Am Donnerstag startet auf Netflix die neue Horrorserie "V-Wars", in der ein Vampir-Virus weltweit für Chaos sorgt. "Vampire Diaries"-Star Ian Somerhalder übernahm die Hauptrolle, führte Regie und fungierte als Produzent. Im exklusiven Interview spricht der Amerikaner über seine Serie, einen anstehenden Besuch in Deutschland und erklärt, warum er während der Dreharbeiten ins Krankenhaus musste.

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Ian, am Samstag und Sonntag werden Sie auf der Comic Con in Dortmund zu Gast sein. Ist es Ihr erster Besuch in Deutschland?

Ian Somerhalder: Nein. In meinen vorherigen Leben war ich ein Model und kam deshalb bereits 1996 zum ersten Mal nach Deutschland. Und ich liebe es, ich liebe Deutschland!

Am Sonntag werden Sie Ihren 41. Geburtstag in Dortmund feiern. Gibt es Partypläne?
Unglücklicherweise wird es der erste Geburtstag in den letzten sechs Jahren sein, den ich ohne meine Ehefrau (Schauspielerin Nikki Reed, Anm. d. Red.) verbringen werde. In den vergangenen Jahren hat meine Frau unglaubliche, aufregende Geburtstagspartys für mich organisiert. Aber diesmal werde ich mich komplett auf die Arbeit und den Start von "V-Wars" konzentrieren.

Worum geht es in "V-Wars"?
Es ist eine Horror-Serie mit einem wissenschaftlichen und medizinischen Hintergrund. Es geht um eine Krankheit, die ausbricht. Der von mir gespielte Dr. Luther Swann und sein bester Freund reisen ins ewige Eis, das aber durch den Klimawandel schmilzt. Das ist etwas, das tatsächlich passiert, was es noch unheimlicher macht.

Dinge, die Jahrhunderte und Jahrtausende lang verborgen waren, kommen zum Vorschein. Und so auch das Virus. Unglücklicherweise reisen wir zurück nach New York, wo sich die Krankheit dann wie ein Lauffeuer zu verbreiten beginnt.

Ein Virus, das Menschen in Vampire verwandelt.
Wir zeigen Vampire aus einem anderen Blickwinkel, das macht es so spannend. Aus einem wissenschaftlichen, medizinischen Blickwinkel. Dazu kommen die sozialen und politischen Aspekte, die sich gerade auch in der realen Welt finden. Der Klimawandel, Rassismus, die Politik der Angst, die Grenzen zwischen den Ländern.

Sie spielten in "Vampire Diaries" acht Jahre lang den Vampir Damon Salvatore. Was sind die Unterschiede zu ihrer Figur Dr. Luther Swann in "V-Wars"?
Ich habe Damon Salvatore so viele Jahre lang gespielt und ich bin sehr dankbar dafür. Er war lustig, er war überheblich, er war sexy, aber irgendwie auch ein Arschloch (lacht). Er hatte immer denselben Gesichtsausdruck, egal ob er gerade ein Kind von einem Baum gerettet oder jemandem das Gesicht weggerissen hat.

Dr. Swann hat ebenfalls Superkräfte. Aber seine Superkräfte sind es, ein guter Vater, ein guter Wissenschaftler zu sein. Er ist ein guter, normaler Mann, der seine Kinder in die Schule bringt, eine Runde laufen geht und seinen Bio-Kaffee trinkt.

Er hat sein ganzes Leben damit verbracht, infektiöse Krankheiten zu untersuchen. In der Hoffnung, vielleicht eines Tages die Menschheit vor einem katastrophalen Ausbruch retten zu können. Jetzt ist die Zeit gekommen und er wird er aus seiner Idylle herausgerissen.

Glauben Sie, dass Fans von "Vampire Diaries" auch "V-Wars" gefallen wird?
Wer das Genre mag, dem würde ich auf jeden Fall raten, einen Blick zu riskieren. Fans von "Vampire Diaries" sage ich: Schaut es euch an! "V-Wars" ist eine weiterentwickelte Version der Vampirgeschichte, die einen Blick auf die sozialen Umstände wirft und eine Allegorie auf unsere Welt ist. Und auch ich habe mich weiterentwickelt – als Regisseur, als Produzent, als Star einer Serie, als Künstler und Vater. Ich habe kein Problem damit, wenn Leute sagen, dass "V-Wars" ein "Vampire Diaries 2.0" ist.

Wird sich die Serie eng an den Comic-Vorlagen von Jonathan Maberry orientieren?
Wir haben versucht, so nah wie möglich dranzubleiben, weil wir die Geschichten lieben. Als ich die Comics gelesen habe, habe ich mir direkt gedacht: Verdammt, da steckt eine tolle Show drin.

Die ganzen Themen, die aktuell sind und mit der Geschichte verwoben sind, etwa der Klimawandel oder Rassismus, machen es so besonders. Weil es grosse Dinge sind, die uns auch im realen Leben betreffen.

Was passiert, wenn die Gesellschaft in Teile zerbricht? Was passiert, wenn der internationale Flugverkehr zusammenbricht, weil sich das Virus ausbreitet? Oder es eine neue Bankenkrise gibt, weil Millionen von Menschen krank sind? Oder Supermärkte schliessen?

Was passiert, wenn Vampire ihren Platz in der Gesellschaft und in den Parlamenten einfordern? Wir vergessen manchmal, wie fragil unsere Gesellschaft ist. Die erste Staffel wird zehn Folgen haben, aber wir kratzen nur an der Oberfläche dieser komplexen Geschichte.

Während der Dreharbeiten mussten Sie ins Krankenhaus. Was war passiert?
Es ist egal, ob man eine alleinstehende Mutter mit drei Jobs ist, ein Büroangestellter oder ein Schauspieler und Produzent einer Serie. Wir alle arbeiten hart und setzen uns unter Druck. Bei der Produktion von "V-Wars" haben wir einmal versucht, die Arbeit von zehn Tagen in sechs Tagen zu erledigen. Wir sind wirklich an unsere Grenzen gegangen.

Teilweise habe ich rund um die Uhr gearbeitet, meine Frau hat sich schon Sorgen um meine Gesundheit gemacht. Irgendwann hat mein Körper mir dann gesagt, dass ich eine Pause brauche. Aber daraus lernt man. Was einen nicht umbringt, macht einen stärker.

Können Sie jetzt, wo die Serie fertig ist, ein wenig entspannen?
Es steht noch ein Pressetag in New York an, dann fliege ich weiter zur Comic Con nach Dortmund. Danach werde ich nach Hause fliegen. Ich kann es kaum erwarten, für einige Wochen einfach nur Vater zu sein, für alle da zu sein. Das ist etwas, worauf ich mich sehr freue.

Wir haben unser Bestes gegeben, damit "V-Wars" eine gute Serie wird. Und wir lieben die Serie! Jetzt hoffen wir, dass die Leute die Serie auch mögen.

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