Katalonien erlebt die schwersten Krawalle seit langem. Autos brennen, Polizisten werden mit Steinen und Säure beworfen. Nun hat sich Regierungschef Quim Torra erstmals geäussert.

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In Barcelona ist es am Mittwochabend erneut zu schweren Ausschreitungen von katalanischen Unabhängigkeitsbefürwortern gekommen. Mehrere Autos sowie Barrikaden und Blumenkästen seien in Brand gesetzt worden, berichtete das spanische Fernsehen.

Die Polizei der Region im Nordosten Spaniens teilte mit, gewaltbereite Aktivisten hätten nicht nur Steine und Böller auf die Sicherheitskräfte geworfen, sondern auch "Gegenstände mit Säure."

Regionalpräsident Quim Torra schwieg trotz Aufforderungen der Zentralregierung in Madrid lange. Nun hat er die jüngsten Gewaltausbrüche erstmals öffentlich kritisiert.

"Das muss sofort aufhören. Es gibt weder einen Grund oder eine Rechtfertigung dafür, Autos in Brand zu stecken, noch für andere vandalische Aktionen", sagte Torra in der Nacht zum Donnerstag in einer vom Fernsehen übertragenen Erklärung.

Die Unabhängigkeitsbewegung habe Gewalt stets verurteilt und tue das auch jetzt. "Die Zwischenfälle, die wir auf unseren Strassen erleben, kann man nicht zulassen."

Seit Tagen wird demonstriert

Es war bereits der dritte Tag mit massiven Demonstrationen in und um Barcelona, nachdem das Oberste Gericht in Madrid am Montag neun Separatistenführer zu langjährigen Haftstrafen verurteilt hatte. Die in Haft sitzenden Separatistenführer distanzierten sich auf Twitter von den Ausschreitungen.

Neben friedlichen Kundgebungen Tausender Unterstützer einer Abspaltung der Region von Spanien kam es dabei auch immer wieder zu Krawallen mit Dutzenden Verletzten und zahlreichen Festnahmen.

Ministerpräsident Pedro Sánchez traf sich im Laufe des Tages mit den Spitzen der Oppositionsparteien, um über die Lage zu beraten. Während konservative Kräfte sich dafür einsetzten, die abtrünnige Region erneut unter eine Zwangsverwaltung zu stellen - wie bereits nach dem Unabhängigkeitsreferendum vom Oktober 2017 geschehen - plädierten linke Parteien für einen Dialog und eine politische Lösung. (dpa/ank)

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