Immer weniger Hilfe erreicht Kinder in Not. Die deutsche First Lady Elke Büdenbender besucht ein Warenlager von UNICEF, um zu verstehen, wie die Unterstützung aus Europa koordiniert wird.
Angesichts weltweiter Kriege und Krisen drängt die UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender darauf, das Leid von Kindern stärker in den Mittelpunkt zu rücken.
"Die grösste Herausforderung sehe ich darin, den Regierungen der Geberländer zu zeigen, wie elementar wichtig es ist, Kinderleben weltweit zu schützen und zu retten. Denn die Kinder sind die Zukunft von uns allen", sagte Büdenbender, die Frau von Bundespräsident
Während viele Staaten ihre Militärausgaben erhöhen und zugleich bei der humanitären Hilfe sparen, betonte Büdenbender: "Eine gute Entwicklungszusammenarbeit ist auch gute Sicherheitspolitik." Denn Organisationen wie UNICEF gäben Kindern nicht nur lebenswichtige Nahrung und Medizin, sondern eine echte Chance auf ein gutes Leben.
Hunderttausende Kinder im Libanon brauchen Unterstützung
Aktuell bedroht etwa der Krieg im Nahen Osten die Versorgung vieler notleidender Kinder. Durch hohe Treibstoff- und Transportkosten, anhaltende Gewalt und die Blockade wichtiger Seewege wie der Strasse von Hormus verzögern sich laut UNICEF die Lieferung lebenswichtiger Güter bis zu einem halben Jahr.
Doch allein im Libanon seien Hunderttausende Kinder auf der Flucht und dringend auf die Hilfe angewiesen. "Viele Kinder im Libanon haben Schreckliches erlebt: Sie mussten Hals über Kopf fliehen, haben Gewalt erfahren und jedes Gefühl von Sicherheit verloren" sagt Büdenbender laut Pressemitteilung. Erst kurz vor Beginn der aktuellen Eskalation hat sie in einem UNICEF-Kinderzentrum im Libanon mit Kindern gesprochen.
"Für viele ist ungewiss, ob sie jemals zurückkehren können. Andere finden nur noch Trümmer vor, wo einst ihr Zuhause war. Welche seelischen Wunden das hinterlässt, lässt sich kaum ausmalen. Umso wichtiger ist es, dass wir den Kindern weiter zur Seite stehen."
Explodierende Kosten und Lieferketten unter Druck
Die aktuellen Budgetkürzungen hätten zudem "enorme Auswirkungen", sagte die stellvertretende Leiterin der UNICEF Supply Division, Regine Weber. "Wenn also gleichzeitig aufgrund der Krise die Kosten explodieren und sich Lieferungen immer stärker verzögern, bedeutet das, dass immer weniger Geld die Kinder erreicht."
Das Logistikzentrum in der dänischen Hauptstadt ist nach Angaben von UNICEF das grösste humanitäre Warenlager der Welt. Von hier aus gehen medizinische Ausrüstung, Nahrung und Spielsachen, aber etwa auch Schulmaterialien in Krisenregionen.
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Weitere Hilfslieferungen von UNICEF erreichen den Libanon
Letzte Woche erreichte der dritte Flug mit Hilfsgütern aus dem UNICEF-Warenlager seit Anfang März den Libanon. An Bord waren neben Erste-Hilfe-Sets, Decken und Wassertanks auch Lern- und Spielmaterialien. Wegen der Blockade von Seewegen muss UNICEF bei seiner Arbeit teilweise auf Flüge ausweichen. "Lufttransporte sind sehr teuer - aber natürlich machen wir das, weil wir Leben retten müssen", sagte Regine Weber.
Im vergangenen Jahr lieferte UNICEF humanitäre Hilfsgüter im Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar allein in akute Krisenregionen weltweit.(dpa/bearbeitet von cm)