Die Top 10 der aktuellen Staffel von "Germany's Next Topmodel" steht fest. Während Lieselotte Reznicek dabei ist, muss eine Mitfavoritin ihre Koffer packen. Verheerende Kritik gibt es beim Trampolin-Shooting, beim abschliessenden Walk erinnert ein Detail an einen ehemaligen Bundesfinanzminister. Und dann ist da noch ein Umstyling, das eigentlich seinen Namen nicht verdient.

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Eine Kritik
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Oh, schon wieder ein Umstyling. Diesmal ist Lena dran. Das Petite-Curvy-Model bekommt vor dem Shooting in der zwölften Folge von "Germany's Next Topmodel" am Donnerstagabend überraschend eine neue Frisur verpasst. Während Lena vor einer fiesen Kurzhaarfrisur zittert, kommt es ganz anders. Mit Extensions wird ihre blonde Mähne verlängert, dazu leicht aufgehellt.

Die 21-Jährige ist völlig begeistert. "Ich bin so dankbar, weil es mein Traum-Umstyling ist", jubelt Lena: "Ich fühle mich iconic." Von Model-Kollegin Sophie bekommt Lena bescheinigt, ein ganz neuer Mensch zu sein. Als stiller Beobachter des Spektakels tut man sich jedoch eher schwer, überhaupt eine Veränderung an Lena zu erkennen.

Eigentlich passt das ganz gut zu "Germany's Next Topmodel". Denn seit zwölf Wochen bekommt man Donnerstag für Donnerstag im Prinzip die gleiche Show serviert, nur mit minimalen Veränderungen. Shooting, Walk, dann muss eine Kandidatin gehen. Dazwischen vielleicht ein Casting, ein bisschen Drama und Product Placement. Am Donnerstag ist es Schmuck, den die Models geschenkt bekommen und der inklusive Namen des Herstellers perfekt in Szene gesetzt wird.

"Peinlich": Fotograf Yu Tsai übt heftige Kritik an Model-Quartett

Auch Fotograf Yu Tsai war schon bei GNTM dabei, sogar in der aktuellen Staffel in Folge zwei. Immerhin sorgt er am Donnerstag mit seiner bissigen Kritik dafür, dass das Shooting recht unterhaltsam wird. Die Models müssen auf einem Trampolin springen und dabei für den Fotograf posieren. Das gelingt Anita nicht wirklich gut. "Es ist eine Katastrophe. Ich sehe kein Model", fällt Yu Tsai ein vernichtendes Urteil und bezeichnet Anitas Performance sogar als peinlich.

Auch für Noëlla, Vanessa und Juliana läuft es nicht rund beim Trampolinspringen. "Schöne Füsse möchte ich sehen", ruft Heidi Klum. Doch darauf hofft sie vergeblich. "Es ist eines der schlimmsten und unschönsten Shootings, das ich jemals erlebt habe", ärgert sich Fotograf Yu Tsai. Klar, dass die Kandidatinnen um das Weiterkommen zittern müssen - Juliana ausgenommen.

Doch dann kommt Sophie. Die kennt zwar jede Menge englische Wörter, weiss aber nicht, was "affektiert" bedeutet. Ausgerechnet Sophie, die auch ohne Kenntnis des Wortes eine echte Expertin für affektiertes Verhalten ist. Und für Trampolinspringen. Ihre Vorkenntnisse auf dem Sprungkissen nutzt die 18-Jährige für eine souveräne Vorstellung, an der sogar Yu Tsai nichts zu meckern hat.

Lieselotte schreibt GNTM-Geschichte

Ähnlich problemlos löst Lieselotte die Aufgabe. Das Best-Ager-Model, bisher der heimliche Star der 17. Staffel, bekommt am Donnerstag zum ersten Mal wenig Sendezeit, zieht aber locker in die nächste Runde ein. Damit schreibt die 66-Jährige GNTM-Geschichte, denn sie ist das älteste Model, das es jemals in die Top 10 der Casting-Show geschafft hat.

Die 50-jährige Martina löst gemeinsam mit ihrer Tochter Lou-Anne ebenfalls das Ticket für die nächste Woche und gehört somit auch zu den letzten zehn verbliebenen Anwärterinnen auf den Model-Thron. Genauso wie Lena, die sich von ihrem Umstyling beflügelt auf dem Trampolin in ungeahnte Höhen schwingt.

Anita drückt nur sich selbst die Daumen

Weniger Glück hat Lena im Anschluss, als sie Noëlla auf deren Shooting anspricht. Denn Noëlla hat keine Lust auf Smalltalk. "Kommunikation ist Energie. Und meine Energie brauche ich für den Entscheidungswalk", erklärt sie knapp. Ähnlich teamorientiert zeigt sich auch Anita nach ihrem verunglückten Rumgehopse auf dem Trampolin. "Ich drücke niemandem die Daumen ausser mir", sagt sie mit Blick auf den Entscheidungswalk.

Dieser führt diesmal durch einen Irrgarten auf einen Laufsteg. Dabei tragen die Models Kleider von Gastjuror und Designer Peter Dundas und bekommen seltsame Augenbrauen angeklebt, die die Älteren unter uns unweigerlich an Theo Waigel denken lassen. Die buschigen Augenbrauen sind das Markenzeichen des ehemaligen Bundesfinanzministers, an den Topmodels sehen sie jedoch sehr seltsam aus.

Mitfavoritin Vanessa scheidet aus

Als eine der wenigen Kandidatinnen darf Vanessa auf die Augenbrauenperücke verzichten. Dass am Ende ausgerechnet sie kein Foto bekommt und den Einzug unter die letzten Zehn verpasst, ist schon ein bisschen tragisch. Schliesslich war sie es, die beim ersten Umstyling ihre langen Haare opfern musste und einen giftgrünen Bob verpasst bekam. Vanessa galt mit ihrem neuen Look als Mitfavoritin, nun ist sie ausgeschieden.

Ganz im Gegensatz zu Anita. "Ich bin in der Top 10 und freue mich, es jedem unter die Nase zu reiben, der es mir nicht zugetraut hat“, sagt die Hotelfachfrau zum Abschluss. Den Stinkefinger dürfe sie ja nicht zeigen, stattdessen reckt sie ihre beiden kleinen Finger in die Kamera. Diese Geste hat Anita vermutlich gerade eben erfunden. Und so bekommen die Zuschauerinnen und Zuschauer am Donnerstagabend doch noch etwas zu sehen, was es so noch nicht gegeben hat.