Im Jahr 2015 sind in der Schweiz deutlich mehr Menschen gestorben als im Jahr davor. Das meldet das Bundesamt für Statistik - und liefert vor allem drei Gründe für die auffallend hohe Todesrate.

67'606 Menschen sind im Jahr 2015 in der Schweiz zu Grabe getragen worden. Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS), das am Dienstag die Todesursachenstatistik von 2015 veröffentlichte, bedeutet das einen Anstieg der Todesfälle von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das BFS nennt dafür drei Gründe. Zum einen seien im Juli 2015 aufgrund der Hitze rund 500 Personen mehr gestorben als üblich, zum anderen habe eine starke Grippewelle rund 2.500 Todesopfer gefordert.

Ein Faktor aber lässt die Sterberate ohnehin stetig ansteigen: die wachsende Anzahl alter Menschen aufgrund der demografischen Entwicklung.

Der Anstieg der Todesfälle bedeutet auch, dass die Lebenserwartung zum ersten Mal seit 1990 etwas zurückging. Für Männer lag sie bei 80,7 Jahren, für Frauen bei 84,9 Jahren.

Das waren die häufigsten Todesursachen

Die häufigsten Todesursachen sind zwischen dem 15. und dem 40. Altersjahr Unfälle und Suizid, zwischen dem 40. und 80. Altersjahr Krebs und bei über 80-Jährigen die Herz-Kreislauf-Krankheiten. Daran starben insgesamt auch die meisten Menschen (21'593 - und somit ein Drittel aller Todesfälle).

Bei den Männern starben fast ebenso viele an Krebs: 29,8 Prozent der Männer erlitten ein tödliches Kreislaufleiden, 29,3 Prozent konnten den Krebs nicht besiegen. Insgesamt stieg die Zahl der an Krebstoten um drei Prozent auf 17'261.

Den stärksten Anstieg gab es allerdings bei den Todesursachen Senilität und Altersschwäche, hier stieg die Zahl der Toten um ein Viertel. Ebenfalls zugenommen haben die Diagnosen Parkinson (plus 21 Prozent), Krankheiten der Atmungsorgane (20,3 Prozent) und Demenz (10,5 Prozent).

Deutlich mehr assistierte Suizide

Die Zahl der Suizide nahm zudem zu: 792 Männer und 279 Frauen haben sich 2015 das Leben genommen, das waren 43 Personen mehr als im Vorjahr.

Ganz erheblich stieg aber die Zahl der assistieren Suizide: Es waren um ein Drittel mehr als noch 2014. 965 Menschen nahmen 2015 Sterbehilfe in Anspruch, davon 539 Frauen. (af)

Insel der Reichen: In keinem anderen Land auf der Welt hat ein Erwachsener im Schnitt so viel Vermögen wie in der Schweiz. Das geht aus dem aktuellen "Global Wealth Report" der Credit Suisse hervor.