• 2020 stellten nur noch etwas mehr als 100.000 Menschen in Deutschland einen Asylantrag.
  • Bundesinnenminister Horst Seehofer sieht beim Thema Migration dennoch neuen Handlungsbedarf.
  • Er ist sich sicher, dass die Zuwandererzahl wieder steigen wird.

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Bundesinnenminister Horst Seehofer ist mit den Ergebnissen der deutschen Migrations- und Flüchtlingspolitik zufrieden, rechnet jedoch mit neuen Problemen. "Es zeichnet sich aber ab, dass die Migrationszahlen wieder deutlich steigen, insbesondere auf der Balkanroute", sagte der CSU-Politiker, dessen Corona-Infektion am Montag bekannt geworden war, der Deutschen Presse-Agentur.

"Darüber werde ich mit meiner Fraktion reden. Wir müssen etwas tun, damit wir nicht wieder in bedenkliche Grössenordnungen kommen", sagte Seehofer, der sich nach der Bildung der nächsten Bundesregierung aus der aktiven Politik zurückziehen will. "Ich bin überzeugt, dass das Thema Migration auch bei meiner Amtsübergabe noch aktuell sein wird", fügte er hinzu.

In der Vergangenheit habe es für den Zuzug von Flüchtlingen immer dann eine breite Akzeptanz der Bevölkerung gegeben, wenn pro Jahr nicht mehr als 200.000 aufgenommen worden seien. "Wenn es deutlich mehr wurden, sind gesellschaftliche und politische Probleme entstanden." Dies habe Parteien wie den Republikanern genutzt - "auch die AfD hat das 2015 zu ihrem Thema gemacht".

Über 100.000 Asylanträge in Deutschland im Jahr 2020

Im vergangenen Jahr war für 102.581 Ausländer erstmals ein Asylantrag in Deutschland gestellt worden. Darunter waren 26.520 Anträge auf Schutz, die in Deutschland geborene Kinder im Alter von unter einem Jahr betrafen.

2019 waren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 142.509 Asylerstanträge eingegangen. Pro Asyl hatte im vergangenen Januar kritisiert, "diese geringen Zugangszahlen sind eine Folge der rigorosen Grenzabriegelung Europas". Die griechisch-türkische Landgrenze, die ungarische und kroatische EU-Aussengrenze seien systematisch abgeriegelt worden. (dpa/lh)

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