Brandenburg

Als politische Partei, die "Anhänger und Wähler in allen Bevölkerungsschichten hat", definiert die Bundeszentrale für politische Bildung den Begriff "Volkspartei". Die Wahlergebnisse in Sachsen und Brandenburg machen es fraglich, ob es Volksparteien im klassischen Sinn überhaupt noch gibt. Übernimmt bald die AfD diesen Part?

In Sachsen hat die AfD ihr Ergebnis fast verdreifacht, in Brandenburg verdoppelt. Sie ist in beiden Ländern nun die zweitstärkste Kraft. So kommentieren internationale Medien den Wahlerfolg der Partei.

Ministerpräsident Dietmar Woidke von der SPD verweist die AfD bei der Landtagswahl in Brandenburg hauchdünn auf Platz zwei, holt dort für seine Partei aber so wenig Stimmen wie noch nie seit 1990. Ein weiterer historischer Superlativ auf dem absteigenden Weg der gesamten SPD.

Die AfD ist sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen der grosse Wahlgewinner. Doch in beiden Ländern reicht es nicht für den Spitzenplatz. Die amtierenden Ministerpräsidenten von CDU und SPD dürften ihre Ämter wohl behalten - die Frage ist nur, in welchen Konstellationen. Für die bisherigen Zweier-Koalitionen reicht es nicht mehr.

Auch wenn in Sachsen die CDU ihre Macht verteidigt. Auch wenn in Brandenburg weiterhin die SPD die Nase vorn hat: Grosser Gewinner der beiden Landtagswahlen im Osten Deutschlands ist die AfD. Mit Rekordergebnissen wirbeln die Rechtpopulisten die politische Landschaft durcheinander. 

AfD-Chef Alexander Gauland hat im ZDF das Ergebnis der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg kommentiert. Ein Plakat im Hintergrund sorgte dabei für Irritation. 

Verloren - und doch gewonnen. Die SPD ist die stärkste Partei bei der Landtagswahl in Brandenburg. Dahinter folgt die AfD. Was das für die Regierungsbildung heisst.