Der Traum von weissen Weihnachten erfüllt sich in der Schweiz auch in diesem Jahr nicht. Wer die Weihnachtstage im Verschneiten feiern will, muss zuvor richtig Höhenmeter machen. Alle anderen dürfen im Grünen froh und munter sein.

Klirrende Kälte, glitzerndes Weiss, wohin man schaut, eine Tasse Glühwein, die man sich vor dem flackernden Kaminfeuer glückselig lächelnd verinnerlicht, während man den Kindern durch das Fenster dabei zusieht, wie sie einen Schneemann bauen: Die Romantik des Winters macht uns einfach glücklich. Und wir lieben weisse Weihnachten – so wir uns noch an solche erinnern können.

Weisse Weihnachten 2016? Wohl kaum

Der Wunsch, in diesem Jahr wieder einmal ein weisses Weihnachtsfest begehen zu können, geht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht in Erfüllung. "Mit rund 95 Prozent Sicherheit wird an Heiligabend keine geschlossene Schneedecke liegen", lautet die Prognose der Meteorologen von MeteoNews.

Zurückzuführen ist diese trübe Aussicht auf "eine seit Anfang Monat andauernde und stabile Hochdruckwetterlage, die es den Niederschlagsfronten praktisch unmöglich macht, in den Alpenraum vorzudringen", heisst es auf MeteoNews.ch.

Wo kein Niederschlag, da auch kein Schnee

Bis Heiligabend ist laut den Vorhersagemodellen keine wesentliche Veränderung der Wetterlage in Sicht, sodass der Dezember 2016 weiterhin viel zu trocken bleiben dürfte.

"In weiten Teilen der Schweiz fiel in diesem Monat noch kein einziger Millimeter Niederschlag", ist auf der Website des privaten Schweizer Wetterdiensts zu lesen. Zwar sei das Wetter grundsätzlich unberechenbar, doch aufgrund der anhaltenden Hochdruckwetterlage müsse man davon ausgehen, dass auch weiterhin keine Niederschlagsfronten in den Alpenraum vordringen würden.

Reif soll ein wenig Winterfeeling bringen

Für ein wenig winter-weihnachtliches Flair könnte lediglich der Raureif sorgen, "der sich in frostigen Nächten mit Nebel bilden kann", schreibt Tobias Walt auf MeteoNews. "Die Wiesen und Bäume werden aber mit grösster Wahrscheinlichkeit grün bleiben."

Wer Raureif als Schneeersatz eher für ungeeignet befindet, muss hoch hinaus. Vermutlich sogar ziemlich hoch, denn selbst in den Schweizer Skigebieten unterhalb von 2.000 Metern kann man den Gästen derzeit grösstenteils nur Kunstschnee offerieren.

Von wegen "Leise rieselt der Schnee"

Vor dem Hintergrund der in diesem Jahr abermals grünen Weihnachten neigt man dazu, in Erinnerungen zu schwelgen und die guten alten Zeiten, in denen an den Weihnachtsfeiertagen der Schnee mit den eigenen Augen um die Wette funkelte, zu vermissen.

Ein Blick in die Statistik zeigt jedoch ein anderes Bild - und offenbart, dass sich das Schweizer Mittelland auch früher zu Weihnachten nicht sonderlich verschneit präsentierte. So gab es etwa seit Beginn der Messung im Jahr 1931 in Zürich nur in 24 Prozent und in Bern in 25 Prozent der Jahre gänzlich weisse Weihnachten.

Durchgängig schneereich – also Schnee an allen drei Weihnachtstagen – durfte man Bern zuletzt im Jahr 2008 erleben, in Zürich war dies letztmals 2003 der Fall.

Aber wer weiss, vielleicht spielt das Wetter in den kommenden Tagen ja auch noch verrückt und beschenkt uns doch noch mit Schnee. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.