Einer der reichsten und erfolgreichsten Menschen der Welt feiert am 28. Oktober seinen 65. Geburtstag: Microsoft-Gründer Bill Gates, erfolgreicher Programmierer und Unternehmer, und einer der Pioniere der IT-Branche.

Mehr Promi-News finden Sie hier

Bill Gates, der sich mittlerweile von seinem Unternehmen Microsoft zurückgezogen hat und caritativen Aufgaben widmet, wird 65. Unstrittig sind sein Know-how und seine unternehmerische Leistung, umstritten seine Geschäftspolitik und einige Punkte innerhalb der Ausrichtung seiner Stiftung. Im Zuge der Corona-Pandemie ist er sogar ins Visier von Verschwörungsanhängern geraten.

Vom Kind wohlhabender Eltern zum reichsten Mann der Welt

William "Bill" Henry Gates III wurde am 28. Oktober 1955 in Seattle, Washington als zweites von drei Kindern geboren. Sein Vater, der kürzlich im Alter von 94 Jahren verstorben ist, war Rechtsanwalt, die Mutter Lehrerin. Die Familie war von Haus aus sehr wohlhabend.

1994 heiratete Bill Gates Melinda French, von Beruf Programmiererin. Das Paar hat zwei Töchter und einen Sohn. Gates' Hobbys sind Golf und Bridge.

Bill Gates zählt zu den reichsten Menschen der Welt. Sein Vermögen wird auf etwa 110 Milliarden US-Dollar geschätzt. 2003 errang er bei der Financial Times Platz 1 der Rangliste der angesehensten Unternehmer der Welt. Zwischen 1994 und 2014 führte er 15-mal die Liste der reichsten Menschen der Welt an.

Mittlerweile ist Gates vor allem caritativ tätig und spendet einen Grossteil seines Vermögens. Verschwenderisch war Gates allerdings beim Bau seines riesigen Anwesens, das 63 Millionen US-Dollar gekostet haben soll. Auch Vielfliegerei wird ihm oft zum Vorwurf gemacht.

Bill Gates: Seine Begabung zeichnete sich schon früh ab

Bereits in der Grundschule zeigte sich seine Begabung für Mathematik und Naturwissenschaften. Mit 13 wechselte er auf die Lakeside School, eine Privatschule, wo er mit dem Programmieren begann und auch Paul Allen kennenlernte.

In der achten Klasse programmierte er einen General Electric Computer seiner Schule mit BASIC-Programmen. Im Alter von 14 Jahren entwickelten die beiden Freunde Gates und Allen ein System zur Messung von Verkehrsströmen und gründeten ihre erste Firma Traf-O-Data.

Nach der Highschool ging Gates nach Harvard. Die meiste Zeit verbrachte er jedoch vor einem Computer. Er gründete ein Start-Up für Verkehrszählung, mit dem er jedoch scheiterte. Daraufhin überlegte er, wie sein Vater Anwalt zu werden. Doch er blieb beim Programmieren, und nachdem er und Allen 1974 die Programmiersprache Altair BASIC für Altair entwickelt hatten, brach er sein Studium ab, und die beiden Freunde gründeten 1975 Micro-Soft.

Lesen Sie auch: "World's most admired 2019": Das sind die meist bewunderten Personen weltweit

Mit Microsoft und Windows zum Erfolg

Im Gegensatz zu vielen anderen glaubte er an die Zukunft des PCs. Und er zeichnete sich nicht nur durch sein Talent beim Programmieren aus, sondern erwies sich auch als guter Geschäftsmann.

Von IBM kam der Auftrag zur Entwicklung eines Betriebssystems für die neuen Rechner von IBM. Er kaufte für etwa 50.000 US-Dollar die Rechte am System Qdos, und entwickelte es unter dem Namen MS-DOS weiter.

1985 brachte Microsoft die erste Version des Betriebssystems Windows heraus. Dieses entwickelte sich schnell zum Marktführer mit einem Marktanteil von 90 Prozent. In den 1990er Jahren hatte Microsoft im Kampf um den Internet-Browser die Nase vorn und überholte den damals verbreiteten Internet-Browser Netscape.

Zunächst verschlafen hat Microsoft weitere Entwicklungen des Internets sowie später den mobilen Sektor. Gates selbst bezeichnete es als verpasste Chance, dass Microsoft mit einem Betriebssystem für Mobiltelefone scheiterte: Mit Windows Mobile konnte es nicht überzeugen.

Ab der Jahrtausendwende zog sich Gates nach und nach aus dem Unternehmen zurück: 2000 gab er die Position als CEO ab, 2007 kündigte er seinen Abschied bei Microsoft an, 2008 zog er sich aus dem operativen Geschäft zurück und fungierte nur noch als Berater und Mitglied des Aufsichtsrates.

2011 veröffentlichte Microsoft-Mitbegründer Paul Allen eine Autobiografie, in der er behauptete, selbst der Visionär gewesen zu sein. Er warf Gates vor, ihn aus dem Unternehmen gedrängt zu haben. Gates selbst äusserte sich nicht zu den Vorwürfen.

Ehrendoktorwürden und Auszeichnungen

1992 wurde Gates in die American Academy of Arts and Science gewählt.

2005 wurde er von Queen Elisabeth II für die Bekämpfung von Armut und Krankheit und seinen Beitrag zur britischen Wirtschaft zum Knight Commander (KBE) ernannt - nach dem Sir der zweithöchsten Stufe des britischen Verdienstordens.

2002 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm, 2007 die der Harvard-University, und 2009 gemeinsam mit seiner Frau die der University of Cambridge. Beiden wurde ausserdem 2013 der Lasker-Bloomberg Public Service Award der Lasker Foundation zugesprochen. Ebenfalls 2013 erhielten sie den Bambi in der Kategorie "Milllennium" für ihre Stiftung.

2016 schliesslich zeichnete Präsident Obama ihn mit der Presidential Medal of Freedom aus, eine der höchsten zivilen Auszeichnungen der USA.

Die Bill & Melinda Gates Foundation - die grösste Stiftung der Welt

Die 1994 gegründete und zunächst vom Vater geführte Stiftung mit dem Namen "William H. Gates Foundation" wurde 1999 in den heutigen Namen "Bill & Melinda Gates Foundation" umbenannt. Das von Gates eingebrachte Stiftungskapital beläuft sich laut Stiftungsangaben auf über 36 Milliarden US-Dollar. Bis zu seinem Lebensende wolle er, so Gates, einen Grossteil seines Vermögens in die Stiftung einfliessen lassen; die Rede ist von 95 Prozent seines Vermögens.

Mit seiner Stiftung fördert Gates agrarische und medizinische Projekte in über 130 Ländern. Die Stiftung hat sich dem Kampf gegen Alzheimer und gegen Krankheiten in Ländern der Dritten Welt und für umfassenden Impfschutz verschrieben. Zielsetzungen sind unter anderem, Polio und Malaria auszurotten, das Aids-Virus zu bekämpfen und Säuglings- und Kindersterblichkeit zu minimieren.

Bill Gates im Zentrum von Verschwörungsmythen

Gelder der Stiftung fliessen auch in die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie in die Berliner Charité. Vielfach wird Gates unterstellt, er würde eine "Gesundheitsdiktatur" betreiben und den Organisationen vorschreiben, was sie tun sollen. Unbeirrbare werfen ihm sogar vor, er habe das Coronavirus selbst entwickelt, wolle den Menschen Mikrochips zur Überwachung von COVID-19 unter die Haut setzen, um sich so eine digitale Überwachung der Menschen zu sichern.

Dass er 2015 vor einer möglichen Pandemie gewarnt hatte, macht ihn für viele verdächtig. Unabhängig von den Verschwörungsmythen gab es aber auch bereits in der Vergangenheit immer wieder Kritik an seiner Stiftung: Sie sei intransparent, würde der WHO eine bestimmte Richtung vorgeben, indem sie festlegt, für welche Programme die Spenden verwendet werden. Ausserdem wurde kritisiert, dass sie umstrittene Konzerne und insbesondere Unternehmen unterstütze, deren Aktien sie hält. Auch der Vorwurf der Einseitigkeit wurde laut sowie das Fehlen von Ethik- und Nachhaltigkeitsstandards.

Lesen Sie auch: Gates rechnet bald mit Impfstoffen - und ist irritiert von Verschwörungstheorien

Verwendete Quellen:

  • Bill & Melinda Gates Foundation
  • Win Future: Bill Gates - Das Leben des Microsoft-Gründers
  • medical-design: Guter Zweck, schlechte Methoden?
  • BR.de: Corona-Mythen: Warum Bill Gates zur Zielscheibe wird
  • Spiegel Online: Interview mit Medizinexperten McCoy "Die Gates-Stiftung ist ein Mittel, um Macht auszuüben"
Interessiert Sie, wie unsere Redaktion arbeitet? In unserer Rubrik "Einblick" finden Sie unter anderem Informationen dazu, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte kommen.
Bildergalerie starten

Bill Gates wird 65: Microsoft-Gründer, Wohltäter und Zielscheibe von Verschwörungsideologen

Er ist erfolgreicher Unternehmer, einer der reichsten Menschen der Welt... und um ihn ranken sich zahlreiche Verschwörungsmythen. Bill Gates feiert am 28. Oktober seinen 65. Geburtstag. Ein Rückblick von der Gründung von Microsoft bis hin zu Corona-Verschwörungsmythen rund um die Technologielegende.