In New York herrscht Ausnahmezustand. Bürgermeister Bill de Blasio schlägt wegen der Coronavirus-Pandemie Alarm: "Wenn wir nicht mehr Beatmungsgeräte in den nächsten zehn Tagen bekommen, werden Menschen sterben, die nicht sterben müssen."

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In New York erinnert an diesen Tagen nichts an das strahlend freudige Leben der US-Metropole. Wo sich sonst Menschenmassen entlang des Broadway voreinander herschieben, herrscht derzeit gähnende Leere. New York ist das Epizentrum der Coronavirus-Pandemie in den USA.

Die Zahl der Infizierten in New York steigt weiter stark an. Etwa fünf Prozent aller Fälle weltweit gehen auf den US-Bundesstaat zurück, wie die "New York Times" berichtet. Bisher gibt schon mehr als 20.000 bestätigte Sars-CoV-2-Infektionen. Landesweit gibt es keine Region, die schlimmer betroffen ist.

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Verzweifelt werden mehr Intensivbetten geschaffen

Die Stadt bemüht sich verzweifelt, mehr Intensivbetten zu schaffen. Ein Lazarettschiff des US-Militärs mit 1000 Betten soll bald eintreffen. Zudem soll das Militär unter anderem in einem Messezentrum in Manhattan ein Notlazarett mit nochmals bis zu 1000 Betten einrichten, weitere sind für angrenzende Gebiete im Staat New York angefordert.

Gouverneur Andrew Cuomo appellierte an die knapp neun Millionen Menschen in New York, sich an die Ausgangsbeschränkungen zu halten, nachdem es am Samstag bei Frühlingswetter zu Menschenansammlungen in öffentlichen Parks gekommen war. "Das ist nicht das Leben, wie wir es gewohnt sind", sagte Cuomo. Etwa 40 bis 80 Prozent der Bevölkerung würden in den kommenden Monaten infiziert werden, warnte er.

New York droht der Corona-Kollaps

Wegen der Pandemie könnte in den Kliniken New Yorks in wenigen Tagen wichtige Ausrüstung fehlen. "Offen gesagt, sind wir rund zehn Tage davon entfernt, weit verbreitete Engpässe bei Beatmungsgeräten, chirurgischen Masken, den für den Betrieb von Krankenhäusern notwendigen Dingen zu erleben", sagte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio am Sonntag dem US-Sender CNN.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio

Wenn dieses Problem nicht gelöst werde, werde dies Menschenleben kosten. "Wenn wir nicht mehr Beatmungsgeräte in den nächsten zehn Tagen bekommen, werden Menschen sterben, die nicht sterben müssen", sagte de Blasio. "So einfach ist das."

Der Bürgermeister unterstützte daher das Vorhaben von US-Präsident Donald Trump, die Produktion und Verteilung dringend benötigter medizinischer Ausrüstung mithilfe der Armee auszuweiten. Das "Schlimmste kommt noch", warnte de Blasio und nannte die Pandemie "die grösste inländische Krise seit der Grossen Depression" in den 1930er Jahren.

USA: Krankenhäuser sagen alle nicht notwendigen Eingriffe ab

In der grössten Stadt der Vereinten Staaten herrscht Ausnahmezustand. Ansammlungen von Menschen in Parkanlagen oder auf Spielplätzen sind im gesamten Staat nicht erlaubt. Sonntagabend mussten Einkaufszentren, Friseursalons, Büchereien, Restaurants und andere "nicht lebensnotwendige" Einrichtungen schliessen.

Viele Firmen dürfen ihre Mitarbeiter nur noch von zu Hause aus arbeiten lassen. Schulen, Museen, Kinos und viele Geschäfte sind bereits seit Tagen geschlossen. Selbst die Krankenhäuser sagen inzwischen alle nicht notwendigen Eingriffe ab.

Die ersten Coronavirus-Fälle in den USA waren Ende Januar aufgetreten. Bis Montagmittag waren landesweit etwa 40.000 Menschen positiv auf das Virus getestet worden, 467 Todesfälle wurden gemeldet. (msc/dpa/afp)

Verwendete Quelle:

  • ntv.de: New York schlägt Corona-Alarm

COVID-19-Impfstoff: Frau in USA lässt sich für Corona-Experiment impfen

In den USA hat erstmals ein Freiwilliger testweise einen möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus injiziert bekommen. Das sei Teil der ersten Phase des klinischen Tests des Impfstoffs an einem Forschungsinstitut in der nordwestlichen Metropole Seattle, teilten die zum US-Gesundheitsministerium gehörenden National Institutes of Health (NIH) am Montag mit.