Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist einmal mehr festgenommen worden, diesmal bei einer Demonstration von russischen Oppositionellen in Moskau.

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Bei einer nicht genehmigten Solidaritätskundgebung für den russischen Enthüllungsjournalisten Iwan Golunow in Moskau sind mehr als 200 Menschen festgenommen worden. Darunter sei auch der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny, bestätigte seine Sprecherin über den Kurznachrichtendienst Twitter. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 1200 Menschen an der Kundgebung, wie die Nachrichtenagentur Tass meldete. Unter den Festgenommenen sind auch Journalisten.

Auf Bildern ist zu sehen, wie Russlands führender Oppositioneller Nawalny von Polizisten in einen Polizeibus gezogen wird. Er war in den vergangenen Jahren schon mehrfach festgenommen worden. Der Aktivist schrieb nach seiner Festnahme auf Twitter: "Es macht Sinn, die Machthaber sind höllisch erschrocken wegen der fantastischen und einmütigen Solidaritätsbekundung in der Golunow-Sache." Ihm drohen seiner Sprecherin zufolge bis zu 30 Tage Haft.

Verfahren gegen Golunow inszeniert

Golunow hatte zuvor noch vor ungenehmigten Protesten gewarnt. Der Reporter war wegen eines mutmasslichen Drogendelikts festgenommen worden. Allerdings stellte sich das Verfahren als inszeniert heraus. Der russische Innenminister Wladimir Kolokolzew hatte ihn mangels Beweisen wieder auf freien fuss setzen lassen. Golunow hatte für sein Internetportal "Medusa" etwa enthüllt, wie Polizei und Geheimdienstler sich im Beerdigungsgeschäft bereicherten.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte, die willkürlichen und oft brutalen Verhaftungen seien "ein Beispiel für die grausame Unterdrückung, die die Demonstranten erst auf die Strasse brachte". Die Menschenrechtskommissarin des Europarats rief die russischen Behörden auf, die festgenommenen Demonstranten wieder freizulassen. Russland müsse sich beim Umgang mit Protesten an internationale Menschenrechtsstandards halten, erklärte Dunja Mijatovic.  © dpa

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