Kurioser Ausgang bei den Unterhauswahlen in Nevada: In dem US-Bundesstaat hat ein Toter den Urnengang gewonnen. Dennis Hof, Republikaner und ehemaliger Bordellbesitzer, siegt im Stimmbezirk 36 souverän - dabei ist er bereits vor mehr als drei Wochen verstorben.

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Kuriosum bei den Unterhauswahlen im US-Bundesstaat Nevada. Dort hat der republikanische Kandidat Dennis Hof die Abstimmung gewonnen. Das Problem dabei: Hof ist bereits seit mehr als drei Wochen tot. Er starb am 16. Oktober im Alter von 72 Jahren.

Hof, der mehrere Bordelle in dem Bundesstaat besessen hat, fuhr im Rahmen der US-Kongresswahlen dabei einen regelrechten Kantersieg ein: In seinem Stimmbezirk 36 führt er nach jüngsten Hochrechnungen mit 36 Prozentpunkten Vorsprung vor seiner demokratischen Konkurrentin Lesia Romanov.

Wieso einen Toten wählen?

Stellt sich die Frage: Wieso gibt ein Wähler einem Toten seine Stimme? Laut New York Times gibt es für Hofs Erdrutschsieg eine einfache Erklärung.

Hintergrund ist das spezielle Wahlrecht in dem Bundesstaat, wonach im Fall der Wahl eines Toten eine Kommission bestehend aus Vertretern der drei Bezirke Nye County, Lincoln County und Clark County einen adäquaten "Repräsentanten" für den toten Wahlsieger bestimmen müssen - also eine Person, die den Verstorbenen politisch gesehen am besten vertritt.

Frei nach dem Motto "Hauptsache ein Republikaner" haben die Menschen ihre Stimme also einem Toten gegeben - in dem Wissen, dass zumindest ein inhaltlich ihm ähnlicher Politiker am Ende das Rennen macht.

Dennis Hof: Bordellbesitzer und "Trump von Pahrump"

Dennis Hof machte zu Lebzeiten gleich mehrfach Schlagzeilen. Als Besitzer von sieben legalen Bordellen und weiteren Unternehmen war er auch ein gefragter Mann im Unterhaltungsfernsehen.

Er hatte eine eigene Sendung beim Pay-TV-Kanal HBO und zahlreiche Auftritt bei einschlägigen konservativen Sendern wie Fox News, aber auch CNN und MSNBC.

Hof, der sich selbst den Beinamen "Trump von Pahrump" in Anlehnung an seine politische Nähe zum US-Präsidenten und eine Stadt in seinem Heimatbezirk Nye County gab, sah sich zu Lebzeiten zudem mit zahlreichen Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe, Frauenfeindlichkeit und Betrugs konfrontiert. (szu)

Verwendete Quellen:

Ein Fiasko war es nicht - Donald Trump kassierte höchstens ein blaues Auge. Die Kongresswahlen gerieten nicht zur befürchteten Abrechnung mit der Politik des US-Präsidenten. Von einem "grossartigen Erfolg" zu sprechen, wie Trump es tut, ist dann aber doch übertrieben. Klar ist aber: Ein Denkzettel für einen amtierenden Präsidenten waren diese Wahlen nicht.