"Der Teufel trägt Prada" und Co.: Mit diesen Rollen wurde Meryl Streep berühmt

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Meryl Streep feiert am 22. Juni ihren 70. Geburtstag. Der Hollywoodstar begann seine Filmkarriere 1977 und kann auf eine lange Liste an Schauspielrollen zurückblicken. Doch mit welchen Charakteren hat sie sich ins Gedächtnis der Kinozuschauer gespielt? © spot on news

Meryl Streep ist mittlerweile ein absolutes Phänomen. In ihrer über 40-jährigen Karriere spielte Streep in Dramen und zeitgeschichtlichen Filmen genauso überzeugend wie in Komödien. Eine ihrer ersten erfolgreichen Rollen ist neben Woody Allens Film "Manhattan" (1979) eine tragende Nebenrolle im Scheidungsdrama "Kramer gegen Kramer" (1979) an der Seite von Dustin Hoffmann (Foto), für den sie ihren ersten Oscar verliehen bekam - es sollten noch viele weitere Auszeichnungen folgen.
Dank dem beklemmenden Holocaust-Drama "Sophies Entscheidung" (1982) bringt sich Meryl Streep so langsam in die Pole-Position Hollywoods. Erneut ist Streeps Darbietung – dieses Mal als eine polnische KZ-Überlebende – so grossartig, dass sie ihr einen Oscar und den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin einbringt.
Den endgültigen Durchbruch in der Traumfabrik hat Meryl Streep schliesslich dem Melodram "Jenseits von Afrika" (1985) zu verdanken. Streep verkörpert die unabhängige Dänin Karen Blixen, die nach ihrer Heirat nach Afrika auswandert, um ihr Glück zu versuchen und dabei auf den Safari-Jäger Denys Finch Hatton (Robert Redford) trifft. Bis heute gilt der Film als absoluter Klassiker.
US-Schauspieler sind meist echte Allrounder: Sie können schauspielern, tanzen und natürlich auch singen. Dass das auch für Streep ein Klacks ist, zeigt sie gut gelaunt im Filmhit "Mamma Mia!" (2008). Der beruht auf dem gleichnamigen Musical, das die berühmtesten Musikstücke der schwedischen Kultband ABBA zu einer Geschichte rund um die alleinerziehende Donna (Streep) und die Hochzeit ihrer Tochter (Amanda Seyfried) verwebt.
Das für die Kinoleinwand aufbereitete preisgekrönte Bühnenstück "Glaubensfrage" (2008) widmet sich einem sehr heiklen Thema: Der beliebte Pater Brendan Flynn (Philip Seymour Hoffman, 1967-2014), der in einer katholischen Schule unterrichtet, wird verdächtigt, unangemessenen Kontakt mit einem seiner Schüler zu haben. Das alarmiert die strenge Direktorin und Nonne Schwester Aloysius Beauvier (Meryl Streep), der der charismatische Flynn ohnehin ein Dorn im Auge ist. Auch in ihrer Rolle als Nonne lieferte Streep erneut eine ausdrucksstarke Leistung ab.
Im Jahr 2009 darf sie dann hingegen mit voller Kraft unter der Leitung von Frauenversteherin Nora Ephron ("Schlaflos in Seattle") die Kochlöffel schwingen: An der Seite von Amy Adams spielt Meryl Streep 2009 in der Food-Komödie "Julie & Julia" die Küchenikone Julia Child, die zu ihrer Zeit Amerikanern die französische Küche näher bringt – und bis heute mit ihrem Kochbuch "Mastering the Art of French Cooking" als Ikone gilt. Der Film repräsentiert den Zeitgeist – und brachte sicher so manchen wieder zurück in die Küche.
Im Wohlfühlfilm "Wenn Liebe so einfach wäre" (2009) lebt die geschiedene Jane (Streep) ein scheinbar erfülltes Leben. Sie besitzt ein schönes Haus, eine eigene Bäckerei und hat eine liebevolle Beziehung zu ihren drei erwachsenen Kindern (Caitlin Fitzgerald, Zoe Kazan und Hunter Parrish). Nach einem feucht-fröhlichen Abend landet sie jedoch auf einmal im Bett ihres Ex-Mannes Jake (Alec Baldwin, li.) – und beginnt eine Affäre mit ihm.
Ihren dritten Goldjungen heimst Streep für ihre Darstellung einer der bedeutendsten Politikerinnen der Neuzeit ein: Margaret Thatcher in "Die Eiserne Lady" (2011). Unnachahmlich imitiert sie die britische Tories-Ikone, die 1979 bis 1990 die Premierministerin des Vereinigten Königreichs war. Das Biopic zeichnet den Werdegang der ehrgeizigen und kompromisslosen Thatcher von der Kindheit als Tochter des Bürgermeisters bis zu ihrem Einzug in die Downing Street nach – bis ihr die Demenz Einhalt gebietet.
Komplizierte Charaktere liegen Streep einfach: In "Im August in Osage County" (2013) spielt sie die tablettensüchtige, rassistische und verbitterte Witwe Violet, die innerhalb ihrer schrägen Familie (unter anderem Julia Roberts und Ewan McGregor) versucht, alle Fäden in der Hand zu behalten. Wie mittlerweile nahezu in jedem Jahr bekommt sie eine Oscar-Nominierung als Beste Hauptdarstellerin ein - mittlerweile ihre 15. Nominierung für einen Goldjungen.
Immer wieder sucht sich Streep Filme mit politischem Hintergrund aus. In "Suffragette - Taten statt Worte" (2015) schlüpft sie in die Rolle der Emeline Pankhurst (1858-1928), die als eine der ersten Gründerinnen der Frauenrechtsbewegung gilt. Der Film mit Carey Mulligan und Helena Bonham Carter in den Hauptrollen veranschaulicht die Geschichte mutiger Frauen, die um vieles kämpfen, was heute als selbstverständlich gilt.
Auch im kurzweiligen "Florence Foster Jenkins" (2016) spielt Streep einen Charakter aus dem echten Leben – und zwar eine der untalentiertesten Sängerinnen der Operngeschichte. Mrs. Jenkins' Unvermögen scheint allen klar zu sein, nur ihr selbst nicht. Die Millionärin gibt sich leider nicht damit zufrieden, allein ihrem Hobby zu frönen. Das bereitet besonderes ihrem Manager und Ehemann St. Clair Bayfield (Hugh Grant) Kopfzerbrechen.
2017 geht es dann wieder politisch weiter: In "Die Verlegerin" spielt sie Katharine "Kay" Graham, die erste weibliche Zeitungsverlegerin der USA. Als der Chefredakteur der "Washington Post" (Tom Hanks) einen Vertuschungsskandal der US-Regierung in Bezug auf den Vietnam-Krieg aufdecken möchte, muss Graham entscheiden, was sie zu opfern bereit ist, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Auch wenn der stargespickte Film von Steven Spielberg nicht ganz so gut ankommt, bringt er Streep die 21. Oscar-Nominierung ein.
2018 kehrt Meryl Streep dann wieder zu ihren Musical-Genen zurück und schlüpft nach zehn Jahren erneut in die ikonische Rolle der Donna in "Mamma Mia! Here We Go again". Meryl Streep hat über die Jahrzehnte ihre aussergewöhnliche Vielseitigkeit gezeigt und gilt als eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen Hollywoods. Heute feiert die Film-Ikone ihren 70. Geburtstag - und wie sie selbst in einem Interview sagte: "Ab dann geht es erst so richtig los!"