(rh) – In Zeiten des Kochshow-Wahnsinns ist man ja schon mit allerlei Skurrilitäten der Küchenwelt konfrontiert worden. Ob Molekularküche oder Insekten mit Schokoüberzug – nichts, was es nicht schon gab. Was aber der Autor des Buches "Natural Harvest – A collection of semen-based recipes" vorschlägt, überschreitet für viele Kochfans bestimmt die Grenze des guten Geschmacks.

"Cooking with cum" (Kochen mit Sperma) heisst die neue Kochmethode, die aber höchstwahrscheinlich nur ganz spezielle Feinschmecker ansprechen dürfte.

Autor Fotie Photenhauer ist jedenfalls von der besonderen Zutat überzeugt, wie man auf dem Klappentext seines Kochbuches lesen kann: Die Samenflüssigkeit sei nicht nur nahrhaft, sondern habe auch hervorragende Kocheigenschaften. Wie bei gutem Wein und Käse, soll der Geschmack von Sperma komplex und äusserst dynamisch sein. Ausserdem sei es günstig und einfach zu beschaffen.

Trotz dieser wundervollen Eigenschaften werde Sperma als Zutat bisher in Küchen vernachlässigt, wundert sich Photenhauer und verspricht: Experimentierfreudige Hobbyköche, die ihre ersten Bedenken überwunden haben, werden überrascht sein, wie grossartig die Sperma-Speisen schmecken würden.

Die Idee, menschliche Flüssigkeiten als Koch-Element zu verwenden, ist allerdings nicht neu. So hatte "Spiegel Online" zufolge schon 2008 ein Schweizer Gastronom den Einfall, Züricher Geschnetzeltes und Suppen mit Muttermilch zuzubereiten. Na dann: Guten Appetit.