Eine schnelle Lösung in der italienischen Regierungskrise wäre dringend nötig. Das macht Staatspräsident Mattarella nach der ersten Beratungsrunde sehr deutlich. Den Parteien will er nun dennoch mehr Zeit zum Verhandeln geben.

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Die Suche nach einer neuen Regierung in Italien geht in eine neue Runde. Kommenden Dienstag gingen die Konsultationen weiter, sagte Staatspräsident Sergio Mattarella am Donnerstag in Rom. Einige Parteien hätten ihn um mehr Zeit gebeten, um über eine alternative Mehrheit zu verhandeln. "Ich habe die Pflicht, schnelle Entscheidungen zu verlangen." Derzeit zeichnen sich Verhandlungen zwischen der bisher regierenden Fünf-Sterne-Bewegung und den oppositionellen Sozialdemokraten ab.

Die Krise müsse mit klaren Entscheidungen und in kurzer Zeit gelöst werden, da Italien ein grosses Land sei und wichtige Entscheidungen in der EU anstünden, sagte Mattarella. Da die Verfassung vorsehe, dass lediglich alle fünf Jahre gewählt wird, sei eine Neuwahl das äusserste Mittel, machte Mattarella deutlich.

Salvini hat es eilig

Mit der Aufkündigung der Koalition aus Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega hatte der bisherige rechtspopulistische Innenminister Matteo Salvini das Land vor zwei Wochen in eine Regierungskrise gestürzt. Salvini fordert eine schnelle Neuwahl. In Umfragen ist die Lega dank Salvinis hartem Anti-Einwanderungs-Kurs mit Abstand stärkste Partei. Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte war am Dienstag zurückgetreten und besiegelte damit das Ende der in Europa einmaligen Populisten-Allianz. Er hatte schwere Vorwürfe gegen Salvini erhoben.

Derzeit scheint ein Pakt zwischen den Sternen und den Sozialdemokraten die einzige denkbare Alternative zu einer Neuwahl. Die Sozialdemokraten hatten sich am Mittwoch für Verhandlungen mit den Sternen geöffnet, allerdings Bedingungen gestellt - darunter eine Wende in der rigorosen Anti-Migrations-Politik. Die Sterne schlossen Verhandlungen mit der PD am Donnerstag nicht aus. Die politischen Kräfte sind traditionell allerdings verfeindet.

Fünf Sterne im Absturz

Die Lega und die Sterne-Bewegung regierten seit Juni 2018. In den vergangenen Monaten vertieften sich die Gräben zwischen den ungleichen Partnern aber immer weiter. Während die Lega in Umfragen Höhenflüge erlebt, sind die Sterne stark abgestürzt. Bei einer Neuwahl droht der Protestbewegung eine Niederlage.

Die Zeit drängt bei der Suche nach einem Ausweg aus der Krise. Bis Ende des Jahres muss das Haushaltsgesetz für 2020 verabschiedet werden. Italien ist hoch verschuldet und liegt daher seit langem mit der EU-Kommission im Streit. Dies löste auch immer wieder - gepaart mit politischer Unsicherheit - Turbulenzen an den Finanzmärkten aus. (best/dpa)

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