Bei ihrem Terrorüberfall haben die Hamas und andere Terroristen mehr als 250 Menschen verschleppt. Israels Armee birgt nun zwei Leichen.

Israels Armee hat die Leichen zweier aus Israel entführter Menschen im Gazastreifen geborgen und nach Israel gebracht. Bei einem der Entführten handelt es sich um einen Israeli, der bereits am Tag des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023 getötet worden ist, wie der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Angaben seines Büros mitteilte. Angehörige der Streitkräfte hätten "die Leiche von Ilan Weiss und die sterblichen Überreste einer weiteren Geisel" geborgen, erklärte die Armee am Freitag.

Zur Identität der zweiten Person gab es zunächst keine Informationen. Die sterblichen Überreste würden identifiziert. Insgesamt werden nun noch 48 Geiseln im Gazastreifen festgehalten, 20 davon sollen am Leben sein.

"Ilan bewies Mut und Grossmut im Kampf gegen die Terroristen an diesem dunklen Tag. Mit seinem Tod schenkte er Leben."

Izchak Herzog

Ilan Weiss stammte aus dem Kibbuz Beeri und versuchte nach Angaben des Forums der Geisel-Familien während des Grossangriffs der Hamas und anderer Islamisten die eindringenden Terroristen abzuwehren. Erst im Januar 2024 wurde demnach offiziell bestätigt, dass er dabei ums Leben kam. "Ilan bewies Mut und Grossmut im Kampf gegen die Terroristen an diesem dunklen Tag. Mit seinem Tod schenkte er Leben", sagte Israels Präsident Izchak Herzog. Er sprach der Familie sein Mitleid aus.

Weiss' Frau und eine seiner drei Töchter wurden entführt und kamen knapp zwei Monate später im Rahmen eines Gaza-Abkommens frei. Berichten zufolge war der Mann 56 Jahre alt.

Video von Geisel sorgte zuletzt für Entsetzen

Noch immer befinden sich Dutzende israelische Geiseln in den Händen der Hamas. Ein Video einer ausgehungerten Geisel in einem Tunnel im Gazastreigen hat in Israel für Entsetzen gesorgt: Die Familie des 24-jährigen Evyatar David, der seit fast 22 Monaten im Gazastreifen festgehalten wird, warf der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas Anfang August vor, den jungen Mann zu Propagandazwecken auszuhungern.

"Die Hamas benutzt unseren Sohn als lebendes Versuchsobjekt in einer abscheulichen Hungerkampagne", erklärte seine Familie.

"Das absichtliche Aushungern unseres Sohnes als Teil einer Propagandakampagne ist eine der schrecklichsten Taten, die die Welt je gesehen hat", hiess es in der Erklärung der Familie weiter. David war während des Hamas-Angriffs auf Israel am 7. Oktober 2023 zusammen mit einem Freund vom Nova-Musikfestival im Süden Israels in den Gazastreifen verschleppt worden.

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Israelische Armee erklärt Stadt Gaza zum "gefährlichen Kampfgebiet"

Angesichts ihrer angekündigten Militäroffensive hat die israelische Armee die Stadt Gaza zum "gefährlichen Kampfgebiet" erklärt. Ab 10.00 Uhr (Ortszeit, 09.00 Uhr MESZ), werde die "örtliche taktische Pause" des Armeeeinsatzes nicht mehr gelten, erklärten die Streitkräfte am Freitag.

Damit hoben sie eine Beschränkung der Kampfhandlungen auf, die Ende Juli für die Stadt Gaza und weitere Gebiete erlassen worden war, um UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen den "sicheren Transport" von Hilfsgütern zu ermöglichen. Die Armee erklärte am Freitag, sie werde parallel zu ihrem militärischen Vorgehen gegen "Terrororganisationen im Gazastreifen" weiterhin "humanitäre Anstrengungen unterstützen". (dpa/afp/bearbeitet von nap)