• 16:51 Uhr: ➤ Italien: Hunderte missachten Corona-Regeln bei Party in Krisenregion
  • 13:45 Uhr: "Sunday Times": Corona-Fälle unter britischen Schülern steigen rasant
  • 11:27 Uhr: Mehr als 1.000 Corona-Neuinfektionen in EM-Spielstadt St. Petersburg
  • 10:30 Uhr: Opposition fordert schnellere Zweitimpfung wegen Delta
  • 08:44 Uhr: RKI registriert 538 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 5,7
  • 08:00 Uhr: Bundesregierung macht Veranstaltern Hoffnung auf Neustart im Herbst

➤Italien: Hunderte missachten Corona-Regeln bei Party in Krisenregion

Hunderte Menschen sollen laut Medienberichten in der Nacht zum Sonntag in einer Corona-Krisenregion Norditaliens stundenlang eine Party gefeiert haben. In Maleo hätten sie die Masken- und Abstandsregeln nicht eingehalten, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag. Der kleine Ort in der Lombardei steht im Fokus, weil dort zuletzt Corona-Fälle mit der gefährlichen Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden waren.

Ausserdem erinnern sich in Italien noch viele an die benachbarte Stadt Codogno, aus der am 21. Februar 2020 eine Corona-Infektion gemeldet worden war. Sie galt damals als der erste Ausbruch in Italien. Die Regierung riegelte damals mehrere Städte in der Gegend ab.

Die Raver-Party in dem früheren Steinbruch in Maleo hatte den Berichten zufolge bereits am Samstagabend begonnen und zog sich bis Sonntagnachmittag. Die Zeitung "Corriere della Sera" schrieb von 700 Menschen, die auf der illegalen Feier tanzten. Die Einsatzkräfte versuchten die Organisatoren ausfindig zu machen. Die Partygäste sollen sich in den vergangenen Tagen über die sozialen Medien verabredet haben.

Delta-Variante weiter auf Verdopplungskurs: Neue Zahlen vom RKI

Sie ist ansteckender als die bisherigen Corona-Varianten: Die in Indien entdeckte Mutante Delta macht auch der Kanzlerin Sorgen vor Rückschlägen in der Corona-Krise. Jetzt gibt es neue Zahlen vom Robert Koch-Institut.

Die weiteren Corona-News des Tages:

"Sunday Time": Corona-Fälle unter britischen Schülern steigen rasant

13:45 Uhr: Das Coronavirus breitet sich unter britischen Schülern einem Bericht der "Sunday Times" zufolge rasant aus. In der Woche zum 20. Juni sei die Zahl der infizierten 5- bis 9-Jährigen im Vergleich zur Vorwoche um 70 Prozent gestiegen, bei den 10- bis 14-Jährigen sei es ein Plus von 56 Prozent, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Zahlen der Gesundheitsbehörde Public Health. Insgesamt 16.100 Schüler waren wegen einer Corona-Infektion abwesend, in der Vorwoche waren es noch 10.600. Weil zudem Zehntausende wegen möglichen Kontakts mit Infizierten in Selbstisolation geschickt wurden, fehlten insgesamt 216.000 Schüler im Unterricht.

Grund für die rasche Ausbreitung sei die hoch ansteckende Delta-Variante, berichtete die Zeitung. Der Co-Generalsekretär der Lehrergewerkschaft National Education Union, Kevin Courtney, warnte vor einer Vervielfachung der Fälle. Steve Chalke von der Wohltätigkeitsorganisation Oasis Trust sagte, Schulen seien "Inkubationszentren für die neue Delta-Variante". "Der Trend in Schulen zeigt seit drei Wochen nach oben. Wir haben offensichtlich noch nicht die Spitze dieser dritten Welle erreicht", sagte Chalke.

Eltern kritisieren zunehmend die Strategie der Regierung, bei positiven Corona-Selbsttests die ganze Klasse für zehn Tage in Selbstisolation zu schicken. Zehntausende gesunde Kinder würden deshalb den Unterricht versäumen. Befürworter der Praxis weisen indes darauf hin, dass nur 15 Prozent der Eltern ihre Kinder regelmässig testen. Gewerkschaften fordern eine Beibehaltung der Maskenpflicht sowie eine bessere Belüftung für Schulklassen. Schulleiter hoffen auf eine baldige Entscheidung zugunsten einer Impfung von Kindern.

Polizei löst YouTuber-Aktion in Dortmund auf - über 1000 Teilnehmer

11:34 Uhr: Die Polizei hat am Samstag in Dortmund ein Treffen von mehr als 1000 jungen Menschen aufgelöst, die zu einer Werbeaktion eines YouTubers gekommen waren. Zeugen hatten das Treffen auf dem Parkplatz eines Baumarktes am Nachmittag der Polizei gemeldet, wie diese mitteilte. Zu dem Auftritt des YouTubers "CanBroke" waren offenbar deutlich weniger Teilnehmer erwartet worden. Bei der grossen Menschenmenge sei ein geordneter Ablauf und das Einhalten der Hygieneregeln jedoch nicht mehr garantiert gewesen, teilte die Polizei weiter mit. Auch mehrere Zufahrten zu dem Gelände seien versperrt gewesen.

Die Polizei löste das Treffen schliesslich auf und erteilte Platzverweise. Aufgrund der grossen Anzahl an Menschen kam es zu Verkehrsstörungen, so dass vorübergehend Strassen gesperrt wurden. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Hinweise auf Straftaten liegen nach Angaben der Polizei nicht vor.

"CanBroke" hatte unter anderem auf seinem Instagram-Kanal für das Werbe-Event geworben. In einer Story entschuldigte er sich bei seinen Fans für den Abbruch der Veranstaltung. Der Influencer, der bei YouTube rund 800.000 Abonnenten hat, teilt auf der Plattform regelmässig Videos aus seinem Leben.

Mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen in EM-Spielstadt St. Petersburg

11:27 Uhr: In der EM-Spielstadt St. Petersburg ist vor dem Viertelfinalspiel am nächsten Freitag die Zahl der Corona-Neuinfektionen gestiegen. Am Sonntag meldeten die Behörden der russischen Hafenstadt fast 1.300 neue Fälle innerhalb eines Tages, 50 mehr als am Vortag. Es gab erneut mehr als 100 Todesfälle binnen 24 Stunden. Landesweit sprachen die Behörden von 21.600 Neuinfektionen. Am schlimmsten ist demnach die Hauptstadt Moskau betroffen, wo es 6.700 neue Erkrankte und 114 Todesfälle gab, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie, wie die Agentur Interfax meldete.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin drohte im Staatsfernsehen mit einem Lockdown. Er sagte mit Blick auf die sich rasante Verbreitung der Delta-Variante: "Um dieses Problem grundlegend zu lösen, muss man sich impfen lassen oder in einen Lockdown gehen." Moskau hatte am Samstag seine EM-Fanzone nach einer Schliessung wieder geöffnet. Seit Anfang Juni steigen die Zahlen in Russland rasant.

Opposition fordert schnellere Zweitimpfung wegen Delta

Corona-Impfung: Senioren und Immunschwache sollten bald Auffrischung bekommen

Nach der zweiten Impfung ist vor dem dritten Piks: Ältere und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sollten auch mit Blick auf die Delta-Variante bald eine Auffrischungsimpfung bekommen, raten Wissenschaftler. Patientenschützer vermissen Initiativen der Politik.

10:30 Uhr: Angesichts der raschen Ausbreitung der Delta-Variante sprechen sich Gesundheitsexperten der Opposition für eine frühere Zweitimpfung aus. Bei mRNA-Impfstoffen (Biontech/Pfizer und Moderna) solle die Zweitimpfung gegen das Coronavirus bereits nach drei Wochen stattfinden, sagte Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen der "Welt am Sonntag". Es gebe "harte Daten", dass dies gegen die Delta-Variante sehr wirksam sei. Zu einer früheren Zweitimpfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca läge noch nichts vor.

Der FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss, Andrew Ullmann, sagte: "Die Ständige Impfkommission sollte ihre Empfehlung zu den Impfintervallen überarbeiten und den Zeitpunkt der Zweitimpfung vorziehen." Die Stiko empfiehlt bislang längere Zeitabstände zwischen den zwei Impfungen als möglich. Das hat Gründe: Bei Astrazeneca etwa steigt die Wirksamkeit bei längerem Abstand. Zudem sprach die Impfstoffknappheit dafür, zunächst möglichst viele Menschen zu versorgen.

Bei Astrazeneca lautet der bisherige Rat des Expertengremiums, zwölf Wochen zwischen erster und zweiter Dosis verstreichen zu lassen. Für die mRNA-Impfstoffe beträgt der empfohlene Abstand sechs Wochen. Laut Zulassung wären schnellere Impfserien möglich: zwei Biontech-Spritzen im Abstand von drei Wochen, bei Moderna und Astrazeneca im Abstand von vier Wochen.

CSU gegen "Lockdown-Automatismus" bei vierter Corona-Welle im Herbst

08:53 Uhr: Die CSU lehnt nach den Worten von Generalsekretär Markus Blume einen neuen Lockdown im Fall einer vierten Corona-Welle ab. "Wenn sich tatsächlich im Herbst erneut eine Infektionswelle aufbauen sollte, gibt es keinen Lockdown-Automatismus mehr", sagte Blume dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Dank umfassendem Impfschutz und massenhafter Testkapazitäten sollten uns dann andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen", so Blume.

Blume forderte ausserdem die Europäische Fussball-Union UEFA auf, ihr Stadien-Konzept für die Europameisterschaft "noch einmal genau zu prüfen". "Niemandem ist geholfen, Europameister im Inzidenz-Höhenflug zu werden", sagte der CSU-Politiker. Die UEFA müsse Vorbild für Grossereignisse sein. "Dazu gehört auch, die Maskenpflicht in Stadien durchzusetzen", sagte Blume. Er bekräftigte das Angebot, Spiele
vom aktuellen Corona-Hotspot London nach München zu verlegen:
"Wir sind in München zu allem bereit."

RKI registriert 538 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 5,7

Wie wirksam sind die Corona-Impfstoffe gegen die Delta-Variante?

Die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus breitet sich weltweit immer weiter aus. Die grosse Frage ist nun: Wie gut schützen die Impfstoffe vor dem Erreger? Neueste Studien geben hier Anlass zur Hoffnung.

08:44 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 538 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 842 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,7 an (Vortag: 5,9; Vorwoche: 8,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden acht neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 16 Tote. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.726.710 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.619.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 90 754.

Der Sieben-Tage-R-Wert lag dem RKI zufolge am Samstagabend bei 0,82 (Vortag: 0,78). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Polizei löst erneut Feiern im Hamburger Stadtpark auf

08:33 Uhr: In der Nacht zum Sonntag hat die Polizei erneut Feiern im Hamburger Stadtpark aufgelöst. Dort hatten sich nach Angaben der Polizei bis zu 2500 Feiernde getroffen ohne auf die nach der Corona-Verordnung vorgeschriebenen Abstände zu achten.

Mit Einsetzen der Dunkelheit sei die Stimmung zunehmend aggressiver geworden, so die Polizei. Beamte seien mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen worden. Gegen 0.15 Uhr sei damit begonnen worden, die grosse Wiese zu räumen. Zehn Menschen wurden vorläufig festgenommen. Zwei Beamte seien leicht verletzt worden. Bereits in der Nacht zuvor war es im Stadtpark zu mehreren Auseinandersetzungen und Festnahmen gekommen, als die Polizei Feiern auflöste.

Bundesregierung macht Veranstaltern Hoffnung auf Neustart im Herbst

08:00 Uhr: Die Veranstaltungsbranche kann auf einen Neustart im Herbst hoffen. "Mit zunehmender Impfquote bin ich trotz neuer Virusvarianten zuversichtlich, dass wir bald wieder zur Normalität zurückkommen", sagte Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Bareiss (CDU) der "Welt am Sonntag". Natürlich müssten die Besucher geimpft oder getestet sein. "Wenn jeder ein Impfangebot bekommen hat, gibt es keinen Grund mehr, warum nicht auch Veranstaltungen mit 10.000 Besuchern oder mehr wieder möglich sein sollten." Im Spätherbst könne es soweit sein. Er wolle sich für möglichst einheitliche Regeln in den Bundesländern einsetzen.

Impfverweigerer müssen dann möglicherweise draussen bleiben. "Wer für sich die Freiheit in Anspruch nimmt, sich nicht impfen oder testen zu lassen, der muss auch die unternehmerische Freiheit des Veranstalters akzeptieren, ihn nicht hineinzulassen", sagte Bareiss.

Der Umsatz der Konzert- und Veranstaltungsbranche war im vergangenen Jahr um 80 Prozent im Vergleich zu 2019 eingebrochen. Für dieses Jahr rechnet der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft sogar mit einem Minus von 98 Prozent gegenüber 2019. "Insgesamt wären dann fast elf Milliarden Euro an Einnahmen verloren", sagt Verbandspräsident Jens Michow der Zeitung.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.