Christian Vock

Freier Autor

Christian Vock ist freier Journalist in Leipzig. Er studierte Sozialwissenschaften in Göttingen und bildete sich in Frankfurt zum Fachjournalisten für Medien- und in Lüneburg für Nachhaltigkeitsthemen weiter. Beides Bereiche, die ihm reichlich Gelegenheit geben, sich in der Kunst der Skepsis und des Staunens über das menschliche Dasein zu üben. Für 1&1 schreibt er vor allem übers Fernsehen und über Nachhaltigkeit.

Artikel von Christian Vock

Schuldenfalle Eigenheim: Auch in der gestrigen Folge, die vorerst letzte, musste wieder dringend jemand "gezwegatet" werden. Grund war wieder einmal ein Hausbau, der in einem finanziellen Desaster endet.

ProSieben schüttet mit "Prankenstein" langsam das Sommerloch zu und legt Normalos und Stars aus dem eigenen Sender-Kosmos mit der versteckten Kamera rein.

Formate wie "Adam sucht Eva" oder "Promi Big Brother" erhitzen die Gemüter. Schaut man sich die Kritik an diesen Shows an, stellt sich unwillkürlich die Frage: Soll man darüber überhaupt noch berichten? Die Antwort: Man sollte nicht nur - man muss!

Eine knappe Woche sind die Promis nun im "Big Brother"-Haus eingesperrt. Klar, dass sich da so einiges anstaut. Bei Daniel Köllerer sind es die Tränen und bei Nino de Angelo die Gase im Bauch. Doch alles folgt irgendwann dem natürlichen Lauf und muss einfach raus. Ein Zwischenbericht.

Soll noch einmal jemand behaupten, "Adam sucht Eva" sei eine niveaulose Unterhaltungsshow, die ob ihrer Dauernackedeierei bloss die niedrigsten Instinkte des Zuschauers bedienen will. Mitnichten! Die Bewohner der FKK-Insel werfen die Grundfragen der Philosophiegeschichte auf. Auf ihre ganz eigene Weise.

Mensch, Mensch, Mensch, diese Alisa. Da macht sie die ganze Zeit auf unschuldige Grundschullehrerin und dabei hat sie es faustdick hinter den Ohren, die Madame. Was passiert ist? Geknutscht hat sie! Nicht schlimm? Ja, wenn es nur mit einem gewesen wäre.

Zwölf Prominente suchen wieder ihren Platz im Leben und glauben, ihn in einem Fernseh-Container zu finden. Promi Big Brother hat wieder reichlich Peinliches, wenig Witziges und sehr viel Skurriles. Ein erstes Zwischenfazit nach Tag drei.

"Adam sucht Eva" ist der endgültige Beweis: Unsere Zivilisation hat versagt.

Es gibt so Momente im Leben, die muss man nicht jeden Tag haben. Führerscheinprüfung zum Beispiel. Oder die Musterung. Oder eben den Moment, wenn man die neue Freundin der Familie vorstellt. Und genau diesen Moment gab es gestern bei der Bachelorette gleich viermal -  wenn alle mitgespielt hätten.

Peter Zwegat, das Budget-Biest von RTL, fährt nicht einfach so aus Spass durch die Republik. Nein, wenn Zwegat bei Ihnen klingelt, dann gehören Pfändung, Schulden und Insolvenz bereits zu Ihrem aktiven Wortschatz. Gestern Abend hatte er einen besonders hoffnungslosen Fall.

Enttäuscht werden kann nur der, der auch etwas erwartet. Nach den vergangenen "Schlag den Star"-Ausgaben konnte man von dem gestrigen Duell Elton gegen Lukas Podolski dementsprechend eigentlich nicht enttäuscht werden. Aber auf etwas mehr hatte man dann doch gehofft.

Achtung, Achtung! Letzte Show vor der Heimreise! Dann fliegt Bachelorette Alisa mit den verbliebenen vier Kandidaten wieder zurück nach Deutschland – zum Eltern-Vorstellen.  Doch statt in Portugal nochmal richtig die Sau rauszulassen, nimmt die liebe Alisa fast die ganze Show auseinander.

Steht ein nebenberuflicher Stripper nackig auf einer Insel und schneidet Gulasch. Ja, so fangen eigentlich schlechte Witze an. Doch leider ist das bei "Adam sucht Eva" blanke Realität. Oder doch nicht? Was führt RTL mit seinem Dating-Experiment nur im Schilde? Was verheimlichen die uns?

"Der war abrufbar!" Wenn Andreas so über sein bestes Stück spricht, dann meint er die Zeit vor seinem Bandscheibenvorfall. Jetzt liegt seine Standfestigkeit bei 50 Prozent, wie er sagt. Eine Belastung für ihn und seine Beziehung. Höchste Zeit also für Sexologin Ann-Marlene Henning und "Make Love – Liebe machen kann man lernen". Denn ein bisschen was geht immer.

Peter Zwegat stromert wieder durch die Republik und befreit Schulden-Knechte von ihrem Joch. Doch in der gestrigen Folge ist alles anders, denn Schulden sind noch gar keine gemacht. Stattdessen berät Peter Zwegat diesmal eine Familie schon vor dem Hauskauf. Als Schuldenfalle entpuppen sich dabei ausgerechnet die Banken. 

35 Jahre "Verstehen Sie Spass?" sind eigentlich ein Grund zum Feiern. Gerade in Zeiten von "Dschungelcamp" & Co. Doch statt die Champagner-Korken knallen zu lassen, schenkte die ARD gestern Abend nur stilles Wasser aus. Vielleicht traut man sich einfach nicht, auf die Zukunft anzustossen.

Bei "Adam sucht Eva" heisst es wieder: Und heute sinkt für Sie das Niveau!

Zwölf Kandidaten hoffen noch auf die Gunst von Bachelorette Alisa. Damit die Dame und ihre Herzbuben aber nicht noch im Herbst an der Algarve sitzen und Kastanienmännchen basteln, muss aussortiert werden. Zeit für etwas Dramatik. Es folgt der Auftritt des Bösewichts.

Die ZDF-Doku "Make Love" ist keine pubertierende Kicher-Veranstaltung.

Wenn ein Schwabe sich beim Hausbau verkalkuliert, dann muss es schon mit dem Teufel zugehen. Klarer Fall für die lebende Schulden-Bremse Peter Zwegat von RTL. Der rät einer schwäbischen Grossfamilie zu einem wirklich unglaublichen Finanztrick.

Kennen Sie das Gefühl, sich nach einem harten Tag nur noch in den Sessel fallen lassen zu wollen, um vor dem Fernseher den Kopf auszuschalten? Ja? Selbst in diesem Zustand werden Sie bei "Adam sucht Eva" Angst um ihren Verstand haben. Denn auch die zweite Folge war wieder ein Paradebeispiel für Gaga-TV.

Bachelorette Alisa hat noch 15 Kandidaten zur Auswahl. Bei den Männern bleibt es hingegen konstant bei einer Dame. Fast verständlich, dass bei diesem Verhältnis irgendwann der Testosteron-Kessel pfeift. Einer der Herren kochte in der dritten Folge dann aber über.

Stefan Raab geht und hinterlässt eine Menge freien Sendeplatz. Womit soll man die Lücken bei Pro Sieben füllen? "Schlag den Star" hat das Potenzial für eine grosse Samstagabendshow. Doch so wie bei der gestrigen Folge mit Simone Thomalla und Fernanda Brandão darf es nicht laufen. Es müsste sich einiges ändern.

Bei "Die Bachelorette" ist der Anfang ist gemacht, die Truppe beziehungswilliger TV-Romantiker zusammengestellt und samt Junggesellin nach Portugal verschifft, auf dass es eine lustige Verkupplung gebe. Ab jetzt bekommt jeder seine Rolle zugewiesen. Zwei Kandidaten dürften mit ihrer aber ganz und gar nicht zufrieden sein.

Trotz vieler Nerv-Momente: "Sing meinen Song" ist gutes Musik-TV.