Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus' ergreift China drastische Massnahmen. Trotzdem ist die Zahl der Infizierten sprunghaft angestiegen. Eine Entspannung zeichnet sich noch nicht ab, denn bei 5.800 Verdachtsfällen steht die Diagnose noch aus.

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Die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit in China ist bis Montag um 24 auf 80 gestiegen. Innerhalb eines Tages kletterte die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuen Coronavirus in der Volksrepublik um mehr als 700 auf 2.744, wie das Staatsfernsehen unter Berufung auf die Behörden berichtete. Mit den rund 40 Fällen weltweit sind damit fast 2.800 Fälle bestätigt.

Über 5.000 weitere Verdachtsfälle in China

Die Zahl der Infizierten in China kann noch weiter stark steigen, da es nach diesen Angaben rund 5.800 Verdachtsfälle gibt, wo die Diagnose noch nicht abgeschlossen ist.

In Hongkong, Taiwan und Macao gibt es zudem 17 bestätigte Erkrankungen. Von den Patienten in China sind 461 schwer erkrankt. Allein in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo der Erreger vermutlich erstmals vom Tier auf den Menschen übersprang, ist der Zustand von 69 Erkrankten kritisch.

China verlängert kurzfristig Ferien zu Neujahrsfest

Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung der Lungenkrankheit hat China drastische Massnahmen ergriffen. Die Regierung in Peking kündigte nun auch an, dass die Ferien über das laufende Neujahrsfest um drei Tage bis einschliesslich Sonntag verlängert werden.

Mit der Massnahme sollten grösste Menschenansammlungen und damit eine weitere Verbreitung des Erregers verhindert werden, hiess es zur Begründung. Das Virus ist inzwischen in fast jeder Provinz oder Region des Landes aufgetaucht.

Gefahr in Deutschland weiter "sehr gering"

Deutschland ist nach Ansicht des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gut vor dem neuen Coronavirus geschützt. An Flughäfen, wo das Virus eingeschleppt werden könnte, sei man dank stetiger Übungen "sehr gut gewappnet", sagte der Präsident des RKI, Lothar Wieler, am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

Falls das Virus nach Deutschland eingeschleppt werden sollte, sei es wichtig, dies früh zu erkennen. Die Gefahr für die deutsche Bevölkerung durch das Virus sei weiter "sehr gering".

In Ländern ausserhalb Chinas, wo die Epidemie ihren Anfang nahm, wurden bereits Dutzende Nachweise gemeldet. In Europa wurden bisher nur von Frankreich erste eingeschleppte Infektionen gemeldet.

WHO-Chef reist zu Beratungen nach China

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, will zu Beginn der Woche bei einem Besuch in China über Massnahmen im Kampf gegen das Virus beraten.

"Ich bin auf dem Weg nach Peking", schrieb er am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter. In der chinesischen Hauptstadt wolle er mit Regierungsvertretern und Gesundheitsexperten zusammenkommen. (jwo/dpa/afp)  © dpa

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