Protest mit Nadelstichen: Die amerikanische Textilkünstlerin Diana Weymar stickt Zitate von Donald Trump auf Stoff - und löste mit ihrem künstlerischen Aufstand eine textile Revolte aus.

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Kontrovers und polarisierend stichelt Amerikas Präsident Donald Trump regelmässig auf Twitter. Als Textilkünstlerin Diana Weymar Donald Trumps Zitat "Ich bin ein sehr stabiles Genie" im vergangenen Januar aufschnappt, lässt sie sich spontan inspirieren - und greift zur Nadel.

"Give a damn" ("Scher' dich drum") steht auf Diana Weymars Pulli. Mit ihren Stickereien hat sie eine ganze Bewegung ausgelöst.

Sie stickt den Spruch als kreativen Protest in eine alte Stickarbeit ihrer Oma und veröffentlicht das Ergebnis auf Instagram. Heute ist das "Tiny Pricks Project" der grösste textile Aufstand gegen den amtierenden US-Präsidenten.

Angespornt von den überwältigenden Reaktionen im Internet begann Weymar damit, wöchentlich einen oder zwei Trump-Sprüche als Stickerei zu verewigen, von "Greif ihnen an die Muschi", "Hexenjagd!", "So eine fiese Frau" bis zu "Betrügerische Hillary".

Die Zitate zieren alle möglichen Textilien, von Babylätzchen über Spitzendeckchen bis hin zu Unterwäsche und Klopapier. "Was ist das Gegenteil von twittern?", wurde sie zu Beginn des Projekts gefragt. Ihre Antwort: "Vielleicht sticken."

Textile Unterstützung aus der ganzen Welt

Schnell reichte Weymar die Zeit nicht mehr - zu oft gab Trump umstrittene Äusserungen von sich. Die kreative Protestwelle veranlasste die Künstlerin, andere Stickerinnen aufzufordern, ihr zu helfen.

Alleine auf Instagram gibt es unter ihrem Projekt "Tiny Pricks" mittlerweile über tausend Bilder von Stickereien, 450 davon hat Weymar selbst auf Stoff gebracht, der Rest kam von Stick-Fans aus aller Welt.

Ihre bestickten Stoffe stellt Diana Weymar inzwischen in einer Boutique im Westvillage in New York aus. Ein ganz aktuelles Werk: Trumps Äusserung über Klimaaktivistin Greta Thunberg: "Sie scheint mir ein sehr glückliches junges Mädchen zu sein, das sich auf eine fröhliche, wunderbare Zukunft freut."

Gesticktes Ziel ist 2020

Bis zur Präsidentschaftswahl 2020 will Weymar, wie sie auf ihrer Website verkündet, ebenso viele Stickereien fertig haben - und diese entlang der Wahlkampfstrecke ausstellen. Die Sammlung soll dann auf Wahlkampftour in jene Bundesstaaten gehen, die für Trump oder seinen Gegner den Ausschlag geben könnten - die sogenannten Swing States. (jkl)  © spot on news

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Sticken gegen Trump: Die besten Zitate des "Tiny Pricks Project"

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