US-Filmregisseur Woody Allen lässt sich per Video beim Moskauer Filmfestival zuschalten. In der von Russland angegriffenen Ukraine sieht man den Kontakt nicht gern und reagiert prompt.

Die Ukraine hat einen Online-Auftritt des US-Filmregisseurs Woody Allen beim Moskauer Filmfestival scharf kritisiert. "Das ist eine Schande und eine Beleidigung für die Opfer unter ukrainischen Schauspielern und Filmschaffenden, die durch russische Kriegsverbrecher getötet oder verletzt wurden", schrieb das Aussenministerium in Kiew in sozialen Netzwerken.

Allen habe bewusst die Augen vor den "Gräueltaten" verschlossen, die Russland seit 2014 täglich in der Ukraine verübe. Die Kultur dürfe nicht für die "Reinwaschung" von Verbrechen oder als "Propagandainstrument" dienen.

Allen war am Sonntag im Rahmen des Moskauer Filmfestivals zugeschaltet worden, um einen Vortrag zu halten. Die Veranstaltung wurde vom kremlnahen Regisseur und Schauspieler Fjodor Bondartschuk moderiert. Wegen seiner Unterstützung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist Bondartschuk Ziel westlicher Sanktionen.

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Allen äusserte während des Gesprächs Berichten zufolge seine Bewunderung für Bondartschuks Vater, den Regisseur Sergej Bondartschuk. "Mir hat russisches Kino immer gefallen", sagte Allen Moskauer Medien zufolge zudem. Der Frage, ob er in Russland drehen wolle, wich er aus. Politisch äusserte sich der 89-Jährige nicht. (dpa/bearbeitet von pak)