Strassburg atmet auf: Chérif Chekatt ist tot. Der Attentäter, der 48 Stunden zuvor im Umfeld des Weihnachtsmarkts drei Menschen getötet und 12 zum Teil schwer verletzt hatte, wurde von Polizisten getötet. Chekatt war nicht geflohen, sondern in Strassburg geblieben.

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Chérif Chekatt ist tot. Der mutmassliche Attentäter von Strassburg starb 48 Stunden nach seinem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Strassburg durch Polizeikugeln.

Am Ende war der Franzose nordafrikanischer Herkunft gar nicht weit gekommen. Chérif Chekatt starb in dem Viertel, in dem er schon kurz nach der Tat vermutet wurde.

Zwei Tage der Angst

Zwei Tage lang hatte der mutmassliche Strassburger Attentäter die französische und deutsche Polizei in Atem gehalten. Hunderte Polizisten suchten im deutsch-französischen Grenzgebiet nach dem Mann, der in der weihnachtlichen geschmückten Strassburger Innenstadt das Feuer auf Menschen eröffnet hatte.

Am Donnerstagabend machten drei Polizisten den mutmasslichen Attentäter auf einer Strasse im Stadtteil Neudorf aus.

Sie wollten ihn verhaften, der 29-Jährige eröffnete das Feuer. Sekunden später war er tot - getötet von den Polizisten. Er starb wie seine Opfer - auf einer Strasse in Strassburg.

Der französische Innenminister Christophe Castaner schilderte das Geschehen nur gut eine Stunde später bei einem kurzfristig einberufenem Pressestatement. "Ich denke an Strassburg, ich denke an Frankreich, das durch diesen Angriff verwundet wurde."

Drei Menschen haben bei dem blutigen Terroranschlag ihr Leben verloren. Ein Tourist aus Thailand, der gerade erst in der "Weihnachtshauptstadt", wie sich Strassburg selbst nennt, angekommen war. Ein Franzose, der vor einem Restaurant auf seine Familie wartete. Ein Mann, der vor Jahren vor dem Krieg in Afghanistan geflohen war - er soll vor den Augen seiner Familie erschossen worden sein, wie die Regionalzeitung "Dernières Nouvelles d'Alsace" schreibt.

Ein Opfer ist hirntot

Ein weiteres Opfer ist hirntot, die Hirnfunktionen sind unwiderruflich ausgefallen. Nur mit Maschinen kann das Opfer noch am Leben gehalten werden. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Zeugen berichteten, der Angreifer habe "Allahu Akbar" ("Allah ist gross") gerufen.

Für das in den letzten Jahren von Terror gezeichnete Frankreich ist es eine weitere schmerzhafte Erinnerung daran, dass Terroristen überall und zu jeder Zeit zuschlagen können.

"Es war nicht nur Frankreich, das getroffen wurde - eine französische Stadt, unsere Bürger -, sondern es war genauso eine grosse europäische Stadt, die vor einigen Tagen tödlich getroffen wurde", resümierte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Nachdem der mutmassliche Angreifer unschädlich gemacht wurde, dürfte in Strassburg wieder etwas Normalität einkehren.

Der Weihnachtsmarkt öffnet wieder

Am Freitag soll der Weihnachtsmarkt wieder öffnen. Die vielen Stände und Attraktionen in der Innenstadt waren nach dem Anschlag zunächst geschlossen geblieben. Die Wiedereröffnung kündigte Innenminister Castaner bereits kurz vor der Nachricht von Chekatts Tod an. "Der Terrorist wird festgenommen werden", sagte er vielversprechend.

In den vergangenen Tagen herrschte in der Stadt am Rhein Ausnahmezustand. Die nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernte Grenze nach Deutschland wurde scharf kontrolliert.

Erst am Nachmittag gab es einen Polizeieinsatz in Neudorf, Dutzende Polizeiwagen standen auf der Strasse. Schwer bewaffnete Sicherheitskräfte sicherten das Gebiet, Blaulicht überall. Nur wenige Stunden später war das Viertel nahe der Innenstadt wieder Schauplatz des Geschehens.

Dort hatte sich der mutmassliche Täter bereits unmittelbar nach dem Anschlag am Dienstagabend mit einem Taxi absetzen lassen und war danach verschwunden. Menschen sollten das Viertel schon kurz nach der Tat auf Geheiss der Sicherheitskräfte meiden.

Chekatt habe dort am Donnerstag eine Frau angesprochen, berichteten mehrere Medien. Diese habe bemerkt, dass der Mann verletzt gewesen sei und daraufhin die Sicherheitskräfte alarmiert.

Chekatts Leiche im Hauseingang

Der Sender BFMTV zeigte auch ein Foto, auf dem der getötete Chekatt zu sehen sein soll. Seine Leiche liegt auf dem Bürgersteig, teils in einer Art Hauseingang.

Nur kurze Zeit später sicherten Menschen in weissen Schutzanzügen den Tatort vor dem Haus Nummer 74 in der Rue de Lazaret. Dutzende Polizeifahrzeuge standen dort, ein Hubschrauber kreiste in der Luft.

"Dieser Terrorist" ist tot, versicherte Strassburgs Bürgermeister Roland Ries mit trotziger Stimme am Abend. Fast gleichzeitig reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat den Terroranschlag für sich. Chekatt sei ein Soldat des IS gewesen.

Mit Chekatts Tod endet nun nicht nur die Jagd der Polizei, sondern auch eine bemerkenswerte kriminelle Karriere. Mit 13 Jahren wurde er das erste Mal verurteilt, er sass etliche Male wegen Einbrüchen im Gefängnis in Frankreich und Deutschland.

Dort soll er sich radikalisiert haben. Deutsche Behörden bescheinigten ihm bereits vor zwei Jahren: "Von Ihnen geht auch eine konkrete Gefahr neuer Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung aus." (dpa/hau)

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So lief der Einsatz gegen Chekatt

Grosseinsatz der Polizei beendet nach 48 Stunden den Angstzustand in Strassburg und Europa. Der IS-Terrorist eröffnet das Feuer auf die Beamten und stirbt bei der Schiesserei.