Sekunden wurde er immer schneller. Er schlug gegen die Mauer, wir glaubten sofort, dass er ausser Kontrolle geraten war. Er wurde immer schneller, und dann überschlug er sich", sagte der Mann nach einem Bericht der Online-Zeitung "Observador".

Er hatte sich laut Bericht bei dem Unfall eine Rippe gebrochen, seine Frau wurde am Nacken leicht verletzt. Alter und Herkunft des Ehepaars nannte "Observador" nicht.

Die Frau erzählte, dass ein Tipp auf dem Hinflug wohl dafür gesorgt habe, dass sie glimpflich davon kamen. "Im Flugzeug erklärten sie uns, was zu tun war. Wir kauerten uns zusammen wie die Babys. Und das war unser Glück", sagte sie.

29 Menschen tot - davon 27 aus Deutschland?

Unter den 29 Todesopfern sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin wahrscheinlich 27 deutsche Staatsangehörige. Nach portugiesischen Medienberichten könnten auch zwei Einheimische getötet worden sein. Die Identifizierung der Opfer soll nach Angaben des Krankenhauses "Dr. Nélio Mendonça" in Funchal voraussichtlich bis Samstag abgeschlossen sein.

27 Menschen wurden bei dem Unfall verletzt, die meisten sind laut Medienberichten ebenfalls Deutsche sowie zwei Portugiesen: der Fahrer und ein Reiseführer.

Laut "Observador" waren am frühen Nachmittag noch 19 Verletzte im Krankenhaus. Vier lägen auf der Intensivstation, einer würde operiert. Acht Menschen konnten das Krankenhaus verlassen.

Die Bundesregierung machte weiter keine Angaben über die Zahl der ums Leben gekommenen Deutschen. Kanzleramtschef Helge Braun begründete das damit, dass zunächst die Angehörigen informiert würden.

"Die Bundesregierung unternimmt nun alles, um dafür zu sorgen, dass schnell Gewissheit für die Angehörigen herrscht", sagte er vor Journalisten in Berlin. Es sei "eine Reisegruppe von vorwiegend deutschen Urlaubern" betroffen.

Bus kommt in Kurve von Fahrbahn ab

Die Urlauber wollten vom Hotel Quinta Splendida im östlich der Inselhauptstadt gelegenen Ort Caniço zu einem traditionellen Abendessen nach Funchal. Der Bus fuhr eine leicht abschüssige Strasse hinunter und bog dann links ab. In der Kurve kam er - nur rund 250 Meter vom Hotel entfernt - von der Fahrbahn ab.

Der Bus stürzte mehrere Meter tief und schlug in ein Haus ein. Dessen Bewohner war laut "Observador" nicht zuhause. Eine Augenzeugin sagte dem Sender TVI24, dass sie laute Schreie aus dem Bus hörte. Der Bus wurde Donnerstagfrüh geborgen, auf Fotos klaffte ein grosses Loch im Ziegeldach und der Rückwand des Hauses.

Bei einem schweren Busunglück auf der portugiesischen Halbinsel Madeira am Mittwoch starben 29 deutsche Touristen. 27 weitere Menschen wurden verletzt. Die Anteilnahme ist riesig - auch bei der deutschen Regierung.

Der Reiseveranstalters trendtours teilte mit, dass nach Erkenntnisstand von Donnerstagnachmittag 51 seiner Gäste an Bord des Unglücksbusses waren. Der Veranstalter Schauinsland-Reisen meldete, dass zwei seiner Gäste im Bus sassen. Das wäre in der Summe ein Gast mehr als die mutmasslich 27 deutschen Toten und die maximal 25 deutschen Verletzten.

TVI24 berichtete, das zwei Busse mit deutschen Urlaubern von dem Hotel losgefahren seien. Der zweite Bus war in den Unfall nicht verwickelt.

Busfahrer galt als erfahren

Der verunglückte Bus war erst fünf bis sechs Jahre alt, der Mann am Steuer galt als erfahrener Fahrer. Der Vizepräsident der Regionalregierung von Madeira, Pedro Calado, nannte alle Mutmassungen zur Unglücksursache "verfrüht". Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein.

Die portugiesische Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer bis einschliesslich Samstag an. Ministerpräsident António Costa kondolierte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er sei bestürzt und übermittle der Kanzlerin "in dieser schweren Stunde" sein Bedauern, twitterte Costa noch am Mittwochabend. Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa wird am Freitag auf Madeira erwartet.

Die sehr gebirgige "Blumeninsel" von der Grösse Hamburgs ist neben der Algarve das beliebteste Reiseziel der Deutschen in Portugal. Nach Angaben des Portals A-Z Madeira stellten Deutsche und Briten 2017 je ein Fünftel der 1,3 Millionen Urlauber. (hub/dpa)

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Bilder des Busunglücks auf Madeira: 29 Tote - Opfer wohl alle aus Deutschland

Bei einem Busunglück auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira am Mittwochabend sind 29 Menschen ums Leben gekommen. Der Fahrer verlor offenbar die Kontrolle über den mit mehr als 50 Passagieren besetzten Reisebus. Das Fahrzeug kam anschliessend von der Strasse ab, rutschte eine Böschung herunter und stürzte auf ein Haus. Offenbar überschlug sich das Fahrzeug dabei mehrfach.
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