• Die Inflation lässt die Lebensmittelpreise stark ansteigen.
  • Auch in den kommenden Monaten soll die Inflationsrate konstant bleiben.
  • Verbraucher bekommen dadurch weniger Waren für ihr Geld.
  • Wie Sie bei Ihrem Einkauf dennoch Geld sparen und trotzdem nicht auf nachhaltige Aspekte verzichten müssen, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Mehr Ernährungsthemen finden Sie hier

Im April lag die Inflationsrate in Deutschland bei 7,4 Prozent – ein Allzeithoch seit Beginn der Datenerhebung des ifo Instituts. In Österreich ist die Lage mit 7,2 Prozent kaum besser. Auch in der Schweiz steigt die Inflation, wenn auch mit 2,5 Prozent vergleichsweise moderat.

Auch für die kommenden Monate lautet die Prognose der ifo-Forscher, dass die Inflationsrate bei über sieben Prozent liegen wird. Für unseren Alltag bedeutet diese Statistik schlichtweg, dass wir weniger Waren für unser Geld bekommen. Bei den aktuellen Preissteigerungen auch noch nachhaltig einkaufen zu können, scheint ein regelrechter Widerspruch zu sein. Doch es gibt Wege, wie Sie beides miteinander kombinieren können. Hier sind unsere Tipps dafür.

1. Saisonal einkaufen

Was bereits vor der Inflation galt, gilt auch jetzt: Wer zur richtigen Zeit das heimische Obst und Gemüse kauft, spart bares Geld. Das liegt nahe, denn Erdbeeren, die beispielsweise im Dezember gekauft werden, müssen über lange Transportwege in die Geschäfte geschafft werden. Dadurch werden unnötige Emissionen freigesetzt und der Anbau von Gemüse und Obst in Regionen, in denen sowieso schon Wassermangel herrscht, unterstützt. Wenn die Lebensmittel um die halbe Welt geflogen worden sind, enthalten sie ausserdem kaum noch Vitamine und schmecken zudem nicht mehr besonders gut. Kauft man regionales Obst und Gemüse hingegen während der Saison, sind die Preise günstiger. Viele Websites bieten sogenannte Saisonkalender an, die Ihnen dabei helfen, das passende Lebensmittel für die jeweilige Jahreszeit zu finden.

2. Frische Zutaten statt Fastfood

Abends nach der Arbeit die Fertigpizza in den Ofen zu schieben, klingt verlockend. Doch es ist wesentlich günstiger den Pizzateig, die Tomatensauce und die Zutaten für den Belag extra zu kaufen. Das liegt daran, dass die frischen Zutaten in der Regel nicht nur weniger kosten, sondern auch für grössere Portionen sorgen, die für die ganze Familie ausreichen oder am nächsten Tag gegessen werden können. Im Gegensatz zu frischen Lebensmitteln werden Fertigprodukte ausserdem viel stärker verarbeitet, was häufig zu einem Verlust von Vitaminen und Nährstoffen führt. Darüber hinaus besitzen diese Convenience-Produkte auch viel Salz, Fett oder Zucker. Diese schaden nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Figur. Fertiggerichte haben zudem einen schädlichen Einfluss auf die Umwelt, da deren Herstellung mit viel Aufwand verbunden ist.

3. Kein importiertes Essen kaufen

In vielen Regionen herrscht Wassermangel, etwa in den Provinzen Almeria und Murcia in Spanien. Von dort stammt jedoch sehr viel Obst und Gemüse, das in Deutschland verkauft wird. Gleiches gilt für Ananas oder Bananen, die um die halbe Welt geflogen wurden, um auf deutschen Tellern zu landen. Denn Lebensmittel, die mit dem Flugzeug transportiert werden, weisen eine besonders schlechte Ökobilanz auf. Eine Produktion in der Region hingegen bedeutet kürzere Transportwege. Darüber hinaus werden keine beheizten Gewächshäuser mehr benötigt. Nicht nur für die Umwelt und das Klima lohnt es sich also, Essen aus der Region zu kaufen. Regionales Obst und Gemüse sind zudem oft günstiger als Importware.

4. Mehr Pflanzliches, weniger Fleisch

Gutes Fleisch ist in der Regel recht teuer. Bio-Fleisch kostet je nach Tierart drei- bis viermal mehr als billig produziertes Fleisch. Das liegt daran, dass das Fleisch aus dem Discounter häufig aus der Massentierhaltung stammt und dazu eine minderwertige Qualität besitzt. Den Tieren etwas Gutes tun und gleichzeitig den Geldbeutel schonen, können Sie, indem Sie weniger Fleisch essen. Die Herstellung von tierischen Produkten hat ausserdem mehr Auswirkungen auf die Umwelt als die von pflanzlichen Lebensmitteln, besonders weil für das Futter der Tiere grosse Anbauflächen benötigt werden.

Lesen Sie auch:

5. Leitungswasser trinken

Auch für Wasser wird viel Geld ausgegeben. Wer aufhört, Mineralwasser zu kaufen und stattdessen Leitungswasser trinkt, kann seine Kosten ebenfalls reduzieren. Denn in Deutschland kostet ein Liter Wasser aus der Flasche bis zu 500-mal mehr als ein Liter Leitungswasser. Obendrein erübrigt sich das Kistenschleppen und die Pfandrückgabe. Das Wasser direkt aus der Leitung zu trinken ist zudem umweltfreundlicher als der Konsum von Mineralwasser. Mehrwegflaschen müssen unter hohem Energieverbrauch wieder aufbereitet werden. Hinzu kommt: die LKW-Transporte von Flaschen belasten die Umwelt. Von dem anfallenden Plastikmüll ganz zu schweigen. Für eine bessere Wasserqualität kann ein Trinkwasserfilter sorgen. Dessen Aktivkohle entfernt sämtliche Schad- und Fremdstoffe sowie Chlor, was den Geschmack und Geruch des Wassers deutlich verbessert, obwohl es in Deutschland generell kaum Qualitätsunterschiede zwischen Leitungs- und Mineralwasser gibt.

Verwendete Quellen:

  • Ifo.de: So viele Unternehmen wie nie wollen die Preise erhöhen
  • Bmuv.de: Mein Essen, die Umwelt und das Klima
  • Utopia.de: Nachhaltig einkaufen, aber günstig: 13 Tipps
Interessiert Sie, wie unsere Redaktion arbeitet? In unserer Rubrik "So arbeitet die Redaktion" finden Sie unter anderem Informationen dazu, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte kommen. Unsere Berichterstattung findet in Übereinstimmung mit den JTI-Standards der Journalism Trust Initiative statt.
Rhababer, Rezepte, Kochen, Rhababerkuchen, Rhababersaft, Saisonrhababer
Bildergalerie starten

Ob süss oder herzhaft: Leckere Saisonrezepte mit Rhabarber

Kompott, Kuchen und Konfitüren zählen zu den bekanntesten Rezepten mit Rhabarber. Doch mit dem leckeren Stangengemüse lässt sich eine Vielzahl an herzhaften und süssen Gerichten zaubern, wie zum Beispiel Eintopf, Creme und Smoothies. Wir zeigen Ihnen, was Sie bei der Zubereitung des beliebten Frühlingsgemüses beachten müssen.
Teaserbild: © picture alliance / Zoonar/Katerina Solovyeva